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Blätterwaldstadion und Haus Morgenstern

Ordensschwester Beda Siewe aus Lohne spricht bei ihrem Heimatbesuch über die Hilfe von "Sportler gegen Hunger", den Hopener Wald und „Ikhwezi Mphatlalatsane“.

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Ein Stück Heimat an der Wand: Schwester Beda Siewe aus Lohne vor dem Bild vom Hopener Wald, das sie selbst gemalt hat. Ihr Heimaturlaub, der erste seit 2018, dauerte zwei Monate. Foto: Boning

Ein Stück Heimat an der Wand: Schwester Beda Siewe aus Lohne vor dem Bild vom Hopener Wald, das sie selbst gemalt hat. Ihr Heimaturlaub, der erste seit 2018, dauerte zwei Monate. Foto: Boning

Am Ende des Gesprächs im Wohnzimmer in Lohne fällt der Blick auf das Bild an der Wand. „Das ist der Hopener Wald“, sagt Schwester „Beda“ Theresia Siewe: „Da haben wir als Kinder immer Fußball gespielt. Zu mir haben sie ‚Fritz Walter‘ gesagt. Der Hopener Wald war unser ‚Blätterwaldstadion‘, so haben wir es damals genannt.“ Das Besondere an dem Bild: Beda Siewe, die im November 1970 nach Südafrika ging und seit 1973 Ordensschwester ist, hat es selbst gemalt. Ein kleines Kunstwerk. Die gebürtige Lohnerin, seit Mitte November 79 Jahre alt, lächelt beim Kompliment für das Bild. „Die Malerei ist ein Hobby von mir geworden“, sagt sie. Und da bot es sich einfach an, den Hopener Wald, ein Stück Heimat, auf die Leinwand zu bringen.

Die anderen Themen, die an diesem Vormittag in Lohne auf den Tisch kommen, sind ernster. „Corona hat uns schwer getroffen“, berichtet Beda Siewe während ihres zweimonatigen Heimaturlaubs, den sie seit 2012 alle drei Jahre machen kann. „Ohne die Hilfe von ‚Sportler gegen Hunger‘ wären wir aufgeschmissen gewesen. Die Spende war für uns eine große Hilfe in Pandemie-Zeiten.“

Mit „uns“ meint sie die Heilig-Kreuz-Schwestern aus Pretoria, die sich in der Township Aliwal North nicht nur um die Kinder der Holy Cross Primary School kümmern. In ihrer Tagesstätte Ikhwezi Mphatlalatsane („Haus Morgenstern“) betreuen sie arme Senioren und Seniorinnen. „Die Alten leben meist alleine, die jungen Leute zieht's ja in die Städte“, berichtet Beda Siewe.

„Allen Sportlern möchte ich ganz herzlich für die Hilfe danken“Schwester Beda Siewe

In Zeiten von Corona durften sich nur 25 statt 45 bis 50 Senioren in der Tagesstätte aufhalten. Die Zuschüsse vom Staat wurden prompt gekürzt, aber alle Senioren brauchten dringend Hilfe bei der Körperpflege und der Einnahme der Medikamente, Beschäftigung im Alltag sowie Essen. Die Mahlzeiten wurden nach Hause geliefert, dank der SgH-Unterstützung (10.000 Euro) konnten die Schwestern und ihre Helferschar das Angebot halbwegs aufrechterhalten. „Allen Sportlern möchte ich ganz herzlich für die Hilfe danken“, sagt Beda Siewe, die ihre Mitschwester Gerda Herbrügge aus Lutten bis zu deren Tod im Sommer 2018 im „Holy Cross Home“ in Pretoria gepflegt hat.

In der Tagesstätte, die mit viel Beharrlichkeit in einer ehemals heruntergekommenen Gemeindehalle entstanden ist, wurden auch wieder Pullover und Schals für die Kinder der Holy-Cross-Schule produziert. Die Arbeit im Gemüsegarten bereitet den Senioren ebenfalls viel Freude. Und welche Spiele werden gespielt? „Mühle und Mensch ärgere dich nicht“, sagt Beda Siewe mit einem Schmunzeln. Bleibt beim letzten Blick auf das Bild vom Hopener Wald noch die Frage nach der Heimat? „Das Herz ist hier in Lohne“, sagt Beda Siewe, „aber ich gehöre nach Südafrika.“

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