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An einem Ort zwei Teams vor dem Abstieg gerettet

Sportplatz Schengbier in Hengelage: Mit diesem Ort verbindet Ludger Middendorf seine sportlich schönsten Momente.

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BVC-B-Jugend 1966. Oben von links: Trainer Klaus Ebel, Paul Voet, Günter Kitzler, Carl-Wilhelm Macke, Arnold Hochartz, Bernd Diekmann, Ludger Reddemann, Hans Tholen. Unten von links: Peter Bünger, Wilfried Bruns, Werner Schröder, Karl-Heinz Blum, Jochen Barein, Hubert Schumacher, Ludger Middendorf. Foto: Archiv Ebel

BVC-B-Jugend 1966. Oben von links: Trainer Klaus Ebel, Paul Voet, Günter Kitzler, Carl-Wilhelm Macke, Arnold Hochartz, Bernd Diekmann, Ludger Reddemann, Hans Tholen. Unten von links: Peter Bünger, Wilfried Bruns, Werner Schröder, Karl-Heinz Blum, Jochen Barein, Hubert Schumacher, Ludger Middendorf. Foto: Archiv Ebel

Sein Verein ist der BV Cloppenburg: Über Jahrzehnte kickte Ludger Middendorf für den Klub von der Friesoyther Straße. Mit einer Ausnahme: In der Saison 1971/72 zog es ihn für eine Spielzeit ans Waldeck zum SV Molbergen.

Organisierter Fußball war für den heute 70-Jährigen in frühester Kindheit nicht angesagt. Stattdessen wurde mit den Nachbarjungs nahe des Elternhauses an der Löninger Straße auf dem Marktplatz gebolzt. Im Alter von 14 Jahren zog es ihn dann zum BV Cloppenburg, wo er seine Karriere als B-Jugendlicher unter Trainer Klaus Ebel begann. Nach der A-Jugend schaffte Middendorf gleich in seinem ersten Herrenjahr den Sprung in die damals von Josef Gerst trainierte erste Mannschaft des BVC.

1971 folgte der Wechsel zum SV Molbergen, weniger aus sportlichen als vielmehr aus weit erfreulicheren Gründen. Zusammen mit der künftigen Ehefrau Renate, in Molbergen geboren, verbrachte der Mittelfeldspieler auch privat einiges an Zeit im Nachbarort. Was lag da näher, als auch die Fußballschuhe für den Waldeck-Klub zu schnüren. Zusammen mit Bernd Diekmann und Karl-Heinz Blum wechselte Middendorf zum SVM, was ihm beim BV Cloppenburg so gar kein Lob einbrachte.

Doppeltorschüze: Ludger Middendorf traf in den 70er Jahren in Entscheidungsspielen für den BV Cloppenburg und auch für den SV Molbergen. Foto: WulfersDoppeltorschüze: Ludger Middendorf traf in den 70er Jahren in Entscheidungsspielen für den BV Cloppenburg und auch für den SV Molbergen. Foto: Wulfers

„Bei euch kauf ich keine Brötchen mehr“, ließ den Bäckermeister der künftige Vereinswirt Bubi Stuckenberg wissen. Zwar dürfte der Umsatz bei den middendorfschen Teigwaren trotz Stuckenbergs Brötchenboykott keineswegs exorbitant eingebrochen sein, doch nach einer Spielzeit zog es „Lui“ zurück zu seinem BVC. Nach weiteren Jahren in der ersten Mannschaft rückte mehr und mehr der Beruf in den Vordergrund. 1974 war Meisterschule angesagt, sodass ambitionierter Fußball in den Hintergrund rückte. Middendorf blieb aber dabei, kickte weiterhin in der zweiten und dritten Mannschaft und war auch noch in diversen BVC-Altherrenteams dabei. Erst 1995 war nach überstandener schwerer Krankheit endgültig Schluss mit dem aktiven Fußball.

„Mein sportliches Vorbild war der Mönchengladbacher Hacki Wimmer. Er war der Ballschlepper für Günter Netzer, ich für Bernd Niehe“, schmunzelt Middendorf. Bei der Frage nach seinem schönsten Sportmoment kommen ihm spontan zwei Partien in den Sinn. „Ich habe an gleicher Stelle das entscheidende Tor für zwei unterschiedliche Mannschaften geschossen. Das hat sicher Seltenheitswert und ist vielleicht sogar einmalig.“

Middendorfs großer Auftritt in der Verlängerung

Partie eins: Im Mai 1970 kam es auf dem Sportplatz Schengbier in Hengelage zum entscheidenden Spiel um den Verbleib in der Verbandsliga-West. Gegner des BVC war der Kreisrivale BV Essen. Die Essener 1:0-Führung durch Heinz Niehe (53.) egalisierte Willi Schlömer sechs Minuten vor Schluss. Verlängerung war folglich erforderlich und in der hatte Middendorf seinen großen Auftritt. In der 118. Minute drosch er den Ball zum umjubelten 2:1 unter die Latte. „Danach war feiern in der Walhalla angesagt, doch ich war nicht lange dabei. Für mich war flirten wichtiger“, lacht er.

Partie zwei: Ebenfalls auf neutralem Ort und wiederum auf dem Sportplatz Schengbier in Hengelage bestritt der SV Molbergen im Mai 1972 ein Entscheidungsspiel um den Absteiger aus der Bezirksliga gegen Rot-Weiß Damme. In der ausgeglichenen Partie traf Middendorf sieben Minuten vor Schluss zum entscheidenden 1:0. „Das war ein unvergessliches Erlebnis. Über 1000 Zuschauer und dann das einzige Tor erzielt: das war für mich schon ein echtes Highlight.“

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