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BWL genießt Abenteuer und verabschiedet sich erhobenen Hauptes

4150 Zuschauer sahen einen tollen DFB-Pokal-Fight der Lohner Fußballer. Hier gibt's den Nachbericht mit diversen Reaktionen zum 0:4 gegen den Bundesligisten FC Augsburg.

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Als die 90 Spielminuten im DFB-Pokal am Sonntag im Lohner Heinz-Dettmer-Stadion gegen 17.17 Uhr zu Ende waren, gab's bei prasselndem Regen noch mal tosenden Applaus für den Verlierer, während sich die Sieger auf der anderen Seite des Platzes von den 420 mitgereisten Fans feiern ließen. Das Ergebnis entsprach der Normalität: Regionalliga-Aufsteiger BW Lohne unterlag vor 4150 Zuschauern dem etablierten Fußball-Bundesligisten FC Augsburg mit 0:4 (0:0) und lieferte dabei einen großen Kampf ab. Am Ende war er aber aussichtslos.

Lohnes Trainer Henning Rießelmann sagte abseits seiner sportlichen Analyse einen Satz, der die Gesamtlage exakt traf: „Das war ein toller Tag für BW Lohne.“ Die Fans hatten das erste DFB-Pokalspiel eines Vereins im Landkreis Vechta genossen, sie sparten nicht mit Beifall bei gelungenen Lohner Aktionen. Und sie hatten zumindest eine Halbzeit lang das Gefühl, dass die Blau-Weißen die hochbezahlten Profis in Bedrängnis bringen könnten. So währte die Hoffnung auf die vielleicht mögliche Pokal-Sensation zumindest eine Zeitlang und hielt die Stimmung auf den Rängen positiv.

Aber letztlich machte der FC Augsburg mit seinen vier Toren von Arne Maier (51.), Fredrik Jensen (69.), Florian Niederlechner (81.) und Maurice Malone (89.) aus dem offenen Duell eine klare Angelegenheit.

Frank Wenzel
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Henning Rießelmann, der besonders im ersten Durchgang seine Spieler immer wieder für gute Aktionen lobte und sie am Spielfeldrand pushte, sagte nach der Partie: „Mehr können wir nicht! Die Entstehung des 0:1 war ärgerlich. Aber am Ende sind bei uns auch die Kräfte geschwunden.“ Dem relativ unvermittelt gefallenen 0:1 kurz nach der Pause ging eine kleine Panne beim Stellen der Mauer voraus.

BWL-Torwart Christoph Bollmann, der das Team als Kapitän aufs Feld geführt hatte, wollte drei Spieler für die Mauer haben, der spielende Co-Trainer Sandro Heskamp signalisierte „zwei“. Arne Maier traf genau ins untere rechte Eck – und Bollmann, der mit einem geschienten Finger und einer schmerzstillenden Spritze spielte, ärgerte sich hinterher: „Ich hatte die Hand noch am Ball.“

Der 31-jährige Bollmann, der mit seinen Paraden im NFV-Pokal-Finale wesentlich zum Einzug in den DFB-Pokal beigetragen hatte, lobte gleichwohl die Lohner Taktik: „Eins gegen eins – das ist die beste Taktik gegen bessere Mannschaften.“ Augsburgs Spieler seien beim Halbzeitpfiff richtig sauer gewesen über ihren Auftritt.

Für BWL-Abwehrspieler Felix Oevermann, dessen Präsenz und Zweikampfstärke besonders im ersten Durchgang für den ein oder anderen Augsburger eine unangenehme Erfahrung darstellte, stand das Spielerlebnis eindeutig über dem Ergebnis: „Das war das größte Spiel meiner Laufbahn – obwohl wir in den letzten Monaten schon einige Höhepunkte mit Aufstieg und NFV-Pokalsieg hatten. Das ist jetzt noch mal eine andere Stufe.“ Man habe im ersten Abschnitt bei der Spielentwicklung ein gutes Gefühl gehabt: „Es war ja nicht so, dass Augsburg acht Chancen gehabt hat. Aber bei unseren Halbchancen hätte dann auch alles passen müssen.“

„Wir lassen die Puppen tanzen“: Dieses illustrierte Banner in Anlehnung an die Augsburger Puppenkiste – mit FCA-Spielern an Lohner Strippen – hatten BWL-Fans vor dem Anpfiff auf der Haupttribüne hochgezogen. Doch mit dem ersten Tor änderten sich die Verhältnisse schon.

