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Bei über 50 Zuschauern wird es etwas komplizierter

Der Saisonstart im Fußball steht kurz bevor. Und Corona diktiert auch in der neuen Spielzeit das Geschehen. Spiele vor Fans sind wieder erlaubt - allerdings unter strengen Vorgaben.

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So war es vor Corona: Dinklages Torwart Tim Kröger bei einem Derby in Lohne – vor stehenden Zuschauern. Foto: Schikora

So war es vor Corona: Dinklages Torwart Tim Kröger bei einem Derby in Lohne – vor stehenden Zuschauern. Foto: Schikora

Der Saisonbeginn rückt näher, und bei den Fußballfans im Kreis Vechta ist die Vorfreude nach einem halben Jahr Corona-Pause riesig. Doch in der Frage, wie viele Zuschauer bei den Spielen zugelassen sind und welche Regeln vor Ort gelten, herrscht vielerorts Ungewissheit.

Dabei ist die Sache durch die Vorgaben des Landes Niedersachsen, die auch vom Ordnungsamt des Landkreises umgesetzt werden, relativ einfach – zumindest bei Spielen mit bis zu 50 Zuschauern. In diesem Fall muss der gastgebende Verein nur darauf achten, dass die Zuschauer den Mindestabstand von 1,50 m einhalten. Ausgenommen davon sind Mitglieder des eigenen Hausstandes und Gruppen von bis zu zehn Personen.

Komplizierter wird es, wenn mehr als 50 Zuschauer zugelassen werden sollen. Denn dann greifen strengere Regeln: Alle Zuschauer müssen sitzen (mit Abstand). Zudem müssen die Vereine in diesem Fall die Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefonnummer) jedes Besuchers aufnehmen. Und jeder Veranstalter muss ein Hygienekonzept erstellen, das auf Verlangen der Behörde vorzulegen ist.

Kommen mehr als 50 Zuschauer, müssen alle sitzen - also auch die ersten 50

Als einer der ersten Vereine im Kreis probt SFN Vechta am Dienstag den Ernstfall. Zum Bezirkspokal-Derby gegen den VfL Oythe werden deutlich mehr als 50 Zuschauer am Bergkeller erwartet. Fußballgeschäftsführer Martin Lange und seine Mitstreiter haben sich gut vorbereitet. Das Konzept wurde bei einem Freundschaftsspiel gegen Falke Steinfeld mit rund 80 Fans bereits getestet.

Gemäß den Vorgaben des DFB wurde die Anlage in drei Zonen eingeteilt, um Aktive, Ersatzspieler und Zuschauer zu trennen. Die Zuschauer werden durch einen zweiten Eingang geleitet und das Vereinsheim bleibt für die Besucher geschlossen. Die größte Herausforderung für SFN ist es aber, die vielen Zuschauer auf Sitzplätzen unterzubringen. „Wir haben eine relativ kleine Tribüne. Mit Abstand passen dort 80 bis 100 Leute drauf“, erklärt Martin Lange. „Also haben wir bei Kühling Stühle bestellt. Wir werden 320 bekommen“, ergänzt er. Somit werden rund 400 Zuschauer am Bergkeller Platz finden.

In Sachen Maske spricht SFN nur eine Empfehlung aus. „Da, wo es eng wird, sollte man eine tragen“, sagt Lange. Da am Eingang alle Zuschauer ihre Kontaktdaten in Listen eintragen müssen, richtet er noch eine Bitte an alle Besucher: „Alle sollten rechtzeitig kommen und nicht erst kurz vor dem Anpfiff.“

Mehr als 200 bis 250 Zuschauer dürfen im Stadion nicht Platz finden

Früh erscheinen – das ist auch im Fall des Pokalderbys am kommenden Mittwoch zwischen RW Damme und Falke Steinfeld zu empfehlen. Denn auch hier werden deutlich mehr als 50 Zuschauer erwartet. Am Sonntag will sich der Vorstand um den ersten Vorsitzenden Matthias Theilmann am Dersastadion treffen, um letzte Details zu klären. Die Problematik ist ähnlich wie in Vechta. Auf der Tribüne finden unter Abstandswahrung nur etwa 80 bis 100 Zuschauer Platz. „Wir leihen uns bei Oliver Kettlers Zeltbetrieb 50 Bierzelt-Bänke, die wir im Abstand von zwei Metern aufbauen“, berichtet Matthias Theilmann.

Dennoch: Mehr als 200 bis 250 Zuschauer dürften im Stadion nicht Platz finden. Zumal sich die Dammer von ihrem ursprünglichen Plan, 50 Stehplätze zuzulassen, wohl verabschieden müssen. Das Ordnungsamt des Landkreises stellte die etwas missverständliche Formulierung in der Verordnung des Landes auf Anfrage klar: „Bei mehr als 50 Zuschauern müssen alle Zuschauer sitzen.“ Also auch die ersten 50.

Für die Zuschauer wird in Damme nur der Eingang am Sportlerheim geöffnet. Der Zugang am Freibad bleibt zu. In Sachen Maske gilt: Bis zum Erreichen des Platzes muss eine getragen werden. Am Platz nicht.

Bänke und Klappstühle statt Tribüne

Der TV Dinklage hat als erster Klub bereits einen Vorverkauf für sein Landesliga-Derby gegen GW Mühlen (Sonntag, 6. September) eingerichtet. Dort gibt es auch einen kleinen Adresszettel, der am Spieltag in eine Box geworfen werden muss. 500 Zuschauer dürfen ins Jahnstadion. Auch hier gilt: Alle müssen sitzen. 100 Karten gingen vorab an GW Mühlen. Weil es keine Tribüne gibt, wurden Bänke und Klappstühle organisiert. Die Sitzplätze werden sich vor den Banden befinden und in 10er-Gruppen zusammengestellt. Der Staffelleiter hat die Pläne abgesegnet, auch Bürgermeister Frank Bittner ist involviert. Markus Ruhe vom Fußballvorstand sagt: „Die Leute müssen sitzen.“ Und auch hier gilt: Es besteht Maskenpflicht – nur am Sitzplatz nicht.

Bei Jugendspielen werden laut dem Corona-Konzept, das der TV Dinklage für seine Anlagen entworfen hat, pro Platz nicht mehr als 50 Zuschauer zugelassen – dann dürfen alle stehen. Aufgrund der guten Platzsituation kann der TVD gewährleisten, dass immer nur ein Spiel pro Platz stattfindet.


Corona-Regeln bei Fußballspielen

  • Zuschauer sind zulässig. Bei bis zu 50 Personen ist lediglich ein Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten, die nicht zum eigenen Hausstand gehören.
  • Bei mehr als 50 Personen müssen alle Zuschauer Sitzplätze einnehmen und die Kontaktdaten gespeichert werden.
  • Die Zahl von 500 zuschauenden Personen darf nicht überschritten werden.
  • Zu der Gruppe der Zuschauer gehören auch alle Personen, die nicht unmittelbar am sportlichen Geschehen beteiligt sind, also etwa Vereins- und Pressevertreter.
  • Der Veranstalter (also der gastgebende Verein) muss ein Hygienekonzept erstellen, in dem die entsprechenden Maßnahmen beschrieben werden (z.B. Begrenzung der Zuschauerzahl, Einhaltung des Abstandsgebots, Vermeidung von Warteschlangen, Reinigen von Oberflächen, Lüftung von Räumen).
  • Eine Maskenpflicht ist nicht vorgeschrieben. Darüber können die Vereine und Verbände selbst entscheiden.

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