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Bewerbung um Wildcard: Rasta Vechta legt die Karten auf den Tisch

Der Basketball-Bundesligist hofft nach einer „furchtbaren Saison“ auf ein Happy End. Rastas Klubchef Stefan Niemeyer sagt: „Wir würden sehr gerne beweisen, dass wir BBL-tauglich sind.“

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Hofft auf eine Wildcard: Rastas Klubchef Stefan Niemeyer. Foto: Schikora

Hofft auf eine Wildcard: Rastas Klubchef Stefan Niemeyer. Foto: Schikora

Das Interesse wurde bereits zwei-, dreimal in Interviews angekündigt, jetzt ist es auch offiziell: Rasta Vechta bewirbt sich um die Wildcard, die die 1. Basketball-Bundesliga am Montag ausgeschrieben hat. Der Klub, der die Hauptrunde 20/21 auf dem letzten Platz beendete und damit zum dritten Mal nach 2014 und 2017 den Gang in die 2. Bundesliga ProA antreten muss, möchte damit erreichen, auch in der neuen Saison in der 1. Liga spielen zu können.

„Wir würden sehr gerne beweisen, dass wir BBL-tauglich sind. Die letzte Saison war eine furchtbare für den gesamten Klub“, erklärte Rastas Klubchef Stefan Niemeyer am Dienstag mit Blick auf den anhaltenden Zuschauerausschluss, die „schier unglaubliche Verletzungsmisere“ und die Niederlagenserien. Niemeyer: „Wir sind sicher, dass wir es besser können, und möchten das in 2021/22 zeigen.“

Dass Wildcard-Verfahren war von der BBL auf den Weg gebracht worden, weil es mit ProA-Meister Heidelberg nur einen Aufsteiger aus der 2. Liga gibt. Der 18. Platz im Oberhaus ist frei, weil Vizemeister Leverkusen keine BBL-Lizenz beantragt hat. Niemeyer bezeichnete diese Konstellation als „großes Glück für alle, die auf eine Wildcard hoffen“.

Hauptsponsor übernimmt Wildcard-Gebühr

Rasta ist der erste Klub, der die Karten auf den Tisch legt. Ob auch die Gießen 46ers als zweiter Absteiger und der ambitionierte ProA-Ligist Rostock Seawolves ins Wildcard-Rennen einsteigen, ist noch offen. Die Bewerbungsfrist endet am 20. Mai (Donnerstag) um 18.00 Uhr.

Die Wildcard kostet 700.000 Euro, aufgeteilt auf zwei Jahre. Heißt: Für die Saison 21/22 verlangt die BBL eine Gebühr von 350.000 Euro. Gelingt dem Wildcard-Team der Klassenerhalt, wird für die Saison 22/23 die gleiche Summe noch mal fällig. Steigt der Klub nach der Saison 21/22 ab, entfällt die zweite Rate.

Die Kosten für die Wildcard würde die Miavit-Gruppe, das Unternehmen von Niemeyer und seit 1992 Hauptsponsor bei Rasta, komplett übernehmen. Niemeyer betonte, dass Rasta in der Vergangenheit gut gewirtschaftet habe und das „auch in Zukunft“ tun werde: „Unternehmerisches Harakiri wird es bei Rasta nicht geben.“ Niemeyer sagte zudem, dass die 1. Liga „wesentlich attraktiver für unsere Freunde und Förderer in der lokalen und regionalen Wirtschaft“ sei.

Es ist das erste Wildcard-Verfahren seit 2015, als durch den Rückzug der Artland Dragons ein Platz frei wurde. In den vergangenen 13 Jahren sind mit Trier (2008), Gießen (2009, 2012), Bremerhaven (2009), Düsseldorf (2010), Ludwigsburg (2013) und Crailsheim (2015) sieben sportliche BBL-Absteiger per Wildcard in der 1. Liga geblieben.

Gießen 46ers und Rostock Seawolves beraten noch

Gießens Geschäftsführer Stephan Dehler sagte zuletzt zum Thema Wildcard: „Die BBL hat ihre Vorzüge. Keiner spielt gerne zweit- oder drittklassig. Wir sind de facto sportlich abgestiegen. Nun muss man schauen, ob man sich um eine Wildcard bewirbt oder nicht. Wenn wir uns bewerben, werden wir versuchen, uns so gut wie möglich zu präsentieren – und zu überzeugen, dass wir als Traditionsklub und Gründungsmitglied in die BBL gehören.“ Gießen ist aber auch ein gebranntes Kind. Ende 2012, wenige Monate nach der zweiten Wildcard, stellte der Klub wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag und stieg in die ProA ab. Und Rostock? „Wir werden die Information zu diesem Verfahren in den kommenden Tagen bewerten“, erklärte André Jürgens, Vorsitzender des EBC Rostock.

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