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Am Sonntag kommt's auf die Leidensfähigkeit an

Kolumne: WM in der Wüste – Thema: Das nächste Gruppenspiel gegen Spanien.

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Wie man schon bei der letzten Kolumne vernommen hat, versuche ich grundsätzlich optimistisch und positiv zu sein. Deswegen hoffe ich auf die Wende zum Guten, wenngleich es jetzt ein bisschen schwerer fällt, daran zu glauben – aufgrund der ganzen Negativität, die ich rund um das Japan-Spiel vernommen habe, und auch aufgrund des Auftritts von Spanien. Sie sind in bestechender Form, wenngleich es „nur“ Costa Rica war. Aber die bisherigen Spiele dieser Weltmeisterschaft haben gezeigt, dass man die kleineren Nationen nicht einfach so mit 7:0 nach Hause schickt. Es wird eine sehr große Aufgabe für unsere Mannschaft.

Aus eigener Spielersicht kann ich den Nationalspielern nur empfehlen, möglichst wenig zu lesen, also Zeitungen, andere Medien, vor allem Social Media. Es ist wichtig, den Fokus nur auf das Sportliche zu lenken. Ich wünsche der Mannschaft, dass es in der Vorbereitung auf das Spanien-Spiel wieder deutlich mehr um Fußball geht als um andere Themen. Ich glaube, es hilft der Mannschaft, wenn nur der Fußball im Fokus ist, wenn sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können.

Für die ganze Mannschaft ist es nicht ohne, so ins Turnier zu starten. Mit einem Sieg zum Auftakt holst du dir eine gewisse Selbstverständlichkeit, das ist jetzt nicht gegeben. Dieses 1:2 abzuschütteln, ist schwer.

Gegen Spanien wird es ein komplett anderes Spiel als gegen Japan, da hatten wir gefühlt 80 Prozent Ballbesitz. Spanien ist sehr spielfreudig und extrem ballsicher. Das Mittelfeld ist das Prunkstück. Altmeister Sergio Busquets mit seinen 34 Jahren ist nach wie vor beeindruckend. Seine Spielintelligenz, seine Ruhe und Ballsicherheit, einfach klasse. Und flankiert wird er von den beiden jungen Achtern, von Gavi und Pedri, der eine 18, der andere gerade 20. Die machen das richtig gut, sie haben so viel Talent. Da wird es darauf ankommen, wie leidensfähig die deutsche Mannschaft sein wird.

In der Abwehr wird es auch nötig sein, Härte zu zeigen, resolut zu sein. Wir müssen eigene Ballbesitzphasen kreieren, um für Entlastung zu sorgen. Und Standards können ein entscheidender Faktor sein, um das Spiel auf unsere Seite zu ziehen. Das braucht man, um solche Nationen zu schlagen.

Personell wünsche ich mir nach wie vor, dass Süle in die Innenverteidigung geht. Für Schlotterbeck. Das Spiel gegen Japan hat gezeigt, dass er nicht so stabil ist. Kehrer könnte dann rechts hinten spielen. Rüdiger sehe ich dann als linken Innenverteidiger, um Raum mehr Sicherheit zu geben, wenn er seine Ausflüge nach vorne macht.

Im Mittelfeld und vorne würde ich eventuell einen Spieler wie Gnabry erstmal opfern, um mit Goretzka mehr Körperlichkeit und Personal ins zentrale Mittelfeld zu kriegen. Für mich ist es aber auch eine Option, Kimmich nach rechts hinten zu stellen. Er hat gegen Japan defensiv hinten raus einige Schwächen im Zweikampf gezeigt. Dann könnte man mit Gündogan und Goretzka im Zentrum spielen. Gündogan hat gegen Japan ein gutes Spiel gemacht, und seine Wichtigkeit hat sich nach seiner Auswechslung gezeigt.

Musiala hat bewiesen, warum er spielen muss. Ich habe echt gestaunt, was er alles kann. Leider fehlte die Konsequenz vor dem Tor. Müller ist ähnlich wichtig wie Gündogan, das habe ich ja schon mal betont. Vorne denke ich, dass Havertz noch eine Chance bekommt. Füllkrug ist eher ein klarer Strafraumstürmer, und wir werden zunächst nicht viele Strafraumaktionen haben.

Dass sich die Spieler nach dem Japan-Spiel auch gegenseitig kritisiert haben, spricht für eine gewisse Frustration, was auch normal ist nach so einem Spielverlauf. Das sollte man nicht zu hoch hängen. Alle wissen, was ihnen bei einem frühen Ausscheiden blüht. Aber es stimmt: Es ist nicht das beste Zeichen, öffentlich aufeinander zu schimpfen. Das sollte besser intern angesprochen werden.

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