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Auf Rasta wartet ein hungriges Löwen-Rudel

Vechtas Basketballer gastieren am Samstag um 18.00 Uhr in Braunschweig - und dabei gibt's ein Wiedersehen mit Luc van Slooten.

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Was kommt von oben? Rastas Will Vorhees (rechts) und Würzburgs Micah Downs. Foto: Schikora

Was kommt von oben? Rastas Will Vorhees (rechts) und Würzburgs Micah Downs. Foto: Schikora

Der Start in die neue Woche hätte für Rasta Vechta nun wirklich nicht besser sein können. Die rund 740 000 Euro, die der heimische Basketball-Bundesligist aus dem Corona-Hilfspaket des Bundes für den Profisport erhält, geben dem Klub Planungssicherheit für die nähere Zukunft. Die finanziellen Sorgen, ausgelöst durch die Corona-Pandemie und die fehlenden Zuschauer-Einnahmen, sind seit Montag erst mal vom Tisch. Nun gilt es, die Woche auch erfolgreich abzuschließen – und das fällt in den Zuständigkeitsbereich von Trainer Thomas Päch und seinem Team. Rasta gastiert am Samstag um 18.00 Uhr bei den Löwen Braunschweig und hofft, dass es nach der Auftaktniederlage in München und der verkorksten Heimpremiere gegen Würzburg im dritten Anlauf mit dem ersten Sieg klappt.

„Wir müssen einen Weg finden, das Spiel zu gewinnen“, sagt Päch. Er weiß: Bei der Weiterentwicklung des Teams, beim Zusammenwachsen von acht Neuzugängen und drei Etablierten, sind Erfolgserlebnisse wichtig. „Jeder Sieg hilft, sich besser zu finden“, so der Coach. Dass Rasta inklusive Pokal die letzten vier Pflichtspiele verloren hat, löst bei Päch keine Panik aus. „Wir verlieren nicht den Kopf“, erklärt er. Die Sinne seien aber geschärft, so Päch. Er spricht von einer „gesunden Anspannung“.

Mit der Trainingswoche als Reaktion auf das 80:88 gegen Würzburg war Päch „sehr zufrieden“. Der Coach sagt: „Die Jungs waren sehr aktiv, sehr präsent, viel lauter als vorher.“ Vor allem Kapitän Josh Young, Stefan Peno und der noch angeschlagene Dennis Clifford seien „sensationell vorangegangen“, so Päch. Eine Baustelle war die Kommunikation in der Defense, die definitiv besser werden muss. Rasta kassierte in den fünf Pflichtspielen zwischen 85 und 99 Punkte – das kann auf Dauer nicht funktionieren. „Jeder hat verstanden, was zu tun ist“, sagt Young voller Überzeugung. Und Päch ergänzt: „Wir müssen von Anfang an präsenter sein.“

Im Testspiel siegte Rasta mit 79:78

Rasta und Braunschweig standen sich bereits in der Vorbereitung gegenüber. Vechta gewann das Testspiel in der Volkswagen-Arena, in der auch am Samstag gespielt wird, mit 79:78. Robin Christen traf mit der Schlusssirene per Dreier zum Sieg. Vor der Neuauflage um Punkte sagt der Rückkehrer: „Intensität ist wichtig – vor allem, wenn man im Spiel mal eine kleine Durststrecke hat.“ Dass es Rasta noch schwerfällt, konstant über 40 Minuten zu spielen, sei in der Frühphase einer Saison normal. Christen sagt aber auch: „Wir dürfen nicht diese fünf Minuten haben, die uns am Ende das Spiel kosten.“ Christen verspricht: „Wir werden am Samstag besser sein als am letzten Samstag.“

Ob Philipp Herkenhoff in Braunschweig seine Saisonpremiere feiern kann, ist noch offen. Er befindet sich im Aufbautraining, die Entzündung in der eingerissenen Plantarfaszie in der Fußsohle ist abgeklungen.

Die Löwen Braunschweig haben wie Rasta die ersten zwei Liga-Spiele verloren. Gegen Oldenburg gab es ein deutliches 83:111, in Göttingen ein knappes, aber ebenso bitteres 76:79. Im Pokal hatte Braunschweig zunächst mit einem 97:88 gegen Oldenburg überrascht, gefolgt von einem 79:91 gegen Bonn.

Der Dennis-Schröder-Klub – der NBA-Profi ist seit Mai alleiniger Gesellschafter – setzt verstärkt auf deutsche Spieler. Die Löwen haben in Bryon Allen, James Robinson (beide USA) und Martin Peterka (Tschechien) nur drei ausländische Profis im Aufgebot. Alle drei sind neu. Allen kam aus Kroatien, Robinson aus Bayreuth und Peterka vom Champions-League-Teilnehmer Nymburk. Das Trio soll helfen, die Abgänge von Topspielern wie Thomas Klepeisz, Scott Eatherton oder Trevor Releford zu kompensieren.

Van Slooten kommt auf gut elf Minuten pro Partie

Die deutsche Garde wird derweil angeführt von Kapitän Karim Jallow (21 Punkte gegen Oldenburg, 19 in Göttingen), Lukas Meisner (kam aus Bayreuth), Gavin Schilling (aus Ulm), Rückkehrer Kostja Mushidi und Schröders Ex-Teamkollege Bazoumana Kone.

Teil des Braunschweiger Weges ist auch Luc van Slooten (18), der nach vier Jahren bei Rasta Vechta zu den Löwen wechselte, ausgestattet mit einem Vertrag über mehrere Jahre. In den ersten vier Pflichtspielen kam er auf gut elf Minuten Spielzeit pro Partie, in den beiden Begegnungen gegen Oldenburg machte er fünf bzw. sechs Punkte. „Es wird ein harter Kampf“, sagt Young: „Braunschweig hat viele junge Leute, die sehr aggressiv sind.“

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