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Bitterer Regionalliga-Auftakt: BW Lohne gerät spät auf die Verliererstraße

Gegen Phönix Lübeck gab's nach einer 2:1-Führung noch eine 2:3-Niederlage. BWL-Trainer Henning Rießelmann zeigte sich enttäuscht.

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Ausgleich für Lohne: Angreifer Marek Janssen (Nr. 10) köpft zum 1:1 ein. Foto: Schikora

Ausgleich für Lohne: Angreifer Marek Janssen (Nr. 10) köpft zum 1:1 ein. Foto: Schikora

Alles war bereitet für eine gelungene Lohner Premiere in der Fußball-Regionalliga Nord und damit für eine Fortsetzung der grandiosen Erfolgsgeschichte aus der Vorsaison. Nach einem frühen 0:1-Rückstand hatte Aufsteiger BWL am Sonntag vor 650 Zuschauern Phönix Lübeck per 2:1 praktisch am Haken. Aber dann schlug der routinierte Gast in der Schlussphase noch zweimal zu und nahm mit dem 3:2 alle drei Punkte mit. „Das ist schwer zu verdauen und maximal bitter“, sagte Sandro Heskamp, der spielende Co-Trainer der Lohner, nach dem Abpfiff.

„Sechser“ Heskamp hatte wie seine Teamkollegen in einer starken Lohner Konterphase vier klare Chancen zum 3:1 binnen vier Minuten miterlebt. Sie blieben alle ungenutzt – und dann schlug Phönix ab der 85. Minute noch zweimal humorlos zu. Sandro Heskamp kritisierte: „Die zwei Tore wären zu verteidigen gewesen.“ Aber die ungedeckten Lübecker Joker Hendrik Wurr (85.) und Julian Ulbricht (90.+1) trafen im Lohner Strafraum mit trockenen Schüssen ins kurze Eck zum Gäste-Sieg.

BWL-Trainer Henning Rießelmann hatte an diesem Finale zu knabbern. „Wir müssen das 3:1 machen. Aber wir machen es nicht. Mit einem 2:2 hätten wir noch leben können“, sagte der Coach: „Ansonsten haben wir es gut gemacht. Aber: Das ist maximal enttäuschend. Zwei, drei Unachtsamkeiten waren am Ende entscheidend. Willkommen in der Regionalliga!“

Unter Druck: Lohnes Phil Sarrasch (vorne) muss sich gegen Dren Feka behaupten. Foto: SchikoraUnter Druck: Lohnes Phil Sarrasch (vorne) muss sich gegen Dren Feka behaupten. Foto: Schikora

Henning Rießelmann hatte vor dem Spiel einige knifflige Personalentscheidungen zu treffen. So gehörten Malte Wengerowski und Christian Düker erstmals nach langer Zeit nicht zur Startelf; da nur 20 Spieler im Kader stehen bzw. mit auf die Ersatzbank durften, mussten Lennard Prüne, Leandro Ricker Rasteiro und Gerrit Menkhaus ganz draußen bleiben.

Im Spiel deutete Phönix Lübeck früh seine Offensivqualitäten an. Schon nach drei Minuten köpfte Michael Kobert den Ball aufs Lohner Tor und zwang Torwart Marko Dedovic zu einer Glanzparade. Sieben Minuten später schlug dann der ebenso geschmeidige wie durchsetzungsstarke Kobert aus rund 15 Metern zu. Nach einer schnellen Drehung knallte der Außenstürmer den Ball unbedrängt ins Tor – ein sehenswerter Treffer (10.). Lübeck zeigte sich körperlich sehr präsent und mit großer Wucht im Angriff. Den Lohnern wurde schnell klar, welch ein rauer Wind in der Regionalliga Nord wehen kann. Nach 22 Minuten verzog Lübecks Corvin Bock nach einem Konter frei vor Dedovic.

Aber die Lohner tasteten sich langsam ins Spiel. Phil Sarrasch bediente Christopher Schepp, der aber in bester Position noch mal quer legte, statt selbst zu schießen (25.). Etwas später zog Kai Westerhoff direkt ab, der Ball strich knapp übers Tor (32.). Phönix war aber auch noch da: Marko Dedovic stoppte Sturmtank Haris Hyseni im Eins-gegen-eins-Duell (38.) und konnte danach einen weiteren Versuch des Lübecker Kapitäns leicht entschärfen (40.).

Und dann schlug Lohne zweimal zu und knüpfte damit auch stimmungstechnisch an glorreiche Oberliga-Zeiten an. Zunächst schraubte sich Marek Janssen nach einem Heskamp-Eckball am zweiten Pfosten hoch und wuchtete den Ball per Kopf zum Ausgleich ins Netz (40.). Drei Minuten später schickte Jakub Bürkle Phil Sarrasch in den freien Raum, der kurvte in die Mitte und schloss aus zentraler Position mit links zum 2:1 ab. Der Doppelschlag saß. Weil Dedovic noch mal im Direktduell stark gegen Hyseni klärte (44.), ging BWL mit einer Führung in die Pause. Was die Lohner Zuschauer mit Beifall bedachten.

BWL vergibt das 3:1 - und kassiert zwei Treffer

Auch nach dem Wechsel blieb die Partie sehr ansehnlich und kurzweilig. Lohnes Rilind Neziri zog aus 25 Metern ab, Andrea Hoxha parierte (47.). Dann übernahm wieder Lübeck. Hyseni traf nach einem Solo nur die Unterkante der Latte (50.), Sebastian Pingel verfehlte knapp das Lohner Tor (52.). Dann kam Dedovics Glanztat gegen den völlig freien Jonathan Stöver (72.).

BWL verhinderte den Ausgleich – und hatte dann selbst viermal die Chance zum 3:1. Bennet van den Berg (75.), Kai Westerhoff (76.), Drilon Demaj (77., Hoxha hält) und Niklas Oswald (78.) fehlte im Abschluss die letzte Präzision. Das machte Phönix anschließend besser. Nach dem 2:2 und 2:3 verzog van den Berg bei der letzten Lohner Möglichkeit aus halblinker Position freistehend (90.+4).

Haris Hyseni, früher Zweitliga-Profi bei Jahn Regensburg, sagte nach der Partie: „Wir haben stark angefangen, aber dann irgendwie aufgehört. In der zweiten Halbzeit haben wir gedrückt. Ich würde sagen, der Sieg ist etwas glücklich, aber doch verdient.“ BWL hat nun zehn Tage Zeit, um sich auf den nächsten Gast Werder Bremen II vorzubereiten. Einfacher wird es da auch nicht.

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