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Bei Rasta Vechta knirscht es auf der Königsposition

Bei Point Guard James Washington gab es bislang große Leistungsschwankungen – sein Anspruch ist ein anderer. Am Wochenende steht für Vechtas Basketballer ein Doppelpack an.

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Rastas Spielmacher: James Washington (34/rechts). Foto: Schikora

Rastas Spielmacher: James Washington (34/rechts). Foto: Schikora

Nein, es war gewiss nicht sein Abend. James Washington denkt nur ungern an den Samstag zurück, an das 87:96 gegen Paderborn. Der Point Guard von Rasta Vechta hatte einen „bad day“, einen schlechten Tag. Null Punkte, nur zwei Assists – viel zu wenig für jemanden, der beim heimischen Basketball-Zweitligisten die Rolle des Taktgebers inne hat. „Ich war nicht zufrieden mit meiner Leistung. Ich kann viel besser spielen“, erklärt Washington mit ein paar Tagen Abstand zum Dämpfer und zu seinem zweiten Null-Punkte-Spiel nach dem Derby gegen die Dragons (0/6 aus dem Feld).

Gegen Paderborn ging's schon schlecht los. Nach zehn Sekunden der erste Ballverlust, nach zwei Minuten der zweite. Im letzten Viertel schmorte Washington dann durchweg auf der Bank. Bei der 17-Punkte-Aufholjagd führte nicht er Regie, sondern Josh Young, Seite an Seite mit Justin Onyejiaka, einem 17-jährigen ProA-Rookie. „Klar, es ist frustrierend, wenn man am Ende nicht dabei ist. Aber das ist die Entscheidung des Trainers. Und Justin hat ja einen super Job gemacht“, so Washington.

Dass er selbst zuletzt wenig Argumente für mehr Spielzeit geliefert hat, ist ihm bewusst – so klingt es zumindest. „Ich muss ein besserer Anführer des Teams sein. Ich mache mir selbst viel Druck, ich erwarte mehr von mir, als ich gegen Paderborn gezeigt habe“, sagt der 34-Jährige. Ja, es gibt sie, die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Das gilt für Rasta im Allgemeinen und Washington im Speziellen.

Spannungen zwischen Coach Lucic und Washington bemerkbar

Der Routinier, der im Oktober als Ersatz für den damals verletzten Carlos Medlock geholt wurde, konnte dem Spiel des Tabellen-13. der 2. Bundesliga ProA noch nicht seinen Stempel aufdrücken. 9,2 Punkte pro Spiel, dazu 4,7 Assists und 2,8 Turnover – solide Werte, die einen aber nicht vom Hocker reißen. Andere Point Guards in der ProA sind viel präsenter, viel dominanter. Wie seine letzten zwei Gegner Rayshawn Simmons (Jena) und Jordan Barnes (Paderborn). Beide stammen wie Washington aus St. Louis/Missouri. Man kennt sich, man schätzt sich. „Es nervt mich, dass ich zweimal gegen Jordan verloren habe. Hoffentlich sehen wir uns in den Playoffs wieder“, so Washington.

Coach Vladimir Lucic nervte die jüngste Niederlage ebenfalls. Und Washingtons Auftritt gefiel ihm auch nicht. Zwischen den beiden knirschte es ohnehin schon zwei-, dreimal an der Seitenlinie, beide sind impulsiv. Mit der Besetzung der Königsposition ist Lucic alles andere als happy. Offiziell sagt er es nicht, aber zwischen den Zeilen blitzt die Unzufriedenheit immer wieder durch. Und die jüngste Verpflichtung von Sa'eed Nelson, ein Regisseur wie Washington, verstärkt den Eindruck. Zumal Lucic bei Nelsons Ankunft sagte: „Ich hoffe, dass er die Offense besser organisieren wird.“

Für Washington, der mit Gattin Martyna und Sohn James Earl jun. (2) nach Vechta gekommen ist und dessen O-Beine an Pierre Littbarski erinnern, ist die neue Konkurrenzsituation „Teil vom Business“. Nach über einem Jahrzehnt im Profi-Zirkus schockt ihn eigentlich nichts mehr. Als Kind hat er vier Jahre in Würzburg gelebt, seine Mutter war in der US-Army. Er startete seine Profi-Karriere in Deutschland (11/12 in Trier, 12/13 in Leitershofen) und spielte bis zur Rückkehr in die alte Heimat für 13 verschiedene Klubs in Schweden, Polen, Belgien, Kroatien, Rumänien und Frankreich. Vechta bescherte ihm nun eine Premiere: „Drei Trainer in einer Saison hatte ich bei einem Klub noch nie.“

Am Freitag (19.00 Uhr) geht's mit Rasta zum starken Tabellenvierten Nürnberg Falcons, am Sonntag (17.00 Uhr) folgt das Heimspiel gegen die Gladiators Trier (10.). Ein kniffliger Doppelpack und „ein wichtiges Wochenende für uns“, so Washington. Und für ihn gibt's gleich zweimal die Chance, das Paderborn-Spiel vergessen zu machen.

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