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Als Las Vegas noch schillernd funkelte

Anja Kampers über ihre US-Open-Tour im März 2001. Heute ist sie Grundschullehrerin in Hessisch Oldendorf.

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Sonne tanken: Anja Kampers bei einem Spaziergang an der Weser. Foto: Kampers

Sonne tanken: Anja Kampers bei einem Spaziergang an der Weser. Foto: Kampers

Kürzlich in den ARD-Tagesthemen: Eine kleine Momentaufnahme vom „Strip“, dem Las Vegas Boulevard mit seinen Casinos und Luxushotels. Nix los zwischen „Flamingo“ und „Bellagio“, die Coronavirus-Pandemie hatte auch das Spielerparadies im US-Bundesstaat Nevada lahmgelegt. Anja Kampers hat die Glitzer-und-Glamour-Meile, den Inbegriff für Las Vegas, anders in Erinnerung. „Oh ja, das war ein tolles Erlebnis. Die ganzen Lichter, die Shows und der Trubel – das war echt beeindruckend. Und wir hatten unser Hotel direkt am Strip“, erzählt die Holdorferin. Gut 19 Jahre ist es jetzt her, dass Anja Kampers als Taekwondo-Kämpferin bei den US Open in Las Vegas am Start war. Sportlich endete das Abenteuer bereits in Runde eins, aber die Erinnerungen an die neun Tage in Amerika sind geblieben. „Das war meine phänomenalste Reise im Sport, zusammen mit dem World Cup in Kairo“, sagt Anja Kampers.

Für die Athletin vom OSC Damme, damals 21 Jahre alt, waren die US Open das letzte große Highlight in ihrer Karriere. 2001 zog sich Anja Kampers aus dem Leistungssport zurück, um sich auf ihr Lehramtsstudium in Osnabrück zu konzentrieren. „Es ging jahrelang immer um Leistung, um Wettkampf. Es hat mir auch echt großen Spaß gemacht und Power gegeben, aber irgendwann war dann auch Zeit für Neues“, sagt Anja Kampers.

Zwischen 1993 und 2001 gehörte sie zu den Top-Heimatsportlern im Kreis Vechta – bei der OV-Sportler-des-Jahres-Wahl landete sie sechsmal in Folge in den Top 3; viermal als Zweite hinter Schwimmerin Marianne Hinners (1995, 1996, 1998) bzw. Reiterin Eva-Maria Sprehe (1999). Ihre Taekwondo-Vita ist gepflastert mit Erfolgen. Viermal war Anja Kampers Deutsche Meisterin, bei der Europameisterschaft 1996 in Zagreb wurde die Holdorferin Fünfte, bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Barcelona erreichte sie das Achtelfinale. Bereits mit 14 gewann sie 1994 Bronze bei der Jugend-EM in Bukarest. Beim Blick zurück bezeichnet sie diese Medaille als „größten Schatz“. Weitere internationale Höhepunkte neben Las Vegas und Kairo waren das Trainingslager mit dem deutschen Nationalteam in Korea, dem Mutterland des Taekwondo (1998), und der World Cup in Lyon (2000). Anja Kampers denkt gerne daran zurück: „Es war wirklich eine schöne Zeit.“

Eine Zeit, in der Anja Kampers nicht alleine von Erfolg zu Erfolg eilte. Der OSC hatte damals mehrere Eisen im Feuer – wie etwa Waldemar Eichhorst oder Lars Hengst, wie Aynur Kement oder Hayati Yardim. Nicht zu vergessen natürlich Coach Matthias Wolter, der jahrelang der Motor der erfolgreichen Abteilung war. Im vergangenen September, als der OSC Damme sein 50-jähriges Bestehen feierte, trafen sich viele wieder. „Wir sind ja nicht ständig in Kontakt, aber sofort auf einer Wellenlänge. Die Vergangenheit verbindet uns“, sagt Anja Kampers.

Ihren Lebensmittelpunkt hat sie längst nicht mehr in Holdorf, sondern im Kreis Hameln-Pyrmont. Seit 14 Jahren lebt Anja Kampers in Hameln, seit 14 Jahren ist sie Lehrerin für Sport, Religion und Mathe an der Grundschule Am Rosenbuch in Hessisch Oldendorf; dort gibt sie für Erst- und Zweitklässler auch regelmäßig Selbstverteidigungskurse. Dem Taekwondo ist die 40-Jährige noch viele Jahre treu geblieben, im Klub Redfire Bad Münder. Aber: Es ist nicht mehr die Vollkontakt-Variante wie damals, sondern das sogenannte Formen-Taekwondo. „Nur für mich. Ohne Wettkampf, ohne Leistungsdruck. Da kann man sich nicht verletzen“, sagt Anja Kampers und ergänzt mit einem Grinsen: „Ich hab' mich der sanfteren Seite zugewandt.“ Eine Anspielung auf weitere Hobbys wie Salsa, Biodanza oder Yoga. „Mir fällt gerade auf: Viele Sportarten, die ich mache, finden barfuß statt.“ Für das Inlineskaten im Weserbergland gilt das aber nicht.

Bleibt nur noch eine Frage offen: Wo sind eigentlich die ganzen Pokale aus der aktiven Zeit geblieben? Anja Kampers muss darüber kurz nachdenken und antwortet dann mit einem Schmunzeln: „Oh je. Wir hatten vor längerer Zeit mal eine Pokal-Ausstellung in Bad Münder. Vielleicht sollte ich meine Sachen mal wieder abholen.“

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