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Besonderes Derby für Garrels und Vechtas Handballfrauen in der 3. Liga

BVG tritt am Freitagabend als Favorit an. Gespielt wird unter 2G-Plus-Regeln. Die Partie ist bereits ausverkauft.

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Von Garrel nach Vechta und zurück: Lisa Noack hat bereits sowohl für den BVG als auch die SFN gespielt. Das Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften sieht die Linkshänderin als ein Spiel auf Augenhöhe. Foto: Langosch

Von Garrel nach Vechta und zurück: Lisa Noack hat bereits sowohl für den BVG als auch die SFN gespielt. Das Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften sieht die Linkshänderin als ein Spiel auf Augenhöhe. Foto: Langosch

Es ist ein besonderes Spiel – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Es ist das einzige Oldenburger-Münsterland-Duell in der 3. Liga. Es ist für SFN Vechta das einzige Freitagabendspiel der Saison. Und es ist für beide Teams das erste Handballspiel unter 2G-plus-Bedingungen. Wenn die Vechtaer Handballerinnen am Freitag (20.00 Uhr) zum Derby beim BV Garrel antreten, ist die Aufregung auf beiden Seiten groß. Die Partie ist trotz der strengen Corona-Regeln mit 249 Zuschauern ausverkauft. „Ohne Beschränkungen hätten wir wohl auch 600 Karten verkaufen können“, sagt Garrels Trainer Jonas Kettmann.

„Ich habe schon seit einer Woche Bauchkribbeln, wenn ich an das Spiel denke“, sagt Vechtas Kreisläuferin Svenja Ruhöfer. Als Garrelerin fiebert sie dem Duell mit ihrem Heimatverein besonders entgegen. 2017 wechselte sie vom BVG zu SFN. „Das war kein so schöner Abgang. Eigentlich sollte ich mit Doppelspielrecht 3. Liga in Vechta und Oberliga in Garrel spielen. Aber dann wurde das Reglement geändert und wir haben eine Frist verpasst, so dass ich mich ganz schnell entscheiden musste“, erinnert sich die 25-Jährige. Ihrem Klub blieb sie dennoch verbunden. Rund zehn Jahre lang trainierte sie bis zur Saison 2020/21 verschiedene Jugendteams in Garrel. Am Freitag trifft sie nun auf sieben Spielerinnen, die sie selbst einst trainiert hat. Und auf der Tribüne sitzt ihre komplette Familie. „Oma und Opa, meine Eltern, meine Schwester kommt aus Bremen, mein Bruder aus Osnabrück und meine ganze Mädels-Clique hat sich Tickets besorgt“, erzählt sie.

Bauchkribbeln vor dem Derby: Svenja Ruhöfer (Mitte) trifft am Freitag viele bekannte Gesichter. Foto: MüllerBauchkribbeln vor dem Derby: Svenja Ruhöfer (Mitte) trifft am Freitag viele bekannte Gesichter. Foto: Müller

Mit Lisa Noack trägt eine Linkshänderin wieder das BVG-Trikot, nachdem sie nach einem einjährigen Intermezzo bei den Sportfreunden Niedersachsen wieder nach Garrel zurückgekehrt ist. Vechtas Kreisläuferin Svenja Ruhöfer hat bis 2017 für Garrel gespielt und Maike Deeben, die schon für beide Vereine gespielt hat, ist wieder bei den Vechtaerinnen eingestiegen und dürfte ausgerechnet im Derby ihr Comeback geben.

„Das wird ein Spiel auf Augenhöhe“, glaubt Lisa Noack. „Ich denke, dass es bis zum Schluss spannend bleibt. Es ist zwar abgedroschen, aber solche Derbys haben tatsächlich ihre eigenen Gesetze. Da spielt es keine Rolle, wie viele Siege oder Niederlagen man vorher hatte.“ Ein wenig Kontakt zu ihren früheren Teamkolleginnen hält die Rückraumspielerin, vor allem mit Svenja Ruhöfer tauscht sie sich aus. „Eine Wette für das Derby haben wir aber nicht laufen“, meint Noack mit einem Augenzwinkern. Bislang ist sie mit dem Verlauf der Serie sehr zufrieden. „Dass wir so weit oben stehen würden, hatte ich nicht erwartet. Wir haben bislang weitgehend stabile Leistungen gebracht. Die Niederlage gegen Henstedt-Ulzburg war blöd, gegen Owschlag hätten wir nicht verlieren müssen. Wir sind auf einem guten Weg, aber da wir den direkten Klassenerhalt packen und die Abstiegsrunde vermeiden wollen, brauchen wir noch einige Punkte.“

  • Fakten
  • Es gibt keine Abendkasse. Das Spiel ist mit 249 Zuschauern ausverkauft.
  • In der Halle am Schulzentrum in Garrel gilt die 2G-plus-Regel. Zutritt haben also nur Geimpfte und Genesene, die zusätzlich einen aktuellen negativen Test vorweisen können.
  • Es gilt FFP2-Maskenpflicht, auch am Platz.
  • Ab 18.00 Uhr steht vor der Halle ein Testmobil. Terminbuchung unter mueller.covidservicepoint.de.
  • Einlass ist um 19.00 Uhr.

Sportlich sind die Rollen klar verteilt. Garrel ist mit 16:4 Punkten als Tabellenzweiter das Überraschungsteam der Liga. Vechta (11:9) kämpft als Fünfter gegen das Abrutschen in die Abstiegsrunde. „Garrel hat einen Lauf und ist absoluter Favorit“, sagt SFN-Trainer Kai Freese. Jonas Kettmann gibt ihm da sogar recht. „Um die Rolle kommen wir nicht herum“, sagt er, gibt aber zu bedenken: „Ein Derby ist auch immer eine Sache für sich.“

Besonders groß ist Freeses Respekt vor den Garrelerinnen Lisa Noack und der vom Bundesligisten VfL Oldenburg zurückgekehrten Lisa-Marie Fragge. Dem BVG droht derweil die größte Gefahr aus dem Rückraum. Luca Vodde auf der linken Seite (64 Saisontore) und Linkshänderin Tina Schwarz (63) auf rechts haben rund die Hälfte aller Vechtaer Treffer in dieser Saison angebracht.

Personell sieht es im Garreler Lager ziemlich gut aus. Nach wie vor fällt Katarzyna Kolodziejska mit ihrer Knieverletzung aus. Darüber hinaus bangt Trainer Jonas Kettmann noch um Sophie Solomachin, die erkrankt ist und ein Antibiotikum einnehmen muss. „Es wäre schon gut, wenn ,Solo' dabei wäre“, meint Kettmann. Bei den SFN sind Paula Clasen und die ehemalige Cloppenburger Torfrau Carolin Tiedeken erkältungsbedingt etwas angeschlagen.

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