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Bei Rasta gilt künftig: Ungeimpfte müssen draußen bleiben

Der Basketball-Zweitligist setzt in der neuen Saison auf die 2G-Regel und hofft so, mehr Zuschauer in die Halle lassen zu dürfen. Das teilte Klubchef Stefan Niemeyer bei der Teampräsentation mit.

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Gute Laune vor dem Saisonstart: Klubchef Stefan Niemeyer (links) und Headcoach Derrick Allen. Foto: Hammer

Gute Laune vor dem Saisonstart: Klubchef Stefan Niemeyer (links) und Headcoach Derrick Allen. Foto: Hammer

Kapitän Josh Young erhielt gleich zweimal Applaus an diesem Nachmittag: Zum ersten Mal, als er mit geringfügiger Verspätung als Letzter den Saal betrat, in dem seine Teamkollegen schon auf ihn warteten. Und dann, als er den Sponsoren und dem einzigen anwesenden Pressevertreter ein paar Sätze in gut verständlichem Deutsch lieferte. Keine Selbstverständlichkeit im Basketball-Business, wo die Amtssprache immer noch Englisch ist. Amerikanisches Englisch.

Freundlicher Beifall also für den Captain – und auch sonst ging es locker zu bei Rasta Vechtas Teampräsentation. Nachdem das mittlerweile traditionelle PR-Event im vergangenen Jahr coronabedingt ausgefallen war, fand es nun zur Erleichterung aller wieder live in den Räumlichkeiten des Sponsors „Alte Oldenburger“ statt. Doch die entspannte Atmosphäre konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es diesmal zwischen den üblichen Floskeln zum Saisonstart um ein ernstes Thema ging – zu dem der Zweitligist eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen getroffen hat.

Obschon die rechtlichen Rahmenbedingungen noch nicht abschließend geklärt sind, steht für Rasta Vechta fest: Um trotz der Einschränkungen durch die Corona-Regeln möglichst viele Zuschauer in den Rasta-Dome lassen zu können, wird der Klub in der Saison 2021/22, die für Rasta am 17. September (Freitag, 19.30 Uhr) mit einem Heimspiel gegen die Rostock Seawolves beginnt, die sogenannte „2G-Regel“ anwenden. Das heißt, dass künftig nur noch Geimpfte und Genesene die Heimspiele live werden verfolgen dürfen. Ungeimpfte dürfen auch mit einem negativen Test nicht mehr in die Halle. Ausnahmen soll es nur für Kinder unter zwölf Jahren geben und für Menschen, die sich nicht impfen lassen können.

Die Entscheidung hat vor allem wirtschaftliche Gründe. Mit der 2G-Regel hofft Rasta, mehr als die derzeit erlaubten 1000 Zuschauer zulassen zu dürfen. „Die volle Auslastung mit 3140 werden wir wohl nicht genehmigt bekommen. Aber ich hoffe auf 2500 bis 2600 – dass wir vielleicht alle Sitzplätze nutzen können“, sagte Klubchef Stefan Niemeyer. Er wünscht sich von der Regelung auch mehr Freiheiten innerhalb des Domes, auch mit Blick auf die Party danach: „Rasta Vechta ist nicht: Hinkommen und stumpf an seinem Platz sitzen. Rasta Vechta ist ein Event. Wir treffen uns über alle Generationen. Es ist ein Meet and Greet. Deshalb haben wir uns bewusst für die 2G-Regel entschieden“, sagte Niemeyer.

Bei Rasta hofft man nun auf eine zügige Rückmeldung seitens des Landkreises Vechta. Schließlich soll am 3. September (Freitag) der Online-Ticketverkauf für das Testspiel zur offiziellen Saisoneröffnung am 7. September (Dienstag, 19.30 Uhr) gegen die Eisbären Bremerhaven beginnen. Auf die Frage, bis wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei, konnte sich Niemeyer eine kleine Spitze in Richtung Landkreis Vechta nicht verkneifen: „Ich weiß nicht. Fragen Sie Herrn Winkel.“

Smalltalk am Rande: Carlos Medlock, Nigel Pruitt und Devin Searcy (von links). Foto: HammerSmalltalk am Rande: Carlos Medlock, Nigel Pruitt und Devin Searcy (von links). Foto: Hammer

Ansonsten hat Rasta die Corona-Krise und den Abstieg aus der Bundesliga gut verkraftet. Wie Pressesprecher Jörn Bente mitteilte, wurden von den 2400 Dauerkarten 199 gekündigt. 140 neue Dauerkarten gingen in den Verkauf. „Und für die hatten wir 491 Bewerbungen“, so Bente. So musste am Ende das Los entscheiden. „Ich habe mich gefreut, dass wir mal neue Dauerkarten rausgeben konnten, um zu checken, ob die Nachfrage noch so groß ist“, berichtete Niemeyer: „Es gab ja schon ein bisschen die Sorge, dass die Leute sich entwöhnt haben. Aber es ist richtig geil, richtig schön, dass die Nachfrage so hoch ist. Das ist auch wichtig für die Spieler, zu sehen, da ist eine Riesenbegeisterung.“ Auch alle 20 Topsponsoren sind an Bord geblieben. Niemeyer, der zugleich Chef des Hauptsponsors Miavit ist, betonte: „Finanziell sind wir extrem gut aufgestellt. Wir haben überhaupt keine Probleme.“

Rasta gewinnt Testspiel in Leverkusen mit 88:68  

Sportlich geht es auch langsam voran. Drei Tage nach der 68:81-Heimniederlage gegen Paderborn feierte Rasta am Mittwoch einen 88:68-Auswärtssieg beim ProA-Vizemeister Giants Leverkusen. Topscorer waren Preston Purifoy (25 Punkte/3 Steals), Sheldon Eberhardt (17/5 Rebounds), Rückkehrer Carlos Medlock (13/7 Assists) und Josh Young (12). Coach Derrick Allen war vor allem mit der Defensive zufrieden. Grundsätzlich glaubt er: „Die Jungs haben einen guten Charakter, wir haben eine gute Energie im Training.“

Das Minimalziel für die Saison – da sind sich Trainer und Klubchef einig – ist das Erreichen der Playoffs. „Und dann träumen wir natürlich von tollen Dingen“, sagte Niemeyer, schob aber gleich hinterher: „Wir wollen vor allem Begeisterung in der Stadt wecken. Dann ist es auch nicht dramatisch, wenn es am Ende nicht klappt mit dem Aufstieg.“

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