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Absage tut weh, aber der Blick geht nach vorne

Der AC Vechta musste sein Flutlichtrennen im Reiterwaldstadion schweren Herzens absagen und hofft nun auf ein WM-Comeback 2021.

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Volle Kraft voraus: Sylvia Wollering, Klubchefin des AC Vechta, freut sich auf das Rennen im nächsten Jahr. Foto: Schikora

Volle Kraft voraus: Sylvia Wollering, Klubchefin des AC Vechta, freut sich auf das Rennen im nächsten Jahr. Foto: Schikora

Plan B war schnell vom Tisch. Es musste gar nicht lange diskutiert werden. Kein Kommando zurück, kein Rennen ohne Zuschauer. Der AC Vechta wird in diesem Spätsommer definitiv kein Flutlichtrennen im Reiterwaldstadion ausrichten. Der Beschluss von Ende Juni, das für den 12. September geplante Event mit der Deutschen Meisterschaft der Seitenwagen sowie einem Rennen der internationalen Solisten nicht durchzuführen, hat auch nach den jüngsten Lockerungen der Corona-Bestimmungen Gültigkeit.

Dass nach der wochenlangen Zwangspause so langsam wieder Bewegung in die ebenfalls komplett lahmgelegte Bahnsportszene kommt und vor allem im Speedway-Bereich die ersten Rennen mit 100 bis 500 Zuschauern ausgetragen wurden, hat der AC Vechta erfreut registriert. Für die Crew um Klubchefin Sylvia Wollering kommt eine Light-Version ihres Rennens aber nicht infrage. „Wir haben einstimmig beschlossen, dass wir so etwas nicht machen. Die Leute kommen zu uns, weil sie die Flutlicht-Atmosphäre in einem vollen Stadion genießen. Entweder machen wir eine richtig schöne Veranstaltung oder keine“, sagte Sylvia Wollering. Die finale Entscheidung war auf der Jahreshauptversammlung des AC Vechta gefallen.

Im September 2019, als der Klub die Langbahn-Team-WM ausrichtete, kamen 8000 Zuschauer. Eine prächtige Kulisse, die es auch in den Jahren zuvor bei den Grand-Prix-Läufen zur Langbahn-WM gegeben hatte. Im weiten Rund des Reiterwaldstadions wäre es zwar möglich, eine gewisse Zuschauerzahl unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln zu platzieren, „aber das ist für uns keine Option“, sagte Sylvia Wollering: „Das wäre nicht Vechta. Wem bringt das was? Der Aufwand, den wir betreiben müssten, steht in keinem Verhältnis.“ Und weiter: „Natürlich tut die Absage weh, aber es geht nicht anders.“

Nächstes Rennen soll am 11. September 2021 steigen

Wollering und Co. richten den Blick nach vorne – auf das Rennen 2021. Ein Event im Mai, das es in der Vergangenheit schon mal gab, ist keine Option. „Wir bleiben im September“, sagte Sylvia Wollering – und sie wurde noch konkreter: „11. September 2021, dann sind wir wieder voll dabei.“ Die ACV-Vorsitzende kündigte an, in den nächsten Wochen „die Fühler in alle Richtungen auszustrecken“. Soll heißen: Der AC Vechta kann sich gut vorstellen, im kommenden Jahr wieder einen WM-Lauf auszurichten.

Seit 2004 hat der Klub insgesamt 13 Langbahn-WM-Events veranstaltet. Es waren drei Qualifikationen, vier normale Grand-Prix-Läufe, die Team-WM im Vorjahr sowie gleich fünf WM-Finalläufe. 2006, 2008, 2009, 2012 und 2016 wurde der Langbahn-Champion im Reiterwaldstadion gekürt. Mit Blick auf die WM 2021 sagte Sylvia Wollering: „Alles ist offen, die Karten werden neu gemischt.“

Dass der AC Vechta die nähere Zukunft voller Tatendrang in Angriff nimmt, liegt daran, dass der Vorstand wieder komplett ist. „Wir sind wieder voll handlungsfähig. Ich freue mich, dass ich wieder Männer vom Fach an meiner Seite habe“, sagte Sylvia Wollering. Ihr Mann Heinz, der über Jahrzehnte als Sportleiter Motorrad eine treibende Kraft im Verein war, war wenige Tage nach der Team-WM 2019 gestorben. Wenige Monate später verstarb dann auch der 2. Vorsitzende Ludwig Südbeck. Neuer Sportleiter ist nun Uwe Fienhage, der Vater von Klubfahrer Lukas Fienhage. Und den Posten des 2. Vorsitzenden übernimmt Andreas Meyer. „Mit den beiden erhält der Verein langjährige Kompetenz im Motorsport“, hieß es beim AC Vechta.

Sylvia Wollering kündigte zudem an, dass der Klub sein Engagement im „Sim-Racing“ (simulierte Rennen) erhöhen und mit einer eSport-Abteilung junge Leute für den Klub gewinnen will. Man sei dabei, ein Team zusammenzustellen, das in der „Liga Nord“ an den Start gehen soll.

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