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Coman erfüllt Bayerns Triple-Traum

Der FC Bayern hat dank Matchwinner Kingsley Coman und eines starken Manuel Neuer in einem packenden Duell zum zweiten Mal nach 2013 den Titel-Dreierpack geholt.

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Da ist das Ding: Die Bayern mit dem Henkelpott. Foto: dpa / Childs

Da ist das Ding: Die Bayern mit dem Henkelpott. Foto: dpa / Childs

Matchwinner Kingsley Coman rannte freudetrunken auf das Spielfeld und umarmte jeden, der ihm über den Weg lief oder hüpfte - dann packte sich Meistertrainer Hansi Flick den Mann des Abends und drückte ihn drei, vier Sekunden lang fest an seine Brust. Flick hatte den flinken Franzosen extra für das Endspiel in der Champions League wieder in seine Startelf geholt - und damit ein Goldenes Händchen bewiesen. Coman und der herausragende Manuel Neuer bescherten den Münchnern mit einem 1:0 (0:0) in einem packenden Duell der Giganten zum zweiten Mal nach 2013 den Titel-Dreierpack.

"Die Freude war nach dem Abpfiff riesengroß, das war das, was wir uns verdient und gewünscht haben", sagte Neuer im "Stadion des Lichts" von Lissabon, wo er um 22.09 Uhr Ortszeit den Henkelpott in die Höhe riss. Der deutsche Rekordmeister hatte zuvor das Millionen-Ensemble von Paris St. Germain mit den Weltstars Neymar und Kylian Mbappe sowie dem deutschen Trainer Thomas Tuchel niedergerungen und zum sechsten Mal in seiner ruhmreichen Vereinsgeschichte den begehrten Titel geholt. Flick ist zugleich der sechste deutsche Trainer, dem dies gelang - mit einer nie dagewesenen perfekten Saison, mit elf Siegen in elf Spielen.

Coman (59.) köpfte die Bayern in einem nicht immer hochklassigen Finale mit dem 500. Treffer der Münchner in der Champions League ins Glück. Ausgerechnet Coman: Der Franzose war einst bei Paris St. Germain ausgebildet worden. Flick hatte den flinken Stürmer nicht zuletzt wegen dessen Vergangenheit für das Finale anstelle von Ivan Perisic wieder auf die linke Seite gestellt. Dort hatte der 24-Jährige zunächst Probleme mit Nationalspieler Thilo Kehrer, steigerte sich aber wie seine Mitspieler in der zweiten Halbzeit - und konnte sich zudem auf einen herausragenden Neuer verlassen.

Bayern in Hälfte zwei wie verwandelt

Bis zur Pause waren sich beide Mannschaften auf Augenhöhe begegnet: Paris wirkte dabei zunächst ein wenig spritziger, den Bayern fehlte oft die Genauigkeit und die Leichtigkeit wie beim 8:2 im Viertelfinale gegen den FC Barcelona. Allerdings hatte Robert Lewandowski früh den Pfosten getroffen (22.), kurz vor der Pause hätten die Münchner bei einem Zweikampf zwischen Coman und Kehrer auch einen Elfmeter zugesprochen bekommen können (45.+1). In der zweiten Halbzeit traten die Münchner wie verwandelt auf, waren ballsicherer und dadurch auch druckvoller, am Ende verteidigten sie mit höchstem Einsatz, viel Geschick - und einem sicheren Neuer.

"Die Mannschaft ist zu hundert Prozent bereit, ich bin zu hundert Prozent bereit", versicherte Flick vor dem Spiel. Doch auch Paris war bereit. Tuchels Mannschaft presste früh und hoch, stand gut in der Abwehr und hatte gute Chancen, die beste in der 18. Minute: Manuel Neuer rette dabei zweimal grandios gegen Neymar. Die Münchner Abwehr, in der Jerome Boateng schon in der 25. Minute verletzungsbedingt durch Niklas Süle ersetzt werden musste, hatte vor allem über die Seite von Alphonso Davies immer wieder Probleme.

Mit dem sechsten Gewinn des Henkelpotts nach 1974, 1975, 1976, 2001 und 2013 haben die Münchner nun zu Titelverteidiger FC Liverpool aufgeschlossen, häufiger holten die 7,5 Kilogramm schwere Trophäe nur Real Madrid (13) und der AC Mailand (7). In Lissabon krönten die Bayern herausragende Monate unter Flick, der nach einem Debakel bei Eintracht Frankfurt (1:5) am 3. November 2019 das Amt von seinem damaligen Chef Niko Kovac übernommen hatte: Der Sieg im Finale war der 21. nacheinander in einem Pflichtspiel, seit der Niederlage am 7. Dezember 2019 bei Borussia Mönchengladbach haben sie nur eine von 31 Partien nicht gewonnen - am 7. Februar gegen RB Leipzig (0:0).

Am Montagnachmittag werden die Bayern zurück in München erwartet. Viel Zeit zum Feiern bleibt freilich nicht. Am 11. September um 20.45 Uhr treten die Triple-Sieger in der ersten Runde des DFB-Pokal gegen den 1. FC Düren an. Eine Woche später eröffnen sie die neue Bundesliga-Saison mit einem Heimspiel gegen Schalke 04.

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