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Bei Rasta Vechta beginnt das große Puzzeln

Der Basketball-Zweitligist ist in die Saisonvorbereitung gestartet. Coach Derrick Allen spricht bei OM Online über eine Premiere im Sommer und den Umbruch.

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Neu bei Rasta: Sheldon Eberhardt. Foto: Bente

Neu bei Rasta: Sheldon Eberhardt. Foto: Bente

Seit dem 29. März 2021 ist Derrick Allen der Trainer von Rasta Vechta. Neun Spiele in der 1. Basketball-Bundesliga stehen in seiner Vita als Chefcoach, genauer gesagt drei Siege und sechs Niederlagen. Als Spieler in der 1. Liga hat er in 13 Jahren und 477 Partien auch alle Höhen und Tiefen erlebt. Und nun, im Sommer 2021, gab's eine Premiere für den 41-Jährigen. Erstmals musste er ein Team für eine neue Saison zusammenstellen, für eine Spielzeit in der 2. Bundesliga, für Rastas fünfte Serie in der ProA.

„Es war ein intensiver, interessanter Sommer für mich. Im März bin ich ja nur einen Stuhl weiter nach rechts gerückt und habe ein Team übernommen. Jetzt war es meine Aufgabe, die richtigen Puzzleteile zu finden. Ich habe sehr viel gelernt, was das Rekrutieren angeht“, sagte Allen auf den letzten Metern seines Urlaubs.

Und hat er die richtigen Puzzleteile für die Mission Wiederaufstieg gefunden? „Das werden die nächsten Wochen zeigen. Ich bin auf jeden Fall sehr happy mit der Gruppe, die wir jetzt haben. Und ich freue mich darauf, mit den Jungs zu arbeiten.“ Die Gruppe, von der Allen spricht, besteht aus elf Spielern. Fünf ausländische Profis (4x USA, 1x Uganda) sowie sechs Akteure mit einem deutschen Pass haben am Donnerstagabend das erste Teamtraining absolviert – bei Rasta hat das große Puzzeln begonnen.

Auch neu bei Rasta: Nigel Pruitt. Foto: BenteAuch neu bei Rasta: Nigel Pruitt. Foto: Bente

Zu Wochenbeginn waren die letzten fünf Rasta-Spieler eingetroffen. Am Montag landeten die beiden Rückkehrer Carlos Medlock und Devin Searcy sowie A.J. Turner und Dengeu Geu in Bremen. Am Dienstag folgte dann Kapitän Josh Young, der sich umgehend via Social Media an die Rasta-Fans wandte – verbunden mit der Hoffnung auf ein „Wiedersehen im Dome“, am besten schon beim ProA-Saisonstart am 17. September gegen die Rostock Seawolves.

Die restlichen Spieler waren schon ein paar Tage früher in Vechta und absolvierten erste individuelle Einheiten an der Pariser Straße. Hinzu kamen noch diverse Medizinchecks, Fitnesstests, Behördengänge und Corona-Testungen – die übliche Prozedur, bevor es richtig losgeht.

Ein neues Gesicht gibt's auch im Trainerstab des BBL-Absteigers: Arturo Ruiz, 29 Jahre alt, Co- und Athletikcoach in Personalunion und nach Pedro Calles, Miguel Zapata und Mauricio Parra der vierte Spanier im Staff. „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Arturo“, sagte Allen vor dem offiziellen Trainingsstart. Bereits seit Wochen bastelt das Duo am Fahrplan für 21/22. Allen hatte sich nach der BBL-Spielzeit 20/21 gegen eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Marius Graf (2. Assistant Coach) und Athletiktrainer Andreas Finsinger entschieden – und dann in Ruiz einen Nachfolger installiert.

Rastas neuer Co-Trainer: Arturo Ruiz (29) aus Spanien. Foto: BenteRastas neuer Co-Trainer: Arturo Ruiz (29) aus Spanien. Foto: Bente

Im OM-Medien-Gespräch vor der Pre-Season mit sieben Testspielen machte Allen noch mal deutlich, wie froh er darüber ist, dass Young in seine sechste Saison bei Rasta geht. „Das wichtigste Puzzleteil ist die Identifikation mit der Aufgabe, mit dem Klub. Und das lebt Josh vor.“ Es habe sich gelohnt, so lange auf das Okay des 33 Jahre alten US-Guards, dem auch Angebote aus der BBL vorlagen, zu warten. Geduld war gefragt – und Beharrlichkeit. „Natürlich hatten wir einen Plan B und einen Plan C. Aber ich bin sehr froh, dass es mit Plan A geklappt hat“, so Allen über Young, der als zehnter Spieler unterschrieb, gefolgt nur noch von Dengeu Geu.

Dass am Ende in Young und Jannes Hundt nur zwei Spieler aus dem 20/21-Kader geblieben sind, nimmt Allen gelassen zur Kenntnis: „Das passiert, wenn man eine schlechte Saison hatte.“ Zur Erinnerung: 2014, nach dem ersten BBL-Abstieg, gingen drei Spieler (Mackeldanz, Weber, Jarchow) mit in die ProA. 2017, nach dem zweiten Abstieg aus der 1. Liga, war es nur Philipp Herkenhoff, der blieb.

Rastas Klubchef Stefan Niemeyer spürt ebenfalls „absolute Vorfreude, dass es wieder losgeht“. Im Rasta-TV-Format „Not A Trash Talk“ spricht der Geschäftsführer mit Blick auf den neuen Kader von einer „sehr interessanten Mischung“. Dass mit Young das „Gesicht des Klubs“ weiter an Bord ist, sei unheimlich wichtig für Rasta. Und das Ziel für die neue Saison? Rastas Anspruch sei es, dass „wir sicher in die Playoffs kommen“, so Niemeyer: „Und dann so weit, wie es geht.“ Ambitionen sind da, jedoch kein enormer Druck. Der Aufstieg „wäre schön, ist aber kein Muss“, betont Niemeyer.

Er erwartet eine „sehr spannende Saison“ mit einem „offenen Aufstiegsrennen“ und ergänzt: „Die ProA ist eine attraktive Liga geworden. Es gibt viele Vereine, die gerne in die BBL möchten.“ Niemeyer hofft auf „attraktive Spiele“ und „Siege für positive Stimmung“ im Rasta-Dome. Bleibt nur die Frage, wie viele Fans in die Arena dürfen. „Das ist im Moment schwer zu sagen, was Mitte September möglich ist. Wir müssen von Woche zu Woche schauen“, sagt Niemeyer und erklärt mit Blick auf die Finanzen: „Wir brauchen die Zuschauer für die Zukunft.“ Das letzte Heimspiel mit Fans gab's am 29. Februar 2020. Der Klubchef dankte den Sponsoren und hielt fest, dass Rasta auch in Corona-Zeiten „absolut gesund“ sei.

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