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BW Lohne sagt Ja zu Ambitionen – und zum Spaß

Die Oberliga-Fußballer haben den Regionalliga-Aufstieg im Visier, machen sich dabei aber keinen Druck. Das Team hat in der Vorbereitung voll überzeugt.

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Vieles passt schon: Die Lohner Rilind Neziri (links) und Christopher Schepp im Testspiel gegen Atlas Delmenhorst (6:2). Foto: Schikora  

Vieles passt schon: Die Lohner Rilind Neziri (links) und Christopher Schepp im Testspiel gegen Atlas Delmenhorst (6:2). Foto: Schikora  

BW Lohne hat noch keine ganze Saison in der Fußball-Oberliga absolviert, aber die Lust auf eine Fortsetzung des sportlichen Aufschwungs mit einem Regionalliga-Aufstieg ist groß – wenn es auch nicht zwingend schon in der Saison 2021/22 passieren muss. Trainer Henning Rießelmann ist da vorsichtig, möchte seine Mannschaft behutsam weiterentwickeln und gezielt verstärken – was er allerdings zweifellos jetzt schon getan hat; der 38-jährige Dinklager ist in Personalunion auch Sportlicher Leiter bei den Blau-Weißen.

Als Coach hat er bei den Lohnern seit seinem Amtsantritt vor 2 Jahren schon mal für reichlich Aufbruchstimmung gesorgt. Als Rießelmann seinen Trainerjob an der Steinfelder Straße aufnahm, war gerade zum 2. Mal binnen 2 Jahren am letzten Spieltag der Oberliga-Aufstieg verpasst worden. Regionalliga? In Lohne zu der Zeit ein absolutes Fremdwort.

Aber mit einer starken Saison 2019/20 hatte BWL als Abbruch-Meister dann das Oberliga-Ticket in der Tasche. Und blieb im Herbst 2020 als Tabellenzweiter in allen 8 Oberliga-Spielen bis zur Neutralisierung der Serie ungeschlagen. Lohne hat am 1. Dezember 2019 zum letzten Mal ein Punktspiel verloren. Jetzt will das Team gegen die neun bekannten Gegner aus der Serie 20/21 den Einzug in die Meisterrunde 21/22 schaffen. Schaut man sich die dafür zur Verfügung stehende Mannschaft an, kann man konstatieren: Das kann gelingen.

BW Lohne: Hinten von links  Malte Wengerowski, Jonas Burke, Gerrit Menkhaus, Andrej Homer, Felix Oevermann, Kai Westerhoff, Christopher Schepp, Aaron Goldmann, Sandro Heskamp und Trainer Henning Rießelmann.brMitte von links Teammanager Scott van Kleef, Co-Trainer Jürgen Westendorf, Physiotherapeut Arnd vor dem Brocke, Leonard Bredol, Philipp Selke,
  Nico Gill, Thorsten Tönnies, Malte Beermann, Torwarttrainer Uwe Schumacher, Physiotherapeutin Pauline Prüne und Teammanager
 Danny Meyer.brVorne von links  Niklas Oswald, Jakub Bürkle, Christian Düker, Jan Leiber, Philip Kreimer, Christoph Bollmann, Jakob Sieve, Frank Placke, Lennard Prüne, Peter Sieve und Rilind Neziri. Foto: Schikora   brbrBW Lohne: Hinten von links  Malte Wengerowski, Jonas Burke, Gerrit Menkhaus, Andrej Homer, Felix Oevermann, Kai Westerhoff, Christopher Schepp, Aaron Goldmann, Sandro Heskamp und Trainer Henning Rießelmann.
Mitte von links Teammanager Scott van Kleef, Co-Trainer Jürgen Westendorf, Physiotherapeut Arnd vor dem Brocke, Leonard Bredol, Philipp Selke,
  Nico Gill, Thorsten Tönnies, Malte Beermann, Torwarttrainer Uwe Schumacher, Physiotherapeutin Pauline Prüne und Teammanager
 Danny Meyer.
Vorne von links  Niklas Oswald, Jakub Bürkle, Christian Düker, Jan Leiber, Philip Kreimer, Christoph Bollmann, Jakob Sieve, Frank Placke, Lennard Prüne, Peter Sieve und Rilind Neziri. Foto: Schikora   

Die Regionalliga Nord war – auch wenn sie bei BW Lohne aktuell Zukunftsmusik ist – in der Vorbereitung schon sehr präsent: Die letzten vier Testgegner kamen alle aus dieser Liga. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Lohner sich dabei sehr gut aus der Affäre gezogen haben. Atlas Delmenhorst beispielsweise wurde beim 6:2 so an die Wand gespielt, dass sich Atlas-Coach Key Riebau anschließend sogar im Kicker über den desaströsen Auftritt seiner Truppe beklagte.

