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Auf BW Lohne wartet das nächste Schwergewicht

Der Regionalliga-Aufsteiger empfängt den SV Drochtersen/Assel um Torjäger Alexander Neumann. Henning Rießelmann sagt: "Für drei Punkte brauchen wir einen Sahne-Tag."

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Duell an der Seitenlinie: Lohnes Angreifer Bennet van den Berg (rechts) im Spiel beim FC St. Pauli II. Foto: FC St. Pauli

Duell an der Seitenlinie: Lohnes Angreifer Bennet van den Berg (rechts) im Spiel beim FC St. Pauli II. Foto: FC St. Pauli

Klappt's im vierten Versuch mit dem ersten Sieg? Henning Rießelmann antwortet wie aus der Pistole geschossen. „Wir werden wieder Vollgas geben – so, wie wir das in den ersten drei Spielen auch getan haben“, sagt der Trainer des Fußball-Regionalligisten BW Lohne. Und weiter: „Was dann dabei herauskommt, werden wir sehen. Aber klar: Für drei Punkte brauchen wir einen Sahne-Tag, ein perfektes Spiel.“ Der heimische Aufsteiger, der am Sonntag mit dem 3:3 beim FC St. Pauli II seinen ersten Punkt geholt hat, erwartet am Freitagabend (19.30 Uhr) den SV Drochtersen/Assel im Heinz-Dettmer-Stadion.

Lohne würde nur allzu gerne die Glücksgefühle vom späten Ausgleich in Norderstedt noch mal erleben. Aber der Weg zum nächsten Happy End ist erneut steinig. BWL, das zusammen mit Mitaufsteiger Kickers Emden das Schlussduo bildet, ist abermals klarer Außenseiter. Drochtersen/Assel – das klingt im ersten Moment nicht so attraktiv wie Werder Bremen II oder St. Pauli II, wie Hamburger SV II oder VfB Lübeck. Aber ein Blick auf die Tabelle der Nord-Staffel reicht, um festzustellen, dass sich die Blau-Weißen wieder 90 Minuten lang bis zur Decke strecken müssen. Drochtersen/Assel ist Vierter, das jüngste 4:1 gegen den HSV II war beachtlich.

Für Rießelmann ist das Team aus dem Kreis Stade ein „brutal starker Gegner“, ein „absolutes Schwergewicht in der Regionalliga Nord“, eine „richtige Hausnummer“. Er sagt: „Drochtersen/ Assel – das klingt vielleicht wie ein gallisches Dorf. In Wirklichkeit ist das aber ein gestandener Regionalligist.“ Seit 2015 spielt der Klub in der 4. Liga, zweimal war man Vierter (2016, 2020), einmal Fünfter (2019), in der letzten Saison gab's Rang vier in der Abstiegsrunde – mit großem Polster auf die Abstiegsplätze.

Rotation im BWL-Tor: Dedovic räumt seinen Platz für Bollmann

Drochtersens Spieler haben über 1200 Regionalliga-Einsätze in ihrer Vita, wie Rießelmann in seiner Gegner-Analyse ermittelt hat. Angeführt wird der nächste BWL-Widersacher von Torjäger Alexander Neumann (33), der seit 2014 in Drochtersen spielt und in 226 Regionalliga-Partien für „D/A“ und Rehden (2012 bis 2014) bislang 87 Tore erzielt hat. „Er ist vielleicht der beste Stürmer der Liga“, so Rießelmann.

Der BWL-Coach und sein Trainerstab haben unter der Woche viel Zeit investiert, um das umfangreiche Video- und Daten-Material des Scouting-Anbieters „Die Ligen“ zu sichten und einen Matchplan für Freitagabend zu erarbeiten. Rießelmann deutete an, dass die Gegner-Analyse deutlich mehr Raum einnimmt als noch zu Oberliga-Zeiten. „Da kommen schnell 20 Stunden zusammen“, sagt er.

Mit Blick auf die Weiterentwicklung des eigenen Teams erklärt Lohnes Trainer: „Wir müssen schnell lernen. Und wir haben auch schon viel gelernt und uns inzwischen auch an das viel höhere Tempo gewöhnt.“ Dafür sei man zuletzt in jeder Trainingseinheit an die Grenzen gegangen. Am Sonntag bei St. Pauli II habe seine Mannschaft in den ersten 45 Minuten „die beste Halbzeit in dieser Saison“ gespielt, sagt Rießelmann: „Das macht Mut.“ Der kleine, aber feine Unterschied zwischen Mithalten und Gewinnen sei jedoch nicht von der Hand zu weisen. „Dass wir erst einen Punkt haben, passt vom Gefühl her nicht zu dem, was wir gespielt haben“, betont Rießelmann.

In Sachen BWL-Startelf wird es mindestens drei Änderungen geben. Phil Sarrasch, der im Spiel bei St. Pauli II überragend agierte und zwei seiner drei Saisontore erzielte, sitzt eine Gelb-Rot-Sperre ab. „Er wird uns fehlen“, hadert Rießelmann. In der Abwehr muss Lohne den Ausfall von Christian Düker (Rot-Sperre) kompensieren. Kandidaten für die freie Position sind Malte Wengerowski und Lennard Maßmann. Im Tor greift erstmals die vor der Saison angekündigte Drei-Spiele-Rotation: Marko Dedovic, Neuzugang aus Münster und bislang mit viel Licht und etwas Schatten, muss den Platz zwischen den Pfosten räumen. Christoph Bollmann feiert sein Regionalliga-Debüt. Im Angriff gibt's einige Optionen: Marek Janssen gehört nach auskurierter Oberschenkelzerrung wieder dazu. „Die Physios haben grünes Licht gegeben“, sagt Rießelmann. Er gibt allerdings auch zu bedenken, dass bereits am Mittwoch das Duell mit Atlas Delmenhorst folgt, dem Ex-Klub von Janssen.

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