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BW Langförden gewinnt erneut den VEC-Kreispokal

RW Visbek und der Titelverteidiger lieferten sich vor 750 Zuschauern ein packendes Endspiel. Nach 90 Minuten stand es 3:3, im Elfmeterschießen siegte BWL dann mit 5:4.

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Kreispokalsieger 2022: Langfördens Kapitän Andre Wohlers (mit Pokal) und seine Teamkollegen bei der Siegerehrung in Visbek. Foto: Schikora

Kreispokalsieger 2022: Langfördens Kapitän Andre Wohlers (mit Pokal) und seine Teamkollegen bei der Siegerehrung in Visbek. Foto: Schikora

Um 16.58 Uhr, als Langfördens Keeper Silas Meyer in einer riesigen Jubeltraube fast erdrückt wurde, gab's auch in der freudetrunkenen BWL-Fankurve kein Halten mehr. Bengalos wurden gezündet, dazu diverse Raketen und Böller – das volle Programm. Ein spektakulärer, dramatischer Fußball-Nachmittag am Vatertag hatte einen Sieger gefunden, und der hieß BW Langförden. Der Tabellenzweite der Kreisliga gewann das Kreispokal-Finale bei RW Visbek mit 5:4 im Elfmeterschießen; nach regulärer Spielzeit, nach 90 temporeichen, kurzweiligen Minuten, hatte es 3:3 (0:1) gestanden. BWL gelang damit eine erfolgreiche Titelverteidigung, es war zudem der dritte Kreispokal-Triumph nach 2013 und 2021.

Als Matchwinner in der blau-weißen Party-Gesellschaft durfte sich Silas Meyer feiern lassen. Langfördens Torwart hatte den zehnten und letzten Elfmeter des Tages von Fabian Meyer pariert. Visbeks Abwehrchef, zuvor Torschütze zum 1:2 und 3:2, avancierte damit zur tragischen Figur des Endspiels – unmittelbar nach dem Fehlschuss fiel er zu Boden und war nur schwer zu trösten.

„Elfmeterschießen ist ja reine Glückssache, und heute hatten wir das Glück auf unserer Seite“, meinte Langfördens Trainer Peter Siemer. Vier BWL-Elfmeter waren perfekt geschossen, beim fünften war Visbeks Keeper Finn Feldhaus dran.

Die Entscheidung: Langfördens Torwart Silas Meyer hält den Elfmeter von Visbeks Fabian Meyer. Foto: SchikoraDie Entscheidung: Langfördens Torwart Silas Meyer hält den Elfmeter von Visbeks Fabian Meyer. Foto: Schikora

Siemer konnte nach der ersten Party-Etappe im Strafraum sein Glück kaum fassen. „Wir waren mausetot. Unglaublich, dass wir uns in der Nachspielzeit noch ins Elfmeterschießen retten konnten“, sagte er und meinte damit das späte 3:3 von Stefan Sieverding (90.+1), der den Ball nach Vorlage von Andre Wohlers aus 16 Metern ins obere Eck drehte. „Nach dem Ding waren wir natürlich mental oben“, so Siemer. Dass sein Team zuvor vor einer prächtigen Final-Kulisse von 750 Zuschauern ein 2:0 verspielt hatte und in der Schlussphase plötzlich mit 2:3 zurücklag, kommentierte der zweimalige Pokalsieger-Coach so: „Wir standen viel zu tief – und Visbek hat's auch echt gut gemacht.“

In der Tat. RW Visbek, aktuell Vierter in der Kreisliga, aber noch mittendrin im Vizemeister-Rennen, zeigte ein starkes Spiel. „Das beste Spiel seit Wochen, vielleicht sogar in dieser Saison“, sagte Coach Andreas Marischen, der nach dem Elfmeter-K.o. natürlich enttäuscht war („Wir waren so dicht dran am Titel“), aber sofort das Positive zu Protokoll gab: „Ich bin stolz auf die Jungs. Nach einem 0:2, das du direkt nach der Pause kriegst, so zurückzukommen und daraus ein 3:2 zu machen, ist überragend.“

