Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Auch Barßels Bürgermeister leidet mit S04

Nils Anhuth ist glühender Schalke-Fan. Wie andere Anhänger aus der Region sorgt er sich um die Zukunft von Schalke 04. Doch er und der gebürtige Gelsenkirchener Jürgen Bernert haben noch Hoffnung.

Artikel teilen:
Wir brauchen...: ... dringend Punkte. Der FC Schalke 04 muss sich große Sorgen um den Klassenerhalt machen. Am Samstag geht‘s gegen die TSG Hoffenheim. Foto: Picture Alliance/DPA/Guido Kirchner

Wir brauchen...: ... dringend Punkte. Der FC Schalke 04 muss sich große Sorgen um den Klassenerhalt machen. Am Samstag geht‘s gegen die TSG Hoffenheim. Foto: Picture Alliance/DPA/Guido Kirchner

Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga, seit nunmehr 30 (!) Partien ohne Sieg, kaum Hoffnung auf eine Wende zum Guten – Anhänger des FC Schalke 04 haben es in diesen Tagen wahrlich nicht leicht. Auch im Kreis Cloppenburg leiden Fans derzeit quasi von Woche zu Woche mit ihrem Lieblingsverein. OM-Online hat zwei Königsblaue aus Leidenschaft gefragt, wie sie die aktuelle Situation einschätzen und ob sie trotz der nicht enden wollenden Negativserie noch an den Klassenerhalt glauben.

Nils Anhuth, seit 2014 Bürgermeister der Gemeinde Barßel und seit eh und je S04-Fan, fühlt sich „ein Stück weit wie im falschen Film“. Der 34-Jährige hat versucht, die vielen Pleiten mit Galgenhumor zu nehmen, oder sie nicht zu nah an sich herankommen zu lassen. Geholfen hat: nichts. „Je näher die Spieltage rücken, desto größer wird trotz all des Frustes die Hoffnung. Und jede Niederlage tut nach wie vor weh“, sagt Anhuth.

Warum es bei den Schalkern seit der 0:5-Pleite beim FC Bayern vor knapp einem Jahr so mies läuft, vermag er nicht zu sagen. „Ich bin ratlos, weil viele Spieler, die damals noch überzeugt haben, mittlerweile nicht mehr wiederzuerkennen sind. Irgendwie läuft einfach alles gegen uns“, sagt Nils Anhuth. „Das ist jetzt nur noch Kopfsache.“

Noch immer optimistisch: An den Festtagen warf sich Nils Anhuth mit einem Schalke-Weihnachtspulli in Schale. Foto: AnhuthNoch immer optimistisch: An den Festtagen warf sich Nils Anhuth mit einem Schalke-Weihnachtspulli in Schale. Foto: Anhuth

Auch wenn Barßels Bürgermeister nach dem „Gegurke“ der vergangenen Wochen und Monate der Glaube an seine Mannschaft etwas abhandengekommen ist, hat er noch Hoffnung. „Das Gute ist, dass der Rückstand auf den Relegationsplatz nur sechs Punkte beträgt.“

"Wenn ich daran denke, dass wir in einem Atemzug mit Tasmania genannt werden, tut das richtig weh."Jürgen Bernert

Dass der FC Schalke 04 am Samstag auch gegen Hoffenheim nicht gewinnt und damit den Sieglos-Rekord von Tasmania Berlin einstellen würde (siehe Faktenkasten), interessiert Nils Anhuth nicht. „Hauptsache, wir halten irgendwie die Bundesliga, der Rest ist mir egal.“

Jürgen Bernert, gebürtig aus Gelsenkirchen und 1985 nach Cloppenburg gezogen, sieht das komplett anders. „Wenn ich daran denke, dass wir in einem Atemzug mit Tasmania genannt werden, tut das richtig weh. Das ist nicht schalkewürdig. Gegen Hoffenheim muss es einfach klappen.“

Bernert ist nicht erst seit dieser Spielzeit enttäuscht von dem Klub aus dem Ruhrpott. „Ich habe vor zwei Jahren meine Dauerkarte abgegeben, weil ich die Leistungen nicht mehr ertragen konnte“, sagt der langjährige Tischtennis-Spieler des Post-SV Cloppenburg. „Meiner Meinung nach hat Christian Heidel den Verein kaputt gemacht, als er Manager war. Er hat die falschen Spieler für viel zu viel Geld geholt.“

Aus Gelsenkirchen: Natürlich ist Jürgen Bernert S04-Fan. Foto: BernertAus Gelsenkirchen: Natürlich ist Jürgen Bernert S04-Fan. Foto: Bernert

Sollte der FC Schalke 04 tatsächlich den Gang in die
2. Liga antreten müssen, würde sich Jürgen Bernert seine Dauerkarte zurückholen, um den Verein zu unterstützen. Seine Hoffnung? Mit einem ebenso neuen wie jungen Team bessere Zeiten einleiten.

Kolašinac-Rückkehr stimmt Fans positiv

Noch ist es allerdings nicht so weit und die Schalker Teil von Deutschlands Eliteliga. Damit das so bleibt, müssen neue Spieler her – da sind sich Nils Anhuth und Jürgen Bernert einig. Mit der Rückkehr von Sead Kolašinac sei auf jeden Fall ein Anfang gemacht. „Er kann und muss die anderen jetzt mitziehen“, sagt Anhuth. Und Bernert ergänzt: „Er ist ein echter Schalker, ich verspreche mir viel von seiner Verpflichtung. Meiner Meinung nach müssen aber noch vier, fünf weitere Neuzugänge folgen, wenn wir noch eine Chance haben wollen.“

Sowohl Anhuth als auch Bernert werden ihr Team so oder so weiterhin leidenschaftlich anfeuern, auch wenn es wie zuletzt äußerst schmerzhaft sein sollte. „Anders geht es aber nicht, Schalke ist und bleibt mein Verein“, sagt Jürgen Bernert.


Fakten:

  • Den bisherigen Rekord der längsten Serie ohne einen einzigen Bundesliga-Sieg hält Tasmania Berlin.
  • In der Saison 1965/66 ging die Mannschaft 31-mal in Folge als Verlierer vom Platz.
  • Sollte Schalke am kommenden Samstag nicht gegen die TSG Hoffenheim gewinnen, würden die Königsblauen diesen unrühmlichen Rekord einstellen.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Auch Barßels Bürgermeister leidet mit S04 - OM online