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Aufsitzen für den Platzhirsch des SV Carum

Außen vor: In einer Serie rückt OM online ehrenamtliche Mitarbeiter heimischer Sportvereine in den Vordergrund. Heute den
 Carumer Platzwart Dieter Averbeck.

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Das Gefährt ist startklar: Carums Platzwart Dieter Averbeck hält die Sportanlage der Ortschaft in Schuss. Dazu gehört selbstverständlich auch die Pflege des Rasens. Foto: Hilgefort

Das Gefährt ist startklar: Carums Platzwart Dieter Averbeck hält die Sportanlage der Ortschaft in Schuss. Dazu gehört selbstverständlich auch die Pflege des Rasens. Foto: Hilgefort

Der Sportplatz beim SV Carum steht unter Dauerbeobachtung. Kameras gibt es auf dem Arsenal zwar nicht, aber ein Dauergast fegt regelmäßig über das Sportgelände: Dieter Averbeck ist allgegenwärtig – und sein Besen auch.

Der Platzwart sorgt beim SVC dafür, dass Rasen und Spielmarkierungen die richtige Länge haben, dass die Tribünen stets frei von Unrat sind und dass Spieler sowie Funktionäre keine Türen offen stehen lassen. Klingt banal, aber „wenn ich das nicht mache, macht es keiner“, fühlt sich Averbeck verantwortlich. „Ich will das nicht verhunzen lassen“, sagt er. Einen steten Blick auf das Areal hat er von seiner Arbeitsstätte aus, die auf einem gegenüberliegenden Bauernhof liegt. Meistens wechselt Averbeck dann nach Feierabend noch schnell die Straßenseite und pflegt das Carumer Geläuf. „Am liebsten bin ich aber sonntagmorgens da“, sagt er, „da ist Ruhe.“ So war die Corona-Pause für Dieter Averbeck auch eine ganz neue Erfahrung: „Da konnte ich machen, was ich wollte“, sagt er. Das Gras durfte also auch ruhig mal zwei Zentimeter länger sein.

Eine Wette führt zum Comeback als Fußballer

Im Jahr 2010 hat er den Job in Carum übernommen, im Verein dabei ist er jedoch schon seit 1982, mit kleineren Unterbrechungen. Mit 7 Jahren überkam ihn die Lust auf Fußball und für den gebürtigen Dinklager lag der Platz in Carum einfach näher als im Geburtsort. Nach einem Jahr war die Lust dann allerdings schon wieder etwas verflogen, bis es 1996 zu einer Wette kam, die sich so wohl auch nur von der Kreisliga abwärts abspielt: Wenn er zusammen mit einem Kumpel wieder zum Training erscheine, springe dabei eine Kiste Bier heraus, hieß es. Gesagt, getan. Gekommen, dabeigeblieben. Und Flüssignahrung abgestaubt.

Bis 2002 blieb Averbeck als Fußballer aktiv, zuletzt drei Jahre in der 1. Herrenmannschaft. Die Kreisliga war das höchste der Gefühle. Als vereinstreuer „Pfleger“ und Hausmeister in einem wünscht sich der 45-Jährige nach dem Abstieg aus der Kreisliga vor gut einem Jahr eine baldige Rückkehr seine Klubs. Allein schon wegen möglicher Gemeindederbys, beispielsweise gegen den SC Bakum. Der Glaube daran will sich bei dem Dinklager aber nicht so recht einstellen. Für die nächsten Jahre werde das „schwer, einige Mannschaften haben schon Cracks dabei“, sagt Averbeck. In Carum könnte das Motto aber sowieso lauten: Ob Kreisliga oder Kreisklasse, Hauptsache Fußball. Die Spiele des SVC seien nach wie vor gut besucht. „Da kommen immer alle Carumer vorbei“, analysiert Averbeck: „Das finde ich ganz gut.“ Und was ist noch gut? „Dass wir in Carum für Spieler und Funktionäre nichts bezahlen“, findet Greenkeeper Averbeck. Das bedeutet aber auch, dass er seine Arbeitsgeräte selbstständig warten, pflegen und reparieren muss. „Viel zu teuer“, so Averbeck, sei eine Reparatur durch Fremdfirmen. Und außerdem gehe dabei auch noch viel zu viel Zeit drauf.

Vereinshighlights gab's in den letzten Jahrzehnten natürlich auch einige für Dieter Averbeck. Allen voran nennt er zwei Kreispokalsiege als Betreuer der B-Mädchen sowie der 1. Damenmannschaft, 2018 zusammen mit dem jetzigen Vereinsvorsitzenden Ludger Hilgefort. Beim 2:1-Finalsieg in Lutten hätten „die Zuschauer uns den Sieg eingebracht. Da war richtig Stimmung“, erinnert sich Averbeck. Und als Spieler? „Da hab ich leider nichts gewonnen“ resümiert er. Aber es gibt noch etwas. Das alljährliche SgH-Event, berichtet Averbeck. Er hilft regelmäßig in der Cafeteria und am Getränkestand – aus einem einfachen Grund: „Was wir verkaufen, müssen wir ja auch vorher kosten“, sagt er augenzwinkernd.

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