Nein. Roman Fress ist kein Mann der großen Worte, keiner der das Rampenlicht wählt, um Sprüche zu klopfen. Er zeigt seine Qualitäten dort, wo es drauf ankommt, wenn man Profiboxer ist: im Ring. 15 Kämpfe, 15 Siege, 9 davon durch K.o. – so lautet die beeindruckende Bilanz des Cruisergewichtlers, der in Garrel lebt. Am Samstagabend trifft der 28-Jährige in Magdeburg auf Armend Xhoxhaj. Auf der Seebühne möchte er am späten Abend zum zweiten Mal seinen WBO-Intercontinental-Titel verteidigen.
Sein Gegner spuckte bei der Pressekonferenz – anders als Roman Fress – große Töne. Nachdem der Garreler erzählt hatte, dass er vermehrt auf Mentaltraining setzt, antwortete Xhoxhaj: „Ich mache das nicht, schließe nicht meine Augen und stelle mir Dinge vor. Ich bin in der Realität. Das Wunder wird Roman erleben, wenn er aufwacht, am Boden ist und wir den Gürtel mit nach Nürnberg nehmen.“
Die Ankündigung des Kosovo-Albaners (13 Siege, 2 Niederlagen) lässt Roman Fress kalt. Er sagt dazu nur: „Ich kann mir vorstellen, dass nicht ich es bin, der sich wundern wird, sondern er.“ Schließlich weiß Fress, was er kann. Dank seiner Erfolge ist der zweifache Familienvater im Cruisergewicht mittlerweile die Nummer 4 in Deutschland. In den Ranglisten der wichtigen Weltverbände WBO, IBF und WBA ist er darüber hinaus jeweils unter den Top 10 zu finden.
„Die werden sicher für Stimmung wie in einem Fußballstadion sorgen."Roman Fress, Profiboxer aus Garrel
Den Interconti-Titel hatte sich der Mann aus Kasachstan im Juni 2021 gegen den Belgier Kamel Kouaouch gesichert und wenige Monate später gegen Luca D’Ortenzi aus Italien verteidigt. Natürlich möchte er den Gürtel auch nach dem Duell gegen Armend Xhoxhaj wieder um seine Hüfte legen. Dann wäre er seinem großen Traum, so schnell es geht um einen WM-Titel zu boxen, ein weiteres Stück näher gekommen.
Roman Fress rechnet damit, dass Xhoxhaj sein Glück in der Offensive suchen wird. „Technisch ist er mir unterlegen, daher wird er versuchen, Druck aus der Mitteldistanz zu erzeugen. Darauf bereite ich mich mit meinem Trainer Robert Stieglitz aber natürlich intensiv vor“, so Fress.
Der Garreler freut sich riesig darauf, seine Qualitäten am Samstag vor 2000 Zuschauern „Open air“ auf der Magdeburger Seebühne präsentieren zu können. In seiner ganz speziellen Fanecke werden rund 150 Familienangehörige, Freunde und Bekannte sitzen – „bewaffnet“ mit mindestens einer Trommel. „Die werden sicher für Stimmung wie in einem Fußballstadion sorgen“, sagt Roman Fress.
Weil er einen der beiden Hauptkämpfe des Abends bestreitet, rechnet er damit, dass sein Kampf erst nach 23 Uhr beginnen wird. Dennoch wird er hellwach sein und alles dafür tun, dass sein Gegner Armend Xhoxhaj aus Nürnberg nach dem Duell keine großen Töne mehr spuckt.
Info: Im MDR-Fernsehen wird der Kampf von Roman Fress am Samstagabend live gezeigt. Die Übertragung beginnt um 22.45 Uhr.