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Bissige Bersenbrücker rauben BW Lohne den Nerv

Zum Oberliga-Saisonstart gab es ein bitteres 1:2. Lohnes Coach Henning Rießelmann analysierte unverblümt: „Es war keine unverdiente Niederlage.“

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Kein Durchkommen: Lohnes Christopher Schepp (Mitte) gegen die rote Bersenbrücker Übermacht. Foto: Schikora

Kein Durchkommen: Lohnes Christopher Schepp (Mitte) gegen die rote Bersenbrücker Übermacht. Foto: Schikora

Die Bäume wachsen für BW Lohne nicht in den Oberliga-Himmel, denn auch die Konkurrenz weiß, gepflegten Fußball zu spielen. Diese Erkenntnisse kamen für die BWL-Fußballer zum Saisonstart nicht völlig überraschend, trotzdem tat die 1:2 (1:0)-Heimniederlage vor rund 600 Zuschauern am Sonntag gegen einen starken TuS Bersenbrück weh. Die Gastgeber gerieten nach einer 1:0-Pausenführung am Ende noch auf die Verliererstraße und mussten die Mentalitätsleistung des Gegners anerkennen. BWL war nach einer sehr gelungenen Vorbereitung mit viel Euphorie in die Saison gegangen und erhielt gleich einen Dämpfer – den man aber schon an diesem Mittwoch (18.30 Uhr) beim nächsten Heimspiel gegen TB Uphusen ausbügeln kann.


BWL-Trainer Henning Rießelmann machte sich nach dem Schlusspfiff sofort auf den Weg zur Kabine, um kurz durchzuschnaufen. Schon vor dem Spiel hatte er angesichts der bekannten Bersenbrücker Qualität geahnt: „Das wird schwer.“ Obwohl ihn das 2:0 des Gegners im NFV-Pokal gegen Eintracht Celle eine Woche zuvor nicht zusätzlich beeindruckt hatte.

Rießelmann analysierte nach dem Derby: „Es war ein bitterer Nachmittag. Unter dem Strich war es keine unverdiente Niederlage. Ich fand, Bersenbrück war die Mannschaft, die es einfach mehr wollte. Sie war bissiger in den Zweikämpfen. Wir haben nicht so den Zugriff bekommen, wie wir uns das gewünscht hätten.“ Dass Lohnes Torwart Christoph Bollmann bei den Flanken zu beiden Gegentoren nicht sehr glücklich ausgesehen hatte, war Rießelmann nicht entgangen. Er sagte: „Das waren zwei Torwartfehler, keine Frage. Aber: Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen.“

Am Ende konsterniert: Thorsten Tönnies (rechts) und Jakub Bürkle. Foto: SchikoraAm Ende konsterniert: Thorsten Tönnies (rechts) und Jakub Bürkle. Foto: Schikora

Der BWL-Coach sah lediglich „20 vernünftige Minuten zum Ende der ersten Halbzeit“, ansonsten sei man nicht zum Spiel gekommen, habe zu nervös und zu fahrig agiert. „Am Ende hätten wir wenigstens mit einem Punkt hier rausgehen müssen“, so Rießelmann, „aber auch das haben wir nicht geschafft. Wir haben nicht das abgerufen, was wir zu leisten im Stande sind. Das war schon enttäuschend.“

Bersenbrück hatte schon den besseren Start ins Spiel. Moritz Waldow verzeichnete bereits nach fünf Minuten einen Pfostenschuss. Nach zwölf Minuten verzog Enes Muric knapp. Bersenbrück war giftig und gefährlich. Henning Rießelmann forderte seine Mannschaft lautstark auf, enger am Gegner zu sein. In der 26. Minute tauchte Markus Lührmann völlig frei vor dem Lohner Tor auf, verzog den Ball aber komplett. BWL wurde ziemlich durchgeschüttelt.

Dann kam Lohne besser in die Partie. Thorsten Tönnies' Schuss wurde geblockt, der Nachschuss von Niklas Oswald strich übers Tor (38.). Nachdem Bollmann auf der anderen Seite gegen Santiago Aloi pariert hatte (40.), traf Lohne kurz vor der Pause zum 1:0. Tönnies bediente Angreifer Christopher Schepp, der kurz antrat und aus Mittelstürmerposition entschlossen abzog (44.).

Großer Jubel im Stadion – aber Henning Rießelmann schwor seine Truppe beim anschließenden Kabinengang ein. „Wenn wir so weiterspielen, werden wir nicht als Sieger vom Feld gehen“, schrieb er seinen Schützlingen ins Stammbuch.

20 Minuten verlief die Partie in der Folge ruhig. Dann fiel unvermittelt der Ausgleich. Nach einer weiten Flanke stand der kurz zuvor eingewechselte Patrick Greten am langen Pfosten und schob den Ball unbedrängt ein (71.). Lennard Prüne verpasste anschließend eine Flanke von Schepp nur hauchdünn (73.).

Losung: Schütteln - und am Mittwoch wieder angreifen

Aber auch Bersenbrück war nicht gewillt, mit nur einem Punkt nach Hause zu fahren. Spektakulär, wie Lohnes Kai Westerhoff im letzten Moment den einschussbereiten Lars Split abgrätschte (80.) Sieben Minuten später geriet BWL dennoch auf die Verliererstraße. Abwehrspieler David Leinweber köpfte eine Flanke vom ausgebufften Jules Reimerink – früher VfL Osnabrück – zum 1:2 freistehend in die Maschen. Das Siegtor war das Produkt der größeren Cleverness der Gastmannschaft von Trainer Farhat Dahech, die auch als geschlossene Einheit imponierte. Ein Abseitstor von BWL-Angreifer Lennard Prüne (90.) und ein Freistoß von Frank Placke, der in der Bersenbrücker Mauer hängen blieb (90.+3), waren die letzten Aktionen der Lohner.

Deren Trainer Henning Rießelmann konstatierte: „Das ist die Realität in der Oberliga, da kann jeder jeden schlagen. Jetzt müssen wir uns einmal schütteln. Am Mittwoch wartet wieder ein schweres Spiel auf uns. Da müssen wir versuchen, es besser zu machen.“

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