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Bei BS Vörden reifen die Kreisliga-Träume

1. Kreisklasse Vechta: Beim SV Carum und bei Arminia Rechterfeld herrscht Zufriedenheit, in Einen und Kroge gibt's dagegen Sorgen.

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Unter Druck: Carums Rainer Bokern (links) gegen Vördens Mathis Rehling. Foto: Wenzel

Unter Druck: Carums Rainer Bokern (links) gegen Vördens Mathis Rehling. Foto: Wenzel

Ein Drittel der Fußball-Saison 2021/22 in der 1. Kreisklasse ist absolviert. Wie geht's den fünf ersten Mannschaften im Jahr eins nach der Corona-Zwangspause? Wo läuft's rund? Wo drückt der Schuh? OM-Medien hat sich in Vörden, Carum, Rechterfeld, Einen und Kroge umgehört – und das Ergebnis reicht von Euphorie bis Frust.

BS Vörden: In Vörden reifen die Träume von der Rückkehr in die Kreisliga, die man 2013 verlassen hat. Trainer Rainer Sprehe spricht zwar weiter von den „Top 4“ als Ziel, er sagt aber auch: „Die Mannschaft will auf Platz eins, das haben sich die Jungs vorgenommen.“ Seit Sonntag ist Vörden Spitzenreiter. RW Visbek II, seit November 2019 ungeschlagen, wurde per 4:2-Sieg gegen Carum abgelöst. „Klar sind wir zufrieden damit, wo wir jetzt stehen“, sagt Sprehe. Er räumt aber ein, nach wie vor mit dem 3:3 gegen Brockdorf III und dem 2:3 in Rechterfeld zu hadern: „Es war noch mehr drin.“ Dennoch: Sprehe schwärmt von „zwei tollen Jahrgängen, die gut harmonieren“, und ergänzt: „Die Mannschaft ist reifer geworden.“ Man habe „enorme Kraft im Spiel nach vorne“ und sei „schwer ausrechenbar“. Dazu der Coach: „Ich hoffe, dass wir uns das bewahren können.“ Klar ist: Der Traum vom Aufstieg treibt alle an. Bis zur Winterpause stehen noch vier knifflige Spiele an: in Lutten, gegen Visbek II, gegen Langförden II und in Einen. „Wichtige Wochen für uns“, sagt Sprehe.

SV Carum: Carum startete fulminant. Fünf Siege, Platz eins – „da gab's natürlich die ersten Träumereien“, so Trainer Uwe Mucker. Es folgten ein Remis und drei Niederlagen (zuletzt 2:4 in Vörden). „Wir sind wieder auf dem Boden der Tatsachen“, gibt Mucker zu. Unter dem Strich sei er aber „sehr zufrieden“. Damit meint der Coach nicht nur Platz drei, sondern auch die Fortschritte im Spiel nach vorne. Die Ladehemmung der jüngeren Vergangenheit ist passé. „Wir sind deutlich gefährlicher“, freut sich Mucker. 25 Tore hat Carum bereits erzielt. Frederic Niehaus, lange Alleinunterhalter im Angriff, hat in Dennis Boschmann aus Nortrup und Rainer Bokern aus Brockdorf wertvolle Hilfe bekommen. Und auch die Youngster Jan-Bernd Lammerding und Bennedt Aschern würden neuen Schwung in den Laden bringen. Großen Druck verspürt man in Carum nicht. „Der Aufstieg ist kein Muss“, sagt Mucker.


Torjäger 1. Kreisklasse Vechta

  • 9 Tore: Mika Rolfsen (BS Vörden)
  • 8 Tore: Simon Griesehop (Brockdorf III), Frederic Niehaus (SV Carum), Tim Schaffrinna (Fortuna Einen)
  • 7 Tore: Michal Tytman (RW Visbek II)
  • 6 Tore: Rainer Bokern (SV Carum), Linus Böckmann (SV Kroge), Fernando Lages Dos Santos (Frisia Goldenstedt II), Steffen Sieveke (TuS Lutten II)
  • 5 Tore: Tobias Holtvogt (BW Langförden II), Nico Warnke (Arminia Rechterfeld)

Arminia Rechterfeld: Vierter Platz, nur eine Niederlage – bei der Arminia ist man „bestens zufrieden“, wie Coach Dirk Schmedes betont. Der 42-Jährige, seit 2018 im Amt, freut sich über ein „gutes Klima“ in Rechterfeld, über ein „ruhiges Arbeiten“. Denn: „Alle sind sich grün. Es passt im Moment echt gut, und das trägt auch Früchte.“ Dass der eine oder andere Leistungsträger beruflich stark eingespannt oder gar nicht mehr da ist, hat Rechterfeld auch kompensiert – nicht zuletzt ein Verdienst der vier Neuzugänge aus Rumänien (3) und Bulgarien. „Alles gute Jungs, die Integration hat super geklappt“, erklärt Schmedes. Aufstiegsambitionen gibt's bei der Arminia nicht. Dazu Schmedes: „Das kommt noch ein, zwei Jahre zu früh. Wir können ohne Druck weiterspielen.“

Fortuna Einen: Knochenabsplitterung, Außenbandriss im Sprunggelenk, Innenbandriss im Knie, Zerrung, Muskelfaserriss – jede Menge Diagnosen aus dem Fortuna-Lager. „Das ist schwer zu verkraften, eigentlich gar nicht“, sagt Einens Trainer Sascha Wübbeler angesichts des Ausfalls von bis zu acht Spielern. Vom Verletzungspech bei der Fortuna sind fast ausnahmslos Leistungsträger betroffen. Drei von ihnen, Torjäger Tim Schaffrinna, Tom Gerdes und Dennis Reinke, haben bereits Winterpause. Logisch, dass Wübbeler mit Platz zehn und fünf Niederlagen in acht Spielen „nicht zufrieden“ ist. Die Top 5, vor der Saison das Ziel, sind weit weg. Wübbeler denkt kurzfristig: „Wir müssen gucken, dass wir bis zum Winter noch ein paar Punkte holen. Und zur Rückserie sieht's dann hoffentlich besser aus.“

SV Kroge-Ehrendorf: Kroge, Vorletzter und am Sonntag zu Gast in Einen, geht's noch einen Tick schlechter als der Fortuna. „Dass es schwer wird, wussten wir“, erklärt Trainer Andreas Südbeck: „Aber zufrieden bin ich definitiv nicht.“ Der Kader ist zu klein, viele Spieler studieren außerhalb oder sind im Schichtdienst tätig, von einem Konkurrenzkampf ist Kroge weit entfernt. Südbeck hofft auf ein, zwei Neuzugänge für die Rückserie, sagt aber auch: „Die Einstellung bei dem einen oder anderen könnte besser sein.“ Er ist aber vom Klassenerhalt überzeugt. Nicht, weil Lüsche II punktlos ist, sondern weil „bei uns die Qualität da ist“. Südbeck sagt mit Blick auf die junge Garde: „Wir müssen auch Geduld haben. Die jungen Leute brauchen Zeit.“ Positiv sei, dass man in Kroge „in Ruhe seine Hausaufgaben“ machen könne: „Alle wissen, dass wir ein, zwei Jahre durchhalten müssen, um dann vielleicht auf die Top 5 gucken zu können.“

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