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Bitterer Rückschlag für das Rumpfteam

Rasta Vechta verliert auch sein zweites Spiel beim BBL-Finalturnier. Hier die Reaktionen zum 59:63 gegen die Skyliners Frankfurt.

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Frust pur: Michael Kessens (Nr. 6) und Co. nach dem 59:63 gegen Frankfurt. Foto: nph / Voigt-Hübner

Frust pur: Michael Kessens (Nr. 6) und Co. nach dem 59:63 gegen Frankfurt. Foto: nph / Voigt-Hübner

Die Prognosen von Akeem Vargas und Quantez Robertson im Vorfeld des Schlüsselspiels in Gruppe B ließen erahnen, dass es an Tag sechs des Finalturniers der Basketball-Bundesliga erst mal nichts für Feinschmecker gibt. Angesprochen auf ihre Erwartungen für die Partie gegen Rasta Vechta, benutzten die mit allen Wassern gewaschenen Routiniers der Skyliners Frankfurt das Wort „Dogfight“ – und sie meinten damit einen Kampf auf Biegen auf Brechen, ein hartes Ringen, ein hässliches Spiel. Gesagt, getan. Frankfurt gegen Vechta – das war in der Tat schwere Kost, die am Ende nur einem Widersacher gut schmeckte, und zwar den Hessen. Rasta Vechta verlor am frühen Donnerstagabend auch sein zweites Match beim BBL-Event „Final 10“ in München und benötigt nach dem bitteren 59:63 (34:31) gegen die Skyliners ein kleines Wunder, um noch das Viertelfinale zu erreichen.

Max DiLeo, Rastas Vorzeigekämpfer, der mal wieder alles gab und einiges einstecken musste, richtete den Blick ruck, zuck nach vorne. „Wir glauben noch daran, ich habe noch Hoffnung“, sagte der erschöpfte Verteidigungsminister kurz nach der Schlusssirene. Die Fakten: Rasta ist in der Tabelle der Gruppe B mit nunmehr 0:4 Punkten ins Hintertreffen geraten. Zwei Vorrundenspiele bleiben noch, am Samstag (20.30 Uhr) gegen Pokalsieger Alba Berlin und Montag (16.30 Uhr) gegen den ehemaligen Serienmeister Brose Bamberg. Rasta ist mit seinem zehnköpfigen Rumpfteam zweimal krasser Außenseiter. Stand jetzt, deutet einiges daraufhin, dass Rasta am Dienstagabend im Spiel um Platz neun ran muss.

"Wir bleiben positiv."Rastas Josh Young

„Wir bleiben positiv“, versicherte Rastas Josh Young vor dem Abendessen im Leonardo Royal Hotel, dem Quarantäne-Quartier der zehn Teams. Coach Pedro Calles wollte nach dem Spiel nicht über tabellarische Konstellationen oder mögliche Schützenhilfe reden. „Ich denke nur an Alba“, sagte der Spanier: „Und daran, wie wir uns jetzt gut erholen und möglichst gut vorbereiten.“

Unter Druck: Rastas Ish Wainright gegen Quantez Robertson. Foto: nph  Voigt-HübnerUnter Druck: Rastas Ish Wainright gegen Quantez Robertson. Foto: nph / Voigt-Hübner

Letzteres ist kompliziert. Kapitän Young ist angeschlagen, er zog sich im Ludwigsburg-Spiel eine Knieblessur zu, trainierte vor dem Match gegen Frankfurt drei Tage lang gar nicht und biss dann auf die Zähne. „Josh weiß, wie wichtig er für das Team ist. Deshalb wollte er unbedingt spielen, deshalb hat er gespielt“, sagte Calles. Grundsätzlich hielt er fest: „Natürlich bin ich nicht froh über das Ergebnis, aber ich bin sehr zufrieden mit der Vorstellung meiner Mannschaft in Sachen Kampf. Dass dann am Ende die Körner fehlen, um in der Schlussphase mental noch stark genug zu sein, hatte seine Gründe.“

Die zuvor zweimal knapp unterlegenen Skyliners mussten zwar neben 2,12-m-Center Leon Kratzer (im Aufbautraining nach Muskelfaserriss) und Shaquille Hines (Trainingsrückstand) auch auf ihren Hauptrunden-Topscorer Lamont Jones (Pferdekuss) verzichten, sie hatten aber trotzdem zwölf Spieler im Kader.

Gleim chattet nach Rauswurf mit Bundestrainer

Topscorer bei Rasta war Trevis Simpson mit 19 Punkten, gefolgt vom polnischen Neuzugang Jaroslaw Zyskowski (18) – eine Parallele zum Auftaktspiel gegen Ludwigsburg, da hatten beide 18 Punkte. Beste Frankfurter waren einmal mehr der aus Bonn geholte Yorman Polas Bartolo (16) und Robertson (12).

Polas Bartolo, eigentlich eher Defense-Experte und in München plötzlich offensivstark, sagte: „Es war ein richtig hartes Spiel von beiden Seiten.“ Sein Coach Sebastian Gleim, der im zweiten Viertel zwei technische Fouls kassierte, die Halle verlassen musste und in den Audi-Dome- Katakomben mit Bundestrainer Henrik Rödl per WhatsApp chattete, war voll des Lobes für den 34 Jahre alten Deutsch-Kubaner mit dem Spitznamen „El Ciclon“ (der Wirbelsturm): „Yorman ist unglaublich, er passt so gut zu uns und unserem Spiel.“ Den Sieg kommentierte Gleim so: „Es fühlt sich an wie eine Belohnung, auch für die ersten beiden Spiele.“ Nach acht Niederlagen in dieser Saison mit fünf oder weniger Punkten Differenz hatte sein Team endlich mal ein knappes Spiel gewonnen.

Nur 122 Punkte sind neuer Negativrekord für 19/20

Für DiLeo führten „viele kleine Dinge, die nicht gut waren“ zur Rasta-Niederlage. Er dachte dabei an „zu viele Ballverluste“ (18), an die schwache Dreier-Bilanz (8/32), an zu wenig Assists (11) und zu viele Offensivrebounds des Gegners (14). Nicht gerade förderlich waren auch drei Offensivfouls von Simpson (2) und Zyskowski (1) in der letzten Minute. „Unsere Entscheidungen in der Schlussphase waren nicht die besten“, meinte Calles und schloss die Defense mit ein. Young sagte: „Wir haben unseren offensiven Rhythmus nicht gefunden.“ Da sich auch Frankfurt im Angriff nicht gerade mit Ruhm bekleckerte, standen am Ende nur 122 Punkte auf dem Statistikbogen – neuer Negativrekord für die Saison 2019/20. Für Vargas und Robertson war's bestimmt keine Überraschung.


Die Highlights des Spiels im Video:

Alle Spiele des BBL-Finalturniers 2020 gibt's live bei MagentaSport.

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