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BBL spielt auf Zeit: Pause für Rasta und Co.

Basketball-Bundesliga unterbricht den Spielbetrieb bis auf Weiteres. Niemeyer: „Nach wie vor existenzbedrohend“.

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Warten auf das nächste Spiel: Eine Szene aus dem leeren Rasta-Dome. Foto: Bente

Warten auf das nächste Spiel: Eine Szene aus dem leeren Rasta-Dome. Foto: Bente

Über drei Stunden lang wurde intensiv diskutiert, diverse Optionen kamen auf den Tisch und wurden sorgsam abgewogen. Und dann stand fest: Die Basketball-Bundesliga (BBL) setzt ihren Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie ab sofort und bis auf Weiteres aus. Rasta Vechta und die 16 Liga-Gefährten legen eine Zwangspause ein. Wie lange? Das ist völlig offen. Auf einer außerordentlichen Versammlung der Klubs am Donnerstag am Flughafen Stuttgart stimmten die Verantwortlichen der Vereine einstimmig für eine Unterbrechung der Saison. Für Rasta Vechta nahmen Klubchef Stefan Niemeyer und Werner Themann an der Sitzung teil.

„Es ist ein Aufschub um zu gucken, was in den nächsten Tagen passiert. Wir wollten noch nicht abbrechen“, erklärte Niemeyer. „Ein sofortiges Ende der Saison war für die Klubs kein Thema“, ergänzte Marko Pesic, Geschäftsführer vom FC Bayern München. Klar ist: Die BBL spielt auf Zeit, um die Saison 2019/20 doch noch irgendwie ins Ziel zu bringen. Die Deutsche Eishockey Liga hatte ihre Saison am Dienstag vorzeitig beendet. In der DEL, die nach abgeschlossener Hauptrunde vor dem Start in die Playoffs stand, gibt's aber keinen Auf- und Abstieg. Aufgrund der enormen Bedeutung der Zuschauer-Einnahmen für die BBL-Klubs waren „Geisterspiele“ ebenfalls keine Option.

Die Klubs der BBL werden sich innerhalb der nächsten 14 Tage wieder treffen, „um die dann aktuelle Lage und mögliche Szenarien und Handlungsoptionen erneut zu besprechen“, teilte die Liga mit. Es bleibe das Ziel, „die Saison 2019/20 zu einem späteren Zeitpunkt geordnet zu Ende zu bringen“, hieß es. Niemeyer sagte: „Ich glaube, die Zeit hätten wir, um das hinzukriegen.“ Die Beratungen in Stuttgart seien nicht so kompliziert gewesen wie zunächst befürchtet. Rastas Klubchef stellte aber auch klar: „Das ist nach wie vor eine existenzbedrohende Geschichte für viele Klubs. Das ist noch nicht vom Tisch, und das muss man so deutlich sagen.“ Er brauche jetzt ein paar Tage, um alles sacken zu lassen und diverse Szenarien für Rasta zu analysieren. Die Lage sei sehr ernst.

Rasta reagiert: Kein Sponsorenabend und kein RastaOK-Turnier

Alexander Reil, Präsident der AG Basketball-Bundesliga sowie Vorsitzender der MHP Riesen Ludwigsburg, sprach von einer prekären Lage und noch nicht absehbaren Konsequenzen. Pesic bezeichnete die Aussetzung des Wettbewerbs als „sinnvoll, um auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden“. Hermann Schüller, Geschäftsführer der EWE Baskets Oldenburg, sagte: „Es geht hier in erster Linie darum, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Daher ist es nur konsequent, dass wir den Spielbetrieb vorübergehend aussetzen und diese Zeit zusammen mit der Liga nutzen, um eine geordnete und tragfähige Fortführung der Saison und der Playoffs unter Berücksichtigung gesundheitlicher, wirtschaftlicher und sportlicher Aspekte zu organisieren.“

Wenige Stunden vor der BBL-Tagung in Stuttgart waren bereits alle vier Europacup-Wettbewerbe auf unbestimmte Zeit ausgesetzt worden. Den Anfang machte der Weltverband Fiba, der am Vormittag seine Wettbewerbe unterbrach. Betroffen sind auch die Champions League und der Fiba Europe Cup. In der Champions League hatten sich am Dienstag und Mittwoch in Hapoel Jerusalem (2:0 gegen Peristeri), AEK Athen (2:0 gegen Bonn) und San Pablo Burgos (2:0 gegen Sassari) gleich drei Gruppengegner von Rasta Vechta im Best-of-3-Achtelfinale durchgesetzt. Teksüt Bandirma (0:2 gegen Nymburk) schied aus. Im Fiba Europe Cup hatte Bayreuth am Mittwochabend das Halbfinale erreicht; das Viertelfinal-Rückspiel gegen den rumänischen Pokalsieger Cluj Napoca fand dabei ohne Zuschauer statt.

Eine halbe Stunde nach der Fiba-Mitteilung folgte die Zwangspause für die „Königsklasse“ EuroLeague, in der Bayern München und Alba Berlin spielen. Auch der EuroCup wurde vorerst beendet; hier ist nach dem Top-16-Aus der EWE Baskets Oldenburg kein BBL-Team mehr vertreten. Es sei aktuell „unmöglich, die Regelmäßigkeit der Wettbewerbe aufrechtzuerhalten“, teilten die Veranstalter mit.

In den Mittagsstunden sagte Rasta Vechta drei Veranstaltungen ab. Betroffen waren der für Donnerstag geplante Sponsorenabend mit 200 geladenen Gästen im Waldhof, das für Sonntag angesetzte RastaOK-Turnier der Grundschulen sowie die parallel stattfindende Kinder+Sport Basketball Academy. Im Waldhof wollte Rasta eigentlich über die Zukunftsplanungen informieren sowie mit Sponsoren, Freunden, Förderern und der Mannschaft einen unterhaltsamen Abend verbringen. „Vorsicht ist gerade in der aktuellen Lage definitiv besser als Nachsicht“, sagte Niemeyer zu den drei Absagen. Rasta Vechta sei um Ersatztermine bemüht, teilte der Klub mit.

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