Wenngleich: Direkt nach dem 0:1 hatte BWL noch einige gute Aktionen nach vorne, kam aber nicht entscheidend zum Abschluss. Oevermann: „Nach dem Schock hatten wir ja fast unsere beste Phase. Ich glaube, wir haben trotz des 0:4 Eindruck hinterlassen.“ Christoph Bollmann hielt fest: „Das 0:4 war letztlich deutlich – aber so deutlich war es im Spiel nicht.“ Und der Keeper sprach auch für seine Mannschaft, als er feststellte: „Es war geil, auf dem Platz zu stehen.“

Henning Rießelmann zollte seiner Mannschaft ein Gesamtlob und wollte auch keinen einzelnen seiner 14 eingesetzten Spieler hervorgeben: „Wir haben einen echten Fight abgeliefert und können erhobenen Hauptes aus dem Spiel gehen. Natürlich ist das 0:4 happig. Aber: Wir hatten eine gute Zweikampfquote, vor allem in der ersten Hälfte.“

Augsburgs Abwehrspieler Felix Uduokhai gab zu: „Wir haben uns in der ersten Halbzeit ein bisschen schwer getan. Die Intensität war nicht so hoch. Nach der Pause gab es eine Leistungssteigerung. Und Fakt ist, dass wir eine Runde weiter sind.“

Augsburgs neuer Trainer Enrico Maaßen, der vor dieser Saison Markus Weinzierl beerbt hat, machte den Gastgebern ein Kompliment: „Lohne hat aufopferungsvoll gekämpft. Sie haben uns gut zugelaufen. Wir sind froh, dass wir es geschafft haben.“ Nach der Pause habe man den nassen Rasen besser genutzt, da seien auch die Räume größer geworden.

Enrico Maaßen betonte, er kenne die Rolle als früherer Trainer unterklassiger Pokal-Teams (Drochtersen/ Assel und Rödinghausen) gut. Auch deshalb habe er gewusst, was da auf seine Mannschaft zukommen würde. Und weiter: „Ich wusste: Lohne ist ein guter Gegner, ich habe ein paar Spiele von ihnen gesehen. Aber in Summe sind vier Tore okay.“

Kollege Rießelmann freute sich darüber, dass seine Mannschaft im vorweggenommenen Saison-Highlight so gut dagegengehalten habe: „Natürlich hätten wir gerne für eine Sensation gesorgt. Wir haben Augsburg alles abverlangt. Ich glaube, so können wir weitermachen.“

Für BW Lohne waren die Vorbereitungen für das Pokalspiel sehr anstrengend und fordernd. Mit der Kulisse und dem Tag waren die Blau-Weißen sehr zufrieden. Vereinspräsident Christian Tölke bilanzierte: „Alles positiv, alles gut gelaufen.“ Und ab kommenden Sonntag beginnt das Kerngeschäft – das Abenteuer Regionalliga Nord.

Umkämpftes Duell: Die Lohner Jakub Bürkle und Malte Beermann (rechts) im Zweikampf mit Augsburgs Ermedin Demirovic. Foto: WenzelUmkämpftes Duell: Die Lohner Jakub Bürkle und Malte Beermann (rechts) im Zweikampf mit Augsburgs Ermedin Demirovic. Foto: Wenzel

Das Pokalspiel in Lohne und seine Etappen

1. bis 15. Minute: Ein Start ohne große Aufreger. Augsburg hat Probleme mit der mannorientierten Defensive der bissigen Lohner, die auch selbst einmal aufs Tor schießen. Der Freistoß von Aaron Goldmann aus halbrechter Position landet in den Armen von Rafal Gikiewicz (14.). BWL hat's gut im Griff, Augsburg spielt fahrig, mit vielen langen Bällen.

