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Auf null gesetzt – und doch geht es voran

Der VfL Oythe nach dem Abbruch der Zweitliga-Volleyballsaison: Trainer Ali Hobst hat alle Hände voll zu tun.

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Der letzte Saisonauftritt: Oythe feierte am 1. März in Bad Laer einen 3:1-Sieg. Danach folgten ein spielfreies Wochenende und dann der Saisonabbruch. Foto: Weckenbrock

Der letzte Saisonauftritt: Oythe feierte am 1. März in Bad Laer einen 3:1-Sieg. Danach folgten ein spielfreies Wochenende und dann der Saisonabbruch. Foto: Weckenbrock

Im Gegensatz etwa zu Fußballern, Basketballern oder Handballern haben die Volleyballer für den Rest ihrer Saison spieltechnisch gesehen Planungssicherheit. Sie heißt: Abbruch. Nach der Absage des Dachverbandes Volleyball Bundesliga (VBL) für die 1. und 2. Ligen der Damen und Herren folgten auch die Regionalverbände. Während diese Entscheidung die heimischen Mannschaften von der Regionalliga bis zur Kreisklasse unmittelbar vor dem letzten Spieltag traf, war Damen-Zweitligist VfL Oythe mit noch fünf ausstehenden Partien stärker betroffen. Trainer Ali Hobst sagt zur Lage: „Bei uns wurde alles auf null gesetzt. Und die allgemeine Ungewissheit ist nicht schön.“ Sicher sei aber, dass es Zweitliga-Volleyball beim VfL Oythe in der kommende Saison gebe. Der VfL Oythe hatte zum Abbruch Platz acht inne.

Auch finanziell bewegt sich der Schaden in überschaubaren Grenzen. „Dass die Einnahmen von drei Heimspielen wegfallen, ist schon ärgerlich, erschüttert uns jetzt aber nicht in unseren Grundfesten“, sagt Oythes Volleyball-Vorstand Hauke Anders.

Mit dem Spielbetrieb ist auch das Mannschaftstraining eingestellt worden. Die beiden US-Amerikanerinnen Kelsey Collasius und Paulina Modestow wollten angesichts der unsicheren Lage so früh wie möglich in ihre Heimat zurückkehren; dies wurde ihnen von Vereinsseite allerdings auch nahegelegt; Flüge sollten „schnellstmöglich“ (Hobst) gebucht werden, vorzeitige Vertragsauflösungen waren angedacht.

Alle übrigen Kadermitglieder stehen regulär bis Ende April (offizielles Saisonende: 18.4.) unter Vertrag. Da es ich um Aufwandsentschädigungen handele, die der Verein zahle, „hält sich der Schaden in Grenzen“, erklärt Hauke Anders. Den sportlich komplett pausierenden Spielerinnen geht es nach Auskunft von Ali Hobst gut, nur eine Akteurin befindet sich nach der Rückkehr von einem Aufenthalt in einem Risikogebiet vorsorglich daheim in einer zweiwöchigen Quarantäne. Sämtliche Verträge laufen im April aus und müssten unabhängig von Corona für die nächste Saison neu ausgehandelt werden. Hier ist Coach Ali Hobst also jetzt gefragt.

Der 46-Jährige, dessen eigene Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr vor Wochenfrist bekannt gemacht worden war, sieht sich auch ohne Trainingsbetrieb gefordert: „Die Arbeit findet zurzeit nur nicht mehr in der Sporthalle statt.“ Er sitze viel am Laptop und am Telefon, das ein oder andere „physische Treffen mit Sicherheitsabstand“ mit aktuellen oder möglichen neuen Spielerinnen sei auch dabei. Diese Gespräche, so Ali Hobst, gingen jetzt sukzessive los. Es gebe auch einen Meinungsaustausch mit Trainerkollegen zur Lage.

Bei der weiteren Planung der Saison hänge man allerdings in der Luft. „Wer weiß denn jetzt, ob die neue Saison im September startet?“, fragt Ali Hobst. Vom VBL-Vorstand wurde mitgeteilt, dass „Regelungen zu Auf- und Abstieg zu einem späteren Zeitpunkt getroffen und kommuniziert“ werden würden. Ali Hobst befürwortet persönlich ein Heranziehen des Ist-Zustands in der Tabelle; er könnte aber auch damit leben, wenn Abstiege ausgesetzt und die Liga aufgestockt werden würde.

Auch Auf- und Abstiegsfragen in den unteren Ligen sind offen. Dabei hatten die Hobst-Teams Oythe II und III die Aufstiege zur Regionalliga und Verbandsliga sogar vorzeitig gesichert. Auch mit der Zusammenstellung dieser und weiterer Teams ist Ali Hobst zurzeit beschäftigt. Sein Trainerkollege Jimmy Czimek von Ex-Meister DSHS Köln sagte derweil zur offenen Meisterkür: „Auch wenn es im Moment natürlich zweitrangig ist, so fühlen wir dennoch mit dem derzeitigen Tabellenführer Stralsunder Wildcats, dem wir die lang ersehnte Meisterschaft von Herzen gegönnt hätten. Für uns wart ihr in dieser Saison definitiv das beste Team.“

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