Trainer Henning Rießelmann wollte die Mannschaft für diese Saison "etwas breiter aufstellen und gleichmäßiger besetzen, sodass wir jederzeit reagieren können". Also sollen die Spieler auf den Positionen 12 bis 16 jederzeit in die erste Elf aufrücken können. "Das ist uns auch sehr gut gelungen, wir haben sehr talentierte Spieler verpflichtet", berichtet Rießelmann. Credo: Man will junge Leute mit Perspektive. "Wir sind schon etwas breiter aufgestellt als in der letzten Saison", resümiert der Trainer.

Gleichwohl schmerzen die beiden Langzeitausfälle: Malte Beermann – seit dem letzten Punktspiel in Uphusen Ende Oktober mit einer Sprunggelenkverletzung außer Gefecht – und Andrej Homer (Achillessehnenriss) waren 2 absolute Leistungsträger in der vergangenen Saison.

Die Neuzugänge versprechen aber auch einiges. So hat Christian Düker vom Landesligisten SV Bevern gleich den zentralen Platz in der Dreierkette ergattert. Rießelmann beschreibt ihn als "schnell und zweikampfstark". Malte Wengerowski hat ebenfalls in der Vorbereitung überzeugt und könnte die Position rechts neben Düker übernehmen. Heimkehrer Thorsten Tönnies ragt als 30-Jähriger alterstechnisch aus dem Neuverpflichtungsschema heraus. "Er ist ein Allrounder, man sieht in jedem Training seine Klasse. Wir sind froh, dass wir ihn haben, er wird uns auf jeden Fall verstärken", sagt der Coach – entweder als Sechser oder auf den Außenbahnen.

Zwei Stürmer im Team erst mal gesetzt

Niklas Oswald hat derweil auf den Außenbahnen große Konkurrenz, aufgrund seiner Schnelligkeit könne er als Joker „eine echte Waffe sein“, so Rießelmann. Torwart Jakob Sieve aus der eigenen A-Jugend sei ein Keeper mit guter Perspektive, der auf Dauer die Oberliga packen würde. Leonard Bredol, vom Drittligisten SV Meppen gekommen, hat muskuläre Probleme und konnte erst in der Schlussphase der Vorbereitung das Training aufnehmen – also ist erst mal Geduld gefragt. Auch Jonas Burke hatte ein paar gesundheitliche Probleme, er sei ein sehr "wuchtiger und bulliger Stürmer", der ebenfalls eine Bereicherung sei.

Burke wird mit Nico Gill aber zunächst eine Jokerrolle zufallen, da Henning Rießelmann im Angriff Lennard Prüne und Christopher Schepp für gesetzt hält. "Beide harmonieren sehr gut miteinander, beide sind pfeilschnell", sagt Rießelmann, der generalisierend festhält: "Wir sind sehr zufrieden mit unserem Kader." Mit 23 einsatzbereiten Spielern sei man nicht überbesetzt: „Wir brauchen nach Corona und der langen Pause alle.“

Aus der ersten Elf des Vorjahres sind außerdem Torwart Christoph Bollmann, Felix Oevermann, Kai Westerhoff, der spielende Co-Trainer Sandro Heskamp, Rilind Neziri sowie Aaron Goldmann für den Trainer gesetzt; zugleich betont er, dass von den anderen Spielern viel Druck komme. Rießelmann betont außerdem, dass mit Philipp Selke ("ein absoluter Kämpfer – auch ein Startelf-Kandidat") insgesamt ein halbes Dutzend Eigengewächse vorne dabei seien.

Seit Jahren eine feste Größe im BWL-Team: Kai Westerhoff, hier rechts gegen den FC Oberneuland. Foto: Schikora Seit Jahren eine feste Größe im BWL-Team: Kai Westerhoff, hier rechts gegen den FC Oberneuland. Foto: Schikora 

Arbeiten müsse das Team noch an der Mentalität und der Handlungsschnelligkeit. Auch im Bereich Gegenpressing und Positionswechsel seien noch Fortschritte drin – um für den Gegner unberechenbarer zu sein.

