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Als verschworene Einheit in sichere Gefilde

Cloppenburgs Drittliga-Volleyballfrauen wollen sich in der Saison 2020/2021 aus dem Abstiegskampf heraushalten. Indes ist die Dritte Liga West in der neuen Saison so groß wie nie zuvor.

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TV Cloppenburg 2020/2021: Von links: Lisa Lammers, Karoline Meyer, Polina Bizhko, Jule Lampe, Trainer Tomislav Ristoski, Katharina Rathkamp, Mannschaftsführerin Marita Lüske, Christine Tabeling, Ilona Dacevic. Foto: Langosch

TV Cloppenburg 2020/2021: Von links: Lisa Lammers, Karoline Meyer, Polina Bizhko, Jule Lampe, Trainer Tomislav Ristoski, Katharina Rathkamp, Mannschaftsführerin Marita Lüske, Christine Tabeling, Ilona Dacevic. Foto: Langosch

Zweimal ist das Glück den Volleyballerinnen vom TV Cloppenburg hold gewesen und hat sie vor dem Abstieg aus der Dritten Liga West bewahrt.

Nach der Saison 2018/2019 waren mit dem BSV Ostbevern und dem VC Allbau Essen zwei Mannschaften aufgestiegen, mit den SF Aligse kam aber nur ein Team aus der 2. Bundesliga runter. Der frei werdende Platz fiel an den TVC. In der vergangenen Serie stand es schlecht um die Mannschaft von Trainer Tomislav Ristoski, bevor das Coronavirus für einen Saisonabbruch sorgte. Der Verband entschied, dass die Mannschaften, die noch eine Chance auf den Klassenerhalt hatten, in der Dritten Liga bleiben durften. Glück im Unglück.

Dritte Liga West ist so groß wie nie zuvor

Das hat in der Konsequenz auch zur Folge, dass die Dritte Liga West mit 14 Mannschaften nunmehr so groß ist wie nie zuvor. Außerdem spielt das Stützpunktteam des VC Olympia Münster diesmal eine komplette Runde mit, anstatt wie bislang nur einmal gegen jeden Gegner anzutreten. Auf die Cloppenburgerinnen kommen 26 Spiele zu.

„Das ist ein Brett“, meint Trainer Tomislav Ristoski, der aber – wie so viele Sportler – in erster Linie froh ist, dass die Vorbreitung läuft und die Saison offenbar tatsächlich am Wochenende beginnt. Das ist nicht selbstverständlich. Die Nordstaffel beispielsweise hat den Start in die Punktspielserie 2020/2021 erst einmal verschoben. Ristoski hätte sich aber gewünscht, dass die Staffel regional geteilt worden wäre und dann anschließend eine Meister- und Abstiegsrunde ausgetragen worden wäre. In etwa so, wie es in der Landesliga der Fußballer praktiziert wird. Grundsätzlich aber ist der TVC-Coach sehr zufrieden, wie die Volleyballer mit der Coronakrise bislang umgegangen sind: „Die Verantwortlichen haben schnelle und klare Entscheidungen getroffen, das war richtig gut.“

„Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“Trainer Tomislav Ristoski

Wie gut für den TVC die kommende Saison wird, muss sich noch herausstellen. Cloppenburg ist die einzige Mannschaft, die seit Einführung der Dritten Liga im Jahr 2012 durchgängig in dieser Staffel spielt – und das soll auch so bleiben. Auf Zitterpartien, wie in de letzten beiden Serien, können und wollen die TVC-Frauen gern verzichten. „Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben“, sagt Ristoski und ist zuversichtlich, dieses Ziel auch zu erreichen. Aber: Der Optimismus hat schon vorab Dämpfer erhalten. Sowohl die Nordmazedonierin Tea Terzievska als auch Krystsina Bustamante aus Weißrussland sitzen noch in ihren Heimatländern fest und warten auf die Genehmigung, nach Deutschland zurückkehren zu können. Die Coronavorschriften lassen die Einreise nicht zu. Die bis zum 31. August geltenden Bedingungen sind bis zum 14. September verlängert worden, so dass der TVC zumindest die ersten beiden Punktspiele ohne Terzievska und Bustamamte-Lapko bestreiten muss.

