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Bakumer SgH-Rausch auch ohne Winterfest

38.000 Lose, 1500 Brötchen und diverse Aktionen: Das Alternativprogramm für „Sportler gegen Hunger“ geht durch die Decke. Hier der Nachbericht zum Bakumer SgH-Wochenende:

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Brötchen aus der Bude: Eine Szene vom „Drive-in“ am Sportplatz. Insgesamt wurden 1500 Brötchen für SgH verkauft – natürlich auch an Kunden, die nicht mit dem Auto kamen. Fotos: SC Bakum

Brötchen aus der Bude: Eine Szene vom „Drive-in“ am Sportplatz. Insgesamt wurden 1500 Brötchen für SgH verkauft – natürlich auch an Kunden, die nicht mit dem Auto kamen. Fotos: SC Bakum

Als am Sonntagvormittag um kurz nach 11.00 Uhr die letzten Brötchen über die „Drive-in“-Theke gingen, war noch lange nicht Schluss. Das Alternativprogramm des SC Bakum für die OV/KSB-Aktion „Sportler gegen Hunger“ nahm noch mal an Fahrt auf. „Das hat sich irgendwie verselbstständigt. Es kamen immer neue Aktionen und Spenden dazu“, berichtete Klubchef Willi Hoping am Tag danach. Er und seine Mitstreiter aus dem Organisationsteam registrierten sehr erfreut, wie sich via Instagram, Facebook und WhatsApp diverse Teams des SC Bakum, Gruppen und Cliquen für SgH ins Zeug legten. Keine Frage: Auch ohne das große Wintervolksfest in der Sporthalle und die Klubmeisterschaft im Fußball drehte sich am letzten Januar-Wochenende fast alles in Bakum um SgH.

Aber alles der Reihe nach. Der Brötchenverkauf des SC Bakum an den „Drive-in“-Stationen auf den Parkplätzen vor dem Pfarrheim, dem Combi-Markt sowie dem Sportcafe Beckmann war ein voller Erfolg. „Es ist super gelaufen“, freute sich Hoping. 1500 Brötchen wurden am Sonntag zwischen 8.00 und 11.10 Uhr verkauft. Dank der Spenden der drei Bäcker Heinrich Mählmeyer, Behrens-Meyer und Heitmann ging der Erlös von knapp 4400 Euro zu 100 Prozent in die SgH-Kasse.

Logistisch klappte alles wunderbar, die drei Stationen wurden fast gleichstark frequentiert. Und: Die Leuchtreklame für „Sportler gegen (euren) Hunger“ war auch im klirrend-kalten Bakumer Morgennebel sehr gut zu erkennen, Gleiches galt für die Ausschilderung. Für die sechs Verkäufer aus dem Orga-Team war's bei minus sechs Grad nicht immer leicht, aber aus der Nachbarschaft wurde Kaffee angeliefert. Sehr hilfreich war der Heizstrahler, der ganz spontan angeschleppt und aufgestellt wurde. „Die Leute waren gut zufrieden, die Aktion mit dem Drive-in ist gut angekommen“, so Hoping.

Ein Fixpunkt im Bakumer SgH-Kosmos ist die große Tombola – auch in Zeiten von Corona. In Bakum und umzu wurden in den vergangenen Wochen sagenhafte 38 000 Lose verkauft, ein neuer Rekord. „Das ist unglaublich“, staunte Hoping und dankte allen Losverkäufern und Käufern. Die Ziehung der 38 Hauptpreise und des „Georg gr. Siemer-Gedächtnispreises“ in Erinnerung an den langjährigen Tombola-Manager wurde aufgezeichnet und am Sonntagvormittag via Youtube ausgestrahlt – angereichert wurde das Video mit diversen Highlights vom Wintervolksfest 2020 („Klein gegen Groß“, „The Masked Singer“).

Insgesamt stehen 761 Preise zur Verfügung; der „Georg gr. Siemer-Preis“, ein XXL-Präsentkorb, geht laut Hoping in den Raum Büschel. Alle Preise können von Dienstag bis Freitag jeweils zwischen 16.00 und 20.00 Uhr beim Klubheim des SC Bakum abgeholt werden. Wichtig: Das Betreten des Gebäudes ist nicht möglich, die Ausgabe der Preise erfolgt über das Küchenfenster. Im Vereinsheim werden auch nur zwei Helfer aus dem Orga-Team aktiv sein. Heißt: Es könnte in der „Rush Hour“ einen Tick länger dauern.

Abseits des Brötchen-Drive-in und der Tombola gab's noch einige Aktionen und Spenden. Die fünf Kartenklubs „Glücksägens Neijohr“, „Wer siegt, gewinnt“, „Die wilden Füchse“, 1. DKC Bakum und Dokoclub Bakum von 1974, dem auch Georg gr. Siemer einst angehörte, spendeten zusammen 1400 Euro. Der Tennisverein Bakum sammelte unterdessen 800 Euro für den dritten verlorenen Milchzahn des kleinen Ludwig. Die Fußballerinnen des SC Bakum spulten diverse Kilometer für SgH ab und kamen auf stolze 1000 Euro. Im Volleyball-Lager des SCB (1. Damen und Oldstars) wurde ebenfalls spontan gesammelt. Ergebnis: 555,55 Euro.

Und dann wäre da ja noch die Aktion „Hochhalten gegen Hunger“. David Schuling, der bereits den Novemberlauf zwischen der 1. und 3. Herren initiiert hatte, traf mit dieser Idee den Nerv der Fußballer. Die B-Junioren, die von Schuling trainiert werden und im Vorjahr das SgH-Turnier „Fußball trifft Fifa“ organisiert hatten, suchten sich Sponsoren und mischten bei der Ball-Jonglage ebenso mit wie die drei Herren-Teams des SCB und die Edeltechniker von der Beurener Straße um Bürgermeister und Ex-Klubchef Tobias Averbeck. Zusammen kamen diese fünf Gruppen auf über 5000 Euro. Auch die Kameraden der Feuerwehr Bakum versuchten sich darin, den Ball mit links und rechts so lange wie möglich zu jonglieren, und sammelten im virtuellen Helm satte 1121,12 Euro.

Innerhalb der 1. Herren entstand ein wahrer Wettstreit um den Titel „König des Hochhaltens“. Michael Burhorst, Spielertrainer des Kreisligisten, setzte am Samstag mit 452 Kontakten den ersten Topwert. Nur 15 Minuten später kam Niklas Kalkhoff mit über 500 Kontakten um die Ecke, gefolgt von Schuling und dem neuen Bestwert 540. Der Ideengeber wähnte sich bereits in Sicherheit („Müsste reichen“), aber dann kam der Burhorst-Konter. Am Sonntagmittag – Töchterchen Anni (5 Monate) war gerade ins Bett gebracht worden – schaffte „Manni“ auf der Terrasse sagenhafte 1230 Kontakte. Das Beweisvideo dauert 13:07 Minuten. Als ihm der Schweiß in die Augen lief, war die Sicht kurz getrübt – und der Ball landete auf dem Boden.

Parallel zum „Hochhalten gegen Hunger“ gab's in der 1. Herren noch den Wettbewerb Unterarmstütz („Plank“) auf Zeit. Betreuer Alois Olberding gewann mit über fünf Minuten nicht nur die Ü-55-Wertung, sondern das Gesamtklassement. Eine von vielen Anekdoten vom Bakumer SgH-Wahnsinn 2021, dessen Gesamterlös in den kommenden Tagen ermittelt wird.

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