Mit Ausnahme von zwei kleinen Nachlässigkeiten in der Abwehr, die Langförden zu zwei Toren durch Alexander Gerken (41.) und Andre Wohlers (47., nach Traumpass von Markus Lüsse) nutzte, war Visbek ab der 20. Minute die bessere Mannschaft. RWV, das erstmals im Kreispokal-Finale stand, war bissig in den Zweikämpfen und bremste den Titelverteidiger mit einer guten Ordnung konsequent aus.

Laufduell unter Beobachtung: Visbeks Dennis Jex (links) gegen den Langfördener Louis Scheele. 750 Zuschauer sahen das Endspiel. Foto: SchikoraLaufduell unter Beobachtung: Visbeks Dennis Jex (links) gegen den Langfördener Louis Scheele. 750 Zuschauer sahen das Endspiel. Foto: Schikora

Nicht nur das: Visbek setzte auch offensive Akzente. Marcel Brink jagte den Ball aus 25 Metern an die Latte (30.), den Abpraller setzte Dennis Jex zehn Sekunden später an den Pfosten, ehe Bjarne Dasenbrock nach gut einer Stunde den dritten Alu-Treffer verbuchte (62., Oberkante Latte nach Ecke). Die vierte Großchance hatte Fabian Meyer, der mit einem Freistoß aus acht Metern nur die Mauer traf (67., nach Verstoß gegen die Rückpassregel). Langförden, gut einen Monat zuvor in der Liga 5:1-Sieger in Visbek, wankte.

Dieser Eindruck verstärkte sich durch Visbeks Treffer von Meyer (54., Kopfball nach Ecke) und Ögun Cakrak (75.) zum 1:2 bzw. 2:2. Und als Meyer seine Lufthoheit beim 3:2 erneut untermauerte (83., Kopfball nach Freistoß), deutete alles auf eine rot-weiße Party hin. Stefan Sieverding, nicht gerade als Torjäger bekannt, legte aber das BWL-Veto ein, Visbek war zu diesem Zeitpunkt nach der Gelb-Roten Karte für Finn Kenkel (86.) nur noch zu zehnt. Schlusswort von Andy Marischen: „Es war ein richtig geiles Spiel.“ Und am Ende musste es einen Verlierer geben.

Kreispokalsieger 2022: BW Langförden. Foto: SchikoraKreispokalsieger 2022: BW Langförden. Foto: Schikora

RW Visbek - BW Langförden 3:3, i.E. 4:5

  • RW Visbek: F. Feldhaus - Bruns (66. Reinke), F. Meyer, Hammersen, L. Feldhaus - Brink (77. Ripke), Dasenbrock (66. Wilke), Kenkel, T. Lübberding - Jex (63. Tytman) - Cakrak.
  • BW Langförden: S. Meyer - M. Gerken, Ostmann, Kröger - A. Gerken (81. Sieverding), Wübbelmann (85. Stadtholte), Jansen, Scheele - Hellmann (46. Lüsse), Holtvogt (63. Kenkel), Wohlers.
  • Tore: 0:1 A. Gerken (41.), 0:2 Wohlers (47.), 1:2 Meyer (54.), 2:2 Cakrak 75.), 3:2 Meyer (83.), 3:3 Sieverding (90.+1).
  • Elfmeterschießen: 0:1 Kröger, 1:1 Reinke, 1:2 Wohlers, 2:2 Ripke, 2:3 Kenkel, 3:3 Wilke, 3:4 Ostmann, 4:4 Hammersen, 4:5 Lüsse, F. Meyer scheitert an S. Meyer.
  • Zuschauer: 750.
  • Gelbe Karten: Hammersen, Kenkel, Cakrak - Jansen, Lüsse.
  • Gelb-Rote Karte: Kenkel (Visbek/86., Foulspiel).

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