Außerdem fehlt dem Team derzeit eine Libera. Sowohl Kristin Fischer als auch Irene Wessel sind derzeit in „Mutterschutz“, so dass der Cloppenburger Kader merklich ausdünnt. Umso wichtiger, dass zum einen Jule Lampe nach einem Kreuzbandriss wieder auf dem Feld steht und zum anderen zwei Rückkehrerinnen viel Qualität in den Kader bringen. Karoline Meyer ist nach ihrem mehrjährigen „Ausflug“ nach Cappeln wieder da. Beim Verbandsligisten hatte sie als Außenangreiferin gespielt, beim TVC kehrt sie auf ihre angestammte Position als Zuspielerin zurück. Außerdem ist Lisa Lammers wieder da. Vor zwei Jahren hatte sie den TVC verlassen, weil es für die Mittelblockerin beruflich bedingt nach Hamburg ging, nun trägt sie wieder das Cloppenburger Trikot. „Man kommt vom TVC einfach nicht los“, meint die 25-Jährige schmunzelnd An Spielpraxis mangelt es ihr nicht, in der Hansestadt war sie beim Eimsbütteler TV in der Dritten Liga Nord aktiv.

Gute Laune und richtig Lust auf die Saison: Trainer Tomislav Ristoski und die beiden Rückkehrerinnen, Lisa Lammers (links) und Karoline Meyer. Foto: LangoschGute Laune und richtig Lust auf die Saison: Trainer Tomislav Ristoski und die beiden Rückkehrerinnen, Lisa Lammers (links) und Karoline Meyer. Foto: Langosch

Der Auftakt in die Saison hat es in sich: Am Samstag starten die Cloppenburgerinnen beim FCJ Köln II, eine Woche später ist der erste Heimspielgegner niemand Geringerer als Zweitligaabsteiger SV Bad Laer. Das Team aus dem südlichen Landkreis Osnabrück hat sich freiwillig aus dem Unterhaus zurückgezogen. Am dritten Spieltag geht es dann zum MTV Hildesheim. „Das ist happig“, findet Tomislav Ristoski. „Das sind drei Mannschaften zu Beginn, die ich alle ganz oben erwarte. Köln hat zwar sechs, sieben Spielerinnen verloren, aber auch einige aus der ersten Mannschaft dazu bekommen, Bad Laer bringt viel Zweitligaerfahrung mit und Hildesheim hat in der vorigen Saison Platz vier belegt und ist bestimmt nicht schlechter geworden.“

Ohnehin erwartet der Trainer eine ausgeglichene Liga. Ausreißer nach unten, wie in der Saison 2019/2020 der SV Wietmarschen (holte nur einen einzigen Punkt), erwartet Ristoski nicht. Von den Aufsteigern hat er eine hohe Meinung: „Bayer Leverkusen II ist eine typische zweite Mannschaft, deren Spielerinnen das Ziel haben, in die Erste zu kommen. VoR Paderborn macht seit Jahren einge gute Arbeit, da wächst richtig etwas heran – ähnlich wie beim VC Osnabrück.“

"Unsere beiden Rückkehrerinnen kennen die Mannschaft. Da war keine Integrationsarbeit nötig."Trainer Tomislav Ristoski

Was ist denn das Plus, mit dem der TVC sein Ziel erreichen will? „Wir sind eingespielt, unsere beiden Rückkehrerinnen kennen die Mannschaft. Da war keine Integrationsarbeit nötig“, freut sich Ristoski über eine verschworene Einheit. Nach einer ganzen Batterie von Testspielen, einer harten Vorbereitung mit vierwöchiger intensiver Arbeit an den Grundlagen und anschließend mindestens drei Einheiten pro Woche ist sie für die Saison gerüstet: „Wir sind bereit“, meint Ristoski. Auf das Glück der vergangenen beiden Spielzeiten will sich der TVC nicht verlassen, sondern sich vielmehr aus dem Abstiegskampf heraushalten und in sicheren Gefilden der Liga landen.

Die coronabedingten Auflagen bei Heimspielen kann der TVC relativ leicht erfüllen. „Wir haben für das Hygienekonzept eng mit unseren Handballern zusammengearbeitet, die haben ganz andere Sorgen. Die Absprachen mit den Handballern haben übrigens supergut geklappt, das war toll“, sagt Ludger Wessel, stellvertretender Abteilungsleiter der TVC-Vollebyallabteilung. „Wir kalkulieren ja mit gerade einmal 100 bis 150 Zuschauern, die können wir in der Halle an der Leharstraße leicht unterbringen.“ Darüber hinaus planen die TVC-Volleyballerinnen, eine App einzurichten, über die man sich per QR-Code für die Heimspiele registrieren kann.

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