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Cloppenburgs Handballer schlittern nach Leglers Kunstwurf ins Debakel

Drittligist TVC kassiert im achten Spiel die achte Niederlage. 31:39 bei der Ahlener SG nach 22:21-Führung.

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Wieder hängengeblieben: Michal Skwierawski (hier im Duell mit Ahlens David Wiencek) kassierte mit dem TV Cloppenburg im achten Spiel die achte Niederlage. Foto: Langosch

Wieder hängengeblieben: Michal Skwierawski (hier im Duell mit Ahlens David Wiencek) kassierte mit dem TV Cloppenburg im achten Spiel die achte Niederlage. Foto: Langosch

Die Jubelarie „Oh, wie ist das schön“ musste für die Handballer des TV Cloppenburg wie Hohn und Spott klingen. Während die Spieler der Ahlener SG mit den 480 Zuschauern in der heimischen Friedrich-Ebert-Halle ausgelassen ihren 39:31-Sieg (18:15) feierten, rangen die Cloppenburger um Fassung. Nach der achten Niederlage im achten Spiel bleibt der TVC Tabellenschlusslicht in der Gruppe B der 3. Liga.

Trainer Leszek Krowicki hatte direkt nach der Schlusssirene das Weite gesucht, „Co“ Erik Gülzow beordete die Spieler umgehend in die Kabine. Eine über weite Strecken desaströse zweite Halbzeit hatte dem TVC diese Klatsche beschert. Tatsächlich hatte zunächst nichts darauf hingedeutet, dass es eine solch' klare Niederlage geben würde.

Vielmehr hatten die Gäste in den ersten 20 Minuten meistens vorn gelegen, mehrfach sogar mit zwei Treffern (8:6/14.; 9:7/15. und 11:9/19.). Doch die Führung gaben die Cloppenburger – wie schon so oft in dieser Saison – viel zu leicht und viel zu schnell wieder her. Gerade einmal zwei Minuten waren nach dem 11:9 vergangen, da lagen plötzlich die Hausherren mit 12:11 in Front. Bis zum Seitenwechsel setzten sich die Ahlener bis auf 18:15 ab.

  • Ahlener SG – TV Cloppenburg 39:31
  • TV Cloppenburg: Hendrik Legler (1), Nils Buschmann – Michal Skwierawski (7/4), Ole Harms (6/3), Thomas Houtepen (4), Maciej Marszalek (4), Bence Lugosi (3), Maximilian Bähnke (2), Nils Goepel (2), Mohamad Sibahi (1), Tom Zwarthoed (1), Adam Pal,Vincent Saalmann, Krzysztof Pawlaczyk sowie David Niemann (ohne Einsatz).
  • Zuschauer: 480.
  • Nächstes TVC-Spiel: Am kommenden Samstag (30. Oktober) von 19.30 Uhr
an in der Sporthalle an der Leharstraße gegen den
TuS Spenge

Das war erst einmal kein Grund zu Besorgnis, zumal die TVCer besser aus der Kabine kamen und nach fünf Minuten der zweiten Hälfte zum 20:20-Ausgleich kamen. Als die SG wegen einer Zeitstrafe ihren Torhüter gegen einen sechsten Feldspieler tauschte und TVC-Torhüter Hendrik Legler nach Balleroberung mit einem Wurf über das ganze Feld zum 22:21 für Cloppenburg ins verwaiste Ahlener Tor traf, schien mit diesem Kunststück das Momentum auf Gästeseite zu kippen (37.).

Aber, Pustekuchen. Fortan sollte der Krowicki-Sieben nicht mehr viel gelingen. Es war fast wie abgeschnitten. Ahlens Abwehr um den 2,04-m-Hünen Ferdi Hümmecke gewann mehr und mehr an Stabilität. Im gleichen Maß bröckelte die Cloppenburger Deckung. So kippte die Partie wieder. Die SG brauchte nur gut drei Minuten, um aus dem 21:22 ein 26:23 zu machen.

Die Gäste waren nicht mehr in der Lage zurückzuschlagen. Vielmehr mussten sie fast hilflos mit ansehen, wie sich ihr Gegner mühelos absetzte. Cloppenburger Unzulänglichkeiten und leichte Fehler taten ihr Übriges. Bezeichnendes Beispiel: Beim Stande von 27:32 aus TVC-Sicht misslang Ahlen ein Anspiel an den Kreis, nicht einmal der 2,04 Meter lange Hümmecke hatte auch nur den Hauch einer Chance, den Ball zu ergattern. Aber Krzysztof Pawlaczyk riss den SG-Kreisläufer überflüssigerweise um. Statt zehn Minuten vor Schluss die Möglichkeit zu haben, auf vier Tore zu verkürzen, gab es Siebenmeter für die Hausherren (den sie – natürlich – verwandelten) und eine Zeitstrafe gegen Cloppenburg.

Damit war der letzte Funken Hoffnung, vielleicht doch noch die Wende zu schaffen, dahin. Die letzten Minuten gerieten für Ahlen zum Schaulaufen, die SG nutzte die Gelegenheit, um das Ergebnis für die Gäste in eine desaströse Höhe zu schrauben.

„Wir haben das Potenzial, aber wir rufen es einfach nicht ab“, meinte TVC-Trainer Leszek Krowicki tief enttäuscht. „Ich leide wie ein Hund. Uns fehlt die Konsequenz und Konzentration. Wir haben die Konzepte und die Ideen, aber wir machen viel zu viele technische Fehler. Es ist sehr deprimierend.“

So viel Frust der Blick auf die aktuelle Tabelle und die Spielverläufe auch verbreitet, kommt Aufgeben für Krowicki nicht infrage: „So schwierig die Situation auch ist, ich werde weitermachen bis zum Schluss. Ich bin nicht so naiv zu sagen, dass ich an der aktuellen Lage nicht meinen Anteil habe. Als Trainer bin ich natürlich in der Verantwortung. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir ordentlich arbeiten und es daran nicht liegt, dass wir da stehen, wo wir stehen. Nur müssen irgendwann auch anfangen zu punkten.“

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