Man stehe ansonsten für einen „technisch ambitionierten Fußball“, mit dem man schnell zum Torabschluss kommen wolle; und das fange im bevorzugten 3-5-2-System schon hinten an. Da habe man sich nach Henning Rießelmanns Beobachtung in den beiden letzten Jahren auch "kontinuierlich gesteigert". Dies habe man in den Testspielen gegen einige Regionalligisten gesehen. Rießelmann: "Da können wir schon mithalten." Allerdings würde es gegen jeden Gegner Probleme geben, wenn man nicht 100 Prozent gebe.

Mit der Oberliga hat sich Henning Rießelmann sehr intensiv beschäftigt. Die Gegner hätten in der Qualität noch mal massiv zugelegt. Das Gerangel um die ersten 5 Plätze dürfte schon extrem groß werden. "Wir wollen so früh wie möglich in die ersten Fünf reinrutschen – das ist unser übergeordnetes Ziel. Und dann wollen wir schauen, was möglich ist." So lange oben mitspielen, wie es geht – dieses Motto gibt Rießelmann aus und ergänzt: "Meine Spieler sind hungrig auf mehr."


  • Info: Der "Anstoß 21/22" der Oldenburgischen Volkszeitung mit den Vereinen aus dem Landkreis Vechta gibt es als ePaper in der App und hier im Online-Kiosk.

Rießelmann möchte dabei jene gewachsene Gelassenheit, die er bei sich selber in den letzten Jahren beobachtet hat, gerne an seine Spieler weitergeben. "Natürlich wollen wir irgendwann mal eine Klasse höher spielen. Aber es kann auch mal ein oder 2 Jahre länger dauern. Das Schöne ist, dass man in Lohne in aller Ruhe arbeiten kann." Rießelmann sprach von perfekten Bedingungen. Er spüre das Vertrauen vom Vorstand und von Fußballchef Manuel Arlinghaus.

Der Trainer möchte bei allen Ambitionen auch, "dass die Spieler mit Spaß für BW Lohne Fußball spielen und sich wohlfühlen in der Gruppe". Man habe sich sehr schnell und gut entwickelt und werde weiter versuchen, die talentiertesten Spieler der Region nach Lohne zu holen.

Henning Rießelmann gibt aber zu bedenken: "Wir fangen jetzt wieder bei Null an. Und wenn es erst in 3 oder 4 Jahren zum Aufstieg reicht, dann ist es auch okay. Aber ich glaube, belächelt werden wir für dieses Ziel nicht mehr." Auch der deutlich gestiegene Zuspruch der Fans bestärken Rießelmann und Co. darin, diesen Weg weiterzugehen.


Kader BW Lohne

  • Abgänge: Claude Videgla (TuS Bersenbrück), Bernard Suffner (ACV Assen), Tom Behrendt (TV Dinklage), Gino Lago-Bentron (Eintracht Rheine), Leo Kamke (SFN Vechta), Martin Kaufmann (Hansa Friesoythe), Felix Schumacher (studienbedingte Pause).
  • Zugänge: Thorsten Tönnies (SSV Jeddeloh), Christian Düker (SV Bevern), Niklas Oswald (TuS Bersenbrück), Jonas Burke (Eintracht Rheine), Malte Wengerowski (Bor. Dortmund U 23), Leonard Bredol (SV Meppen), Jakob Sieve (eigene A-Jugend).
  • Tor: Christoph Bollmann (30), Philip Kreimer (30), Jakob Sieve (18).
    Abwehr: Malte Beermann (29), Kai Westerhoff (27), Christian Düker (26), Frank Placke (30), Felix Oevermann (26), Leonard Bredol (20), Malte Wengerowski (20).
  • Mittelfeld: Andrej Homer (28), Niklas Oswald (23), Philipp Selke (22), Jan Leiber (21), Sandro Heskamp (27), Jakub Bürkle (28), Aaron Goldmann (27), Thorsten Tönnies (30), Rilind Neziri (26), Gerrit Menkhaus (27), Peter Sieve (20).
  • Angriff: Christopher Schepp (21), Lennard Prüne (26), Nico Gill (26), Jonas Burke (23).
  • Trainer: Henning Rießelmann (38), seit 2019.
  • Saisonziel: Qualifikation für die Meisterrunde.
  • Meistertipp: FC Germania Egestorf/Langreder, Heeslinger SC, SC Spelle-Venhaus.

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