16. bis 30. Minute: Die bislang etwas träge Angelegenheit nimmt an Fahrt auf. Nach der zweiten Augsburger Ecke von Arne Maier köpft Andre Hahn über das Tor (16.). Im Gegenzug ist Lohnes Jakub Bürkle frei durch, er wird aber zurückgepfiffen, Foulspiel (hohes Bein) – eine korrekte Entscheidung. Kurz danach landet ein Freistoß von Daniel Caligiuri in der BWL-Mauer (20.).

31. bis 45. Minute: Erste große Chance für Augsburg: Wieder Eckball, Caligiuri verlängert per Kopf am ersten Pfosten, am zweiten klärt Goldmann vor Hahn (32.). Der Ball klatscht an den Pfosten. Das war knapp – und der letzte Höhepunkt der ersten Halbzeit. 0:0 zur Pause, stark von BWL.

46. bis 60. Minute: Augsburg erhöht den Druck. Nach einer ersten Chance für Felix Uduokhai (48., Bollmann hält) trifft Maier zum 1:0 (51.). Er dreht einen Freistoß um die kleine Mauer, der Ball schlägt unten rechts ein. Danach hat Neuzugang Elvis Rexhbecaj das 2:0 auf dem Kopf, er zielt aber knapp vorbei (53.).

61. bis 75. Minute: BWL-Joker Rilind Neziri dreht auf. Seine scharfe Flanke verpassen Phil Sarrasch und Marek Janssen in der Mitte – es wäre aber Abseits gewesen (61.). Und Neziris 12-m-Schuss pariert Gikiewicz (63.). Augsburg präsentiert sich danach eiskalt. Pass von Jeffrey Gouweleeuw auf Florian Niederlechner, Ablage per Hacke auf Fredrik Jensen und der zuvor eingewechselte Finne erhöht auf 2:0 (69.).

76. bis 90. Minute: Die Partie ist entschieden, aber BWL hängt sich weiter voll rein. Beim FCA stechen indes auch die anderen Joker. Niederlechner trifft nach Vorlage von 16-Millionen-Mann Pepi und Jensen zum 3:0 (81.), ehe Maurice Malone nach unfreiwilliger Ablage von Christian Düker für das 4:0 sorgt (89.).


BW Lohne - FC Augsburg 0:4 (0:0)

  • BW Lohne: Bollmann - Düker, Beermann, Oevermann - Wengerowski (76. Prüne), Heskamp, Bürkle, Westerhoff - Goldmann (61. Sarrasch) - Schepp (52. Neziri), Janssen.
  • FC Augsburg: Gikiewicz - Bauer, Gouweleeuw, Uduokhai - Maier (87. Malone), Gruezo - Caligiuri, Rexhbecaj (61. Niederlechner), Iago (87. Zehnter) - Hahn (76. Pepi), Demirovic (61. Jensen).
  • Tore: 0:1 Maier (51.), 0:2 Jensen (69.), 0:3 Niederlechner (81.), 0:4 Malone (89.).
  • Zuschauer: 4150.
  • Schiedsrichter: Sven Waschitzki-Günther (Bremen). Fehlerfrei, hatte keine Probleme mit der fairen Partie, strittige Szenen gab's nicht.
  • Gelbe Karten: Beermann - Gouweleeuw.
  • Beste Spieler: Oevermann, Beermann - Jensen, Hahn.
  • Nächstes BWL-Spiel: Regionalliga-Start am Sonntag (7. Aug., 13.00 Uhr) gegen Phönix Lübeck.

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