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BW Lohne bei St. Pauli II: Drei Tore, zwei Platzverweise und ein Punkt

Der Fußball-Regionalligist hat beim 3:3 bei der Zweitliga-Reserve einen intensiven Nachmittag erlebt. Der Doppeltorschütze flog dabei kurios vom Platz.

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Geteilte Abwehrarbeit: Phil Sarrasch (links) und Christian Düker gegen den FC St. Pauli. Beide flogen vom Platz. Foto: FC St. Pauli

Geteilte Abwehrarbeit: Phil Sarrasch (links) und Christian Düker gegen den FC St. Pauli. Beide flogen vom Platz. Foto: FC St. Pauli

Wenn es darum ging, das letzte Wort zu haben, dann mussten die Regionalliga-Fußballer von BW Lohne in der jungen Saison bislang immer zurückstecken. Bis Sonntag. In der Schlussphase eines wilden Spiels, in dem Lohne mit 2:1 geführt hatte und später mit 2:3 zurücklag, machte sich Phil Sarrasch sportlich zu einer Art „Matchwinner light“. Gewonnen wurde nämlich nicht. Aber der Lohner wendete mit einer herausragenden Einzelleistung zum 3:3 (2:1)-Endstand beim FC St. Pauli II die dritte bittere Niederlage der Lohner ab und bescherte ihnen den ersten Punkt.

Als der erlösende Schlusspfiff ertönte, stand Phil Sarrasch aber nicht mehr auf dem Platz. Im Jubelwahn hatte er eine der vier Eckfahnen im Norderstedter Edmund-Plambeck-Stadion abgetreten und dafür von Schiedsrichter Luca Sambill die Gelb-Rote Karte gezeigt bekommen. Zuvor war auch schon BWL-Verteidiger Christian Düker wegen einer Notbremse mit Rot vom Platz geflogen (78.). Und doch reichte es zum Remis.

„Das war ein bärenstarker Auftritt von uns“, lobte Trainer Henning Rießelmann. „Wir haben hier mit einem Riesen-Riesen-Aufwand ein Unentschieden geholt.“ Und dies sei auch „mehr als verdient“ gewesen, zumal Lohne seinen bislang besten Auftritt hingelegt habe.

Viel los im BWL-Strafraum: Eine Szene aus Norderstedt. Foto: FC St. PauliViel los im BWL-Strafraum: Eine Szene aus Norderstedt. Foto: FC St. Pauli

Vier Tage nach dem kräftezehrenden Duell gegen Werder Bremen II (1:2) präsentierten sich die Lohner, die zu ihrem ersten Regionalliga-Auswärtsspiel mit ihrem neuen Teambus inklusive XXL-BWL-Logo angereist waren, sehr gut erholt. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase dominierten die Gäste das Spiel in der 82.500-Einwohnerstadt Norderstedt nördlich von Hamburg. Der FC St. Pauli II, der in Mittelfeldspieler Franz Roggow einen Akteur aus dem Kader der Zweitliga-Mannschaft aufbot, hatte hinten viel zu tun.

Die ersten beiden Versuche von Bennet van den Berg (3.) und Kai Westerhoff (13.) konnte die Abwehr der Hausherren noch blocken, aber Lohnes dritte Chance saß: Westerhoff bediente Phil Sarrasch mit einem schönen Chipball – und der Flügelspieler traf im Liegen zum 1:0, nachdem er sich den Ball ergrätscht hatte (15.).

Der Führungstreffer gab den Blau-Weißen noch mehr Rückenwind. Lohne presste früh und zeigte nach Ballgewinnen schönen Kombinationsfußball. Jedes Mal, wenn BWL ins vordere Drittel kam, wurde es gefährlich. Das 2:0 lag bei weiteren Gelegenheiten von Westerhoff (20., geblockt), Malte Beermann (21., drüber) und Sarrasch (22., Lupfer aus der Distanz) in der Luft – es fiel aber nicht.

Für den Ausgleichstreffer wurde die Floskel „aus dem Nichts“ erfunden: Bei einem in dieser Phase seltenen Angriff der St.-Pauli-Reserve stimmte die Zuordnung in der Lohner Abwehr nicht, sodass Serhat Imsak völlig freistehend zum 1:1 einschieben konnte (38.). Aber nur wenige Augenblicke später ging Lohne erneut in Führung: Bennet van den Berg, der bis zu diesem Sommer noch für St. Pauli II gespielt hat, schoss nach einem schönen Steckpass von Aaron Goldmann zum 2:1 ein (39.).

Zwei Kopfbälle schocken Lohne

BWL spielte im zweiten Abschnitt gut weiter, fing sich nach einer Doppelchance von Gianluca Przondziono, der Marek Janssen in der Startformation ersetzte, und Westerhoff (54.) aber den Ausgleich durch einen Imsak-Kopfball – 2:2 (60.). Die Schlussphase verlief turbulent. Nach St. Paulis Führungstor durch einen Kopfball von John Posselt (82.) sah es schon wieder so aus, als bliebe Lohne ohne Lohn.

Aber dann startete Sarrasch rechts einen Sololauf, den er mit einem Schuss aus spitzem Winkel ins lange Eck zum 3:3 abschloss. BWL jubelte los. Auch nach dem Spiel schwärmte Rießelmann noch: „Was für eine Aktion von ihm! Absoluter Wille!“ Nur die Eckfahne musste drunter leiden.

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