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Abgang Nummer vier: Robin Christen wechselt nach Hamburg

Nach vier Jahren in Vechta und 115 Spielen für Rasta gibt's für den 30-Jährigen die Wiedervereinigung mit Pedro Calles, Miguel Zapata und Max DiLeo. Und: Bei den Towers lockt der EuroCup.

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Er verlässt Vechta nach vier Jahren: Robin Christen (rechts) wechselt zu den Hamburg Towers. Foto: Schikora

Er verlässt Vechta nach vier Jahren: Robin Christen (rechts) wechselt zu den Hamburg Towers. Foto: Schikora

2018 wurde er ProA-Meister, 2019 stürmte er mit den „glorreichen Sieben“ ins Playoff-Halbfinale der Basketball-Bundesliga, 2019/20 machte er aufgrund einer Knieverletzung kein einziges Spiel in der BBL und in der Champions League, er bangte stattdessen um seine Karriere, 20/21 feierte er ein starkes Comeback – und stieg aus der 1. Liga ab. Keine Frage: Robin Christen hat vier bewegte Jahre bei Rasta Vechta hinter sich. Eine aufregende Zeit, die nun endet.

Der 30-Jährige verlässt den künftigen Zweitligisten nach 115 Spielen (39x ProA, 73x BBL, 3x Pokal) und wechselt zum bisