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Als Youngster vor 14.000 Fans gegen RW Essen

In der Serie "Mein schönster Sportmoment" erinnert sich der ehemalige Fußballer Marcus Kunisch an sein Debüt bei Dynamo Dresden. Am Ende der Saison 2003/04 stand der Aufstieg in die 2. Bundesliga.

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Allein gegen drei: Marcus Kunisch (gelbes Trikot, im Spiel gegen den BV Essen) zählte beim SV Bevern, wie auch in Friesoythe und Emstek zu den absoluten Leistungsträgern. Foto: Wulfers

Allein gegen drei: Marcus Kunisch (gelbes Trikot, im Spiel gegen den BV Essen) zählte beim SV Bevern, wie auch in Friesoythe und Emstek zu den absoluten Leistungsträgern. Foto: Wulfers

In acht Vereinen spielte Marcus Kunisch im Erwachsenenbereich Fußball, doch als seinen schönsten Sportmoment bezeichnet der heute 36-Jährige gleich seinen ersten Einsatz. Im Trikot von Dynamo Dresden absolvierte der 19 Jahre alte Youngster sein Debüt in der Regionalliga. Gegen Rot-Weiß Essen gab es vor 14.000 Fans ein 0:0.

Im Alter von fünf Jahren begann das Interesse am Fußball, so dass Kunisch noch vor dem Schulbeginn beim FSV Hoyerswerda seine ersten Begegnungen mit dem Ball hatte. Das Talent des damals noch als Stürmer daherkommenden jungen Kickers blieb den großen Vereinen in der ehemaligen DDR nicht verborgen. Und so zog es Kunisch als B-Jugendlicher in die Sportschule zu den traditionsreichen Dresdener Dynamos. Über die Stationen U17 und U19 war kurzzeitig die zweite Mannschaft angesagt, doch kurz darauf folgte das Debüt in der ersten Mannschaft.

Gleich sein erster Einsatz ist Kunisch auch heute noch in bester Erinnerung. „Es war der 3. April 2004. Wir hatten ein Heimspiel gegen die damalige Übermannschaft von Rot-Weiß Essen. Ich wurde eingewechselt und hätte fast für die Entscheidung gesorgt. Bei einem Kopfballduell wurde ich aus meiner Sicht klar gefoult. Der Schiedsrichter hat aber wohl gedacht, den Kunisch kennt noch keiner, da lass ich mal weiterspielen“, schmunzelt er.

Marcus Kunisch. Foto: WulfersMarcus Kunisch. Foto: Wulfers

Dass es gegen den Tabellenführer zu einem torlosen Remis reichte, löste in Dresden so etwas wie eine Aufbruchstimmung aus. So stand am Saisonende hinter dem Klub von der Hafenstraße ein zweiter Platz, der zum Aufstieg in die 2. Bundesliga berechtigte. Fast genauso präsent ist Kunisch noch die anschließende Mega-Feier. „Ganz Dresden stand kopf. Wir wurden vor 35.000 Fans auf dem Dresdener Altmarkt gefeiert.“

Der Sprung in die zweithöchste deutsche Liga hatte für ihn dann aber auch seine Schattenseite. „Der Aufstieg war für mich als junger Spieler auch ein Verhängnis. Die Mannschaft wurde personell erheblich verstärkt und ich zum Oberligisten FV Dresden ausgeliehen.“ Es folgte nach nur einer Saison eine weitere beim SV Wehen-Wiesbaden, bevor es Kunisch dann ins Oldenburger Münsterland verschlug.

In der Saison 2006/2007 kickte er für den BV Cloppenburg. Und auch dort hat er eine Partie noch in bester Erinnerung. Der damalige Oberligist hatte sich als Sieger des Niedersachsenpokals für die erste DFB-Pokal-Hauptrunde qualifiziert und erwischte ein Traumlos. Der 1. FC Nürnberg mit dem damaligen Trainer Hans Meyer war am 9. September 2006 vor 7000 Zuschauern Gast an der Friesoyther Straße. Und das Team von Coach Jörg Goslar bot dem Favoriten und späteren DFB-Pokalsieger einen packenden Fight. Ivica Banović traf für den Bundesligisten zum 1:0 (58.). Kurz vor Schluss dann die große Möglichkeit zum Ausgleich. „Nach einer perfekten Flanke von Marek Klimczok hab ich den Kopfball knapp übers Tor gesetzt. Den hätte ich machen müssen“, ärgert sich Kunisch noch heute.

Kunisch ist Trainer der F-Junioren des SV Emstek

Goslar funktionierte den gelernten Angreifer dann zum Abwehrspieler um, eine Maßnahme, von der danach etliche Kreisvereine profitieren sollten. Vier Jahre Hansa Friesoythe, deren vier beim SV Emstek und zum Abschluss drei Serien beim SV Bevern: Kunisch war und ist heimisch geworden in Südoldenburg. Mit Ehefrau Lili sowie den Kindern Lene (10 Jahre) und Flynn (7 Jahre) lebt das Quartett in Emstek und erwartet im April des kommenden Jahres erneut Nachwuchs.

Mit dem aktiven Fußball ist für Kunisch seit Ende 2018 indes Schluss. Ein Knochenödem im Knie erwies sich als zu hartnäckig, doch ganz ohne Fußball geht‘s für „Kune“ natürlich nicht. Sohn Flynn kickt in der ersten F-Jugend des SV Emstek mit dem Vater als Trainer. Ob als offensiver oder defensiver Akteur, diese Frage vermag der coachende Vater (noch) nicht zu beantworten. „Das Talent hätte er ja für beide Möglichkeiten geerbt.“

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