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BW Lohne genießt den Triumph – und denkt schon weiter

Nach dem Regionalliga-Aufstieg der Fußballer gab's einen Feiermarathon und viele Glückwünsche. Am Sonntag geht's nach Ramlingen, dann folgt das große Pokalfinale.

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Der Pulk der Aufsteiger: BW Lohne nach dem Abpfiff. Foto: Schikora

Der Pulk der Aufsteiger: BW Lohne nach dem Abpfiff. Foto: Schikora

Die Party bei BW Lohne war auch am Donnerstag noch nicht zu Ende. Nach dem geschafften Aufstieg in die Fußball-Regionalliga am Mittwochabend mit dem rauschhaften 8:1 (3:0)-Sieg gegen Arminia Hannover und dem passenden Emder 2:2 gegen Wolfsburg hatte die Lohner Oberliga-Mannschaft im Stadion die Nacht zum Tag gemacht. Am nächsten Morgen war dort wieder Treffpunkt zum Frühschoppen. „Das muss man dann auch richtig feiern“, sagte Trainer Henning Rießelmann, der selbst erst mal Entspannung und Ruhe bei einem Spaziergang in Dinklage suchte.

Die Lage nach dem Aufstieg: Der 39-Jährige schaute zurück: „Es war ein großartiger Tag mit einem perfekten Drehbuch. Das sollen jetzt alle auch genießen.“ Aber Henning Rießelmann, der mit BWL in seiner dritten Saison den zweiten Aufstieg realisierte, wäre nicht Henning Rießelmann, wenn er nur auf das Erreichte zurückschauen würde. Er dachte schon über die weitere Zukunft nach. „Wenn wir dann gegen den VfB Oldenburg oder VfB Lübeck, Weiche Flensburg, HSV II oder Werder II spielen, ist das schon noch mal etwas anderes.“ Er wolle erst mal alles sacken lassen, die Lage analysieren und dann Schlüsse ziehen. Wichtig sei es, demütig und auf dem Boden zu bleiben. Auch über seine persönliche Zukunft und über ein viertes Trainerjahr bei BW Lohne „werde ich mir in Ruhe Gedanken machen“. Die Daten für die neue Saison hat er gleichwohl schon im Kopf. Am 30./31. Juli beginnt die Saison in der Regionalliga Nord, zeitgleich findet die erste Runde im DFB-Pokal statt. Wo die Lohner auch gerne dabei sein möchten.

Glückwünsche ohne Ende: Nach dem triumphalen Auftritt der Lohner Mannschaft vor 1500 Fans kamen Gratulationen von allen Seiten, vor allem in der Facebook-Gruppe der Oberliga. Landesligist GW Mühlen verfasste ein eigenes Instagram-Posting. Trainer David Riesner vom Bezirksligisten SFN Vechta schickte als früherer BWL-Coach seinen Glückwunsch direkt nach dem eigenen Punktspiel gegen den SV Altenoythe. Der künftige Liga-Rivale VfB Lübeck schrieb: „Moin, BW Lohne. Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg in die Regionalliga Nord. Wir freuen uns, euch bald hier begrüßen zu dürfen. Seit dem letzten Mal vor 34 Jahren hat sich ein bisschen was getan.“ Auch der VfB Oldenburg und VfV Hildesheim schickten auf diesem Wege Grußbotschaften. Der Emder Coach Stefan Emmerling, der jetzt am Sonntag sogar noch um Platz zwei und die Aufstiegsrelegation zittern muss, sandte noch am Abend eine Sprachnachricht an Henning Rießelmann und sagte darin: „Ich muss sagen, die beste Mannschaft ist Tabellenführer und zu Recht aufgestiegen. Herzlichen Glückwunsch dafür. Lasst es krachen und feiert schön. Wir telefonieren morgen.“ Schon in der Nacht erhielt Rießelmann eine Flut von Nachrichten. Sein Kommentar: „Mein Handy explodiert.“

Unterwegs in Lohne: Der vom Trecker gezogene Planwagen mit der Mannschaft am Donnerstagnachmittag. Foto: HahnUnterwegs in Lohne: Der vom Trecker gezogene Planwagen mit der Mannschaft am Donnerstagnachmittag. Foto: Hahn

Die nächsten Termine: Für den zweiten großen Traum DFB-Pokal will sich die Mannschaft am Samstag nächster Woche (21. Mai, 16.40 Uhr) im Niedersachsen-Pokalfinale in Hannover gegen den Liga-Konkurrenten Heeslinger SC – kann jetzt noch an Emden vorbeiziehen – qualifizieren. Schon fast 600 Tickets hat der Verein für das Endspiel verkauft. Es deutet sich Lohner Heimspiel-Atmosphäre in der Eilenriede an. Sollte BWL in den DFB-Pokal einziehen, würde der Punktspielstart verschoben werden.

Doch vorher gilt es noch, den Punktspielabschluss inklusive Meisterehrung an diesem Sonntag (15.00 Uhr) beim SV Ramlingen zu absolvieren. „Da werden wir ein bisschen rotieren“, sagte der BWL-Trainer. Er wird einigen Spielern eine Pause gönnen und dafür Akteure bringen, die in den vergangenen, kraftraubenden Wochen eher in der zweiten Reihe standen. Die Lohner können das in aller Ruhe und ohne Druck von außen tun, denn für Ramlingen geht es im letzten Punktspiel wie für BWL sportlich um nichts mehr.

Dritte Verstärkung ist da: Henning Rießelmann ist sich mit Blick auf 2022/23 im Klaren: „Wir brauchen schon noch ein bisschen Verstärkung. Aber wir halten die Truppe zusammen, 19 Spieler bleiben. Am Ende werden wir auch auf die setzen, die aufgestiegen sind – plus sinnvolle Verstärkungen. Drei haben wir schon mal, ein, zwei werden vielleicht noch dazukommen.“ Als dritter Zugang nach Marek Janssen (Atlas Delmenhorst) und Lennard Massmann (SW Essen) wurde Bennet van den Berg (23/FC St. Pauli II) verpflichtet. Der Bramscher ist in der Offensive vielseitig einsetzbar. Van den Berg absolviert an der Euro-Fachhochschule ein Fernstudium (Digital Business Management). Er hat in der Jugend bei Twente Enschede, beim VfL Osnabrück und für Werder Bremen gespielt. Henning Rießelmann stand seit zwei Jahren im engen Austausch mit Bennet van den Berg und sagt: „Er passt perfekt in unsere Mannschaft.“

Am Ziel: Trainer Henning Rießelmann. Foto: SchikoraAm Ziel: Trainer Henning Rießelmann. Foto: Schikora

Dank von Manuel Arlinghaus: Derweil sprach Fußball-Abteilungsleiter Manuel Arlinghaus, der am Donnerstagmorgen schon wieder beim Team war, allen BWL-Beteiligten – von den Kassierern bis zu den Gastronomie-Kräften – seinen Dank aus. Klar sei die sportliche Leitung für den Erfolg hauptverantwortlich und er sei „heilfroh“, damals mit Henning Rießelmann diesen Weg eingeschlagen zu haben. Aber es sei auch schön, dass alles so gut zusammenpasse. Für die Regionalliga gelte es jetzt, mit dem Ziel Klassenerhalt alle Kräfte zu bündeln.

Eine finale Empfehlung: Bernd Stärk, BWL-Torjäger-Institution der 1970er und 1980er Jahre aus Rüschendorf, gab beim Spiel gegen Arminia Hannover noch eine Empfehlung. Man brauche eigentlich gar nicht nach Bremen zu fahren. Hochklassiger Fußball werde doch in Lohne geboten. Korrekt. Und erfolgreich ist er auch noch.

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