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BBL bringt Wildcard-Verfahren auf den Weg

Rasta Vechta, sportlicher Absteiger aus der 1. Basketball-Bundesliga, hat Interesse, wägt aber noch mal alles ab. Fakt ist: Die Wildcard-Gebühr von 700.000 Euro wird auf zwei Jahre aufgeteilt

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In allen 34 Spielen dabei: Rastas Robin Christen (rechts), der auch die beste Freiwurf-Quote im Team hatte. Foto: Schikora

In allen 34 Spielen dabei: Rastas Robin Christen (rechts), der auch die beste Freiwurf-Quote im Team hatte. Foto: Schikora

Die Vereine aus der 1. Basketball-Bundesliga haben sich mit Blick auf die Saison 21/22 mehrheitlich für ein Feld mit 18 Teams ausgesprochen und ein Wildcard-Verfahren für den freien Platz auf den Weg gebracht. Seit Montag läuft eine 10-Tages-Frist gemäß BBL-Lizenzstatut. Potenzielle Bewerber können nun bis zum 20. Mai (18.00 Uhr) ihre Unterlagen einreichen.

Die Klubs haben auch eine Anpassung der Wildcard-Gebühr beschlossen, um den schwierigen Rahmenbedingungen während der Corona-Krise Rechnung zu tragen. Die Gebühr beträgt unverändert 700.000 Euro, wird aber zu zwei gleichen Teilen von je 350.000 Euro auf zwei Jahre (21/22 und 22/23) aufgeteilt, wobei die zweite Tranche nur im Falle des Klassenerhaltes zum Tragen kommt. Hiermit soll Bewerbern eine Liquiditätsentlastung angeboten und das finanzielle Risiko bei einem Abstieg 21/22 abgefedert werden.

Hintergrund des Verfahrens: Mit den Academics Heidelberg steht nur ein sportlicher Aufsteiger aus der ProA fest. Finalgegner Leverkusen hat keine Lizenz beantragt und kann nicht aufsteigen. Heidelberg hat in seinem Lizenzverfahren noch „auflösende Bedingungen“ zu erfüllen. Sollte die Lizenz verweigert werden, würde nach dem 30. Juni ein zweites Wildcard-Verfahren eingeleitet.

Rasta will Entscheidung am Dienstag bekanntgeben

Rasta hat bereits Interesse an einer Wildcard angemeldet. Jetzt liegen die Bedingungen auf dem Tisch – und Klubchef Stefan Niemeyer sagt: „Wir werden jetzt noch einmal in uns gehen, alles abwägen.“ Eine Entscheidung wird für Dienstag erwartet. Für Montagabend ist noch eine Online-Versammlung der Sponsoren geplant. Abseits der Wildcard-Diskussion noch ein paar Fakten zur Saison:

Der Topscorer: Edgar Sosa, der Ende Februar nachverpflichtet wurde und 15 Spiele absolvierte, avancierte mit 16,5 Punkten pro Partie zum internen Topscorer. Hinter Sosa, der bei seinem Debüt in Bonn mit 30 Punkten seinen Bestwert verbuchte und im BBL-Ranking auf Platz sechs liegt, folgen Jean Salumu (14,5), Josh Young (11,4), Philipp Herkenhoff (11,2) und Dennis Clifford (11,0). Notiz am Rande: 16,5 ist der beste Punkteschnitt eines Rasta-Spielers in fünf BBL-Jahren. Sosa überholte Austin Hollins (16,4), T.J. Bray (15,6), Trevis Simpson (15,1), Frank Gaines (15,0) und Richie Williams (14,7).

Das Verletzungspech: Kaum ein Team war so gebeutelt wie Rasta. Salumu, bei den Siegen im Januar gegen Bamberg, Gießen und Göttingen der überragende Akteur, verpasste 20 Spiele. Herkenhoff fehlte 19 Mal. Und Clifford, mit 7,5 Rebounds pro Partie die Nummer drei der Liga, war in 14 Spielen nur Zuschauer. Dass Jesse Hunt (6 Spiele), Tim Hasbargen (5) und Young (4) zusammen 15 Mal fehlten, rundete das Pech ab. Oft waren drei Leistungsträger parallel außer Gefecht, in der Spitze waren es sogar vier Ausfälle.

Die Vielspieler: Robin Christen, der die Saison 2019/20 komplett verpasst hatte, und Jannes Hundt waren die beiden einzigen Rasta-Spieler, die alle 34 Partien der Hauptrunde mitgemacht haben. Auf die meiste Spielzeit kommt aber Kapitän Young mit 823 Minuten, gefolgt von Christen (790), Stefan Peno (613), Will Vorhees (597) und Hasbargen (595). Rasta setzte insgesamt 17 Spieler ein.

Die Teamstatistiken: Nur in zwei Kategorien liegt Rasta auf einem Abstiegsplatz – und zwar in der Auswärtstabelle (4:30/18.) und bei den Steals pro Spiel (5,6/18.). Bei den Punkten (79,9/15.), Gegenpunkten (87,6/ 14.), Rebounds (34,0/10.), Assists (18,8/8.) und Ballverlusten (14,9/ 15.) sieht's nicht so schlecht aus. Gleiches gilt für die Trefferquoten bei den Zweiern (53,1/15.), Dreiern (35,0/15.) und Freiwürfen (76,6/10.). Ergänzung zu den Dreiern: Mit Sosa (44,0), Salumu (47,5), Herkenhoff (45,9) und Hunt (45,2) haben gleich vier Rasta-Spieler eine Dreier-Quote von deutlich über 40 Prozent. Und die beste Freiwurf-Quote hatte Christen (89,8; 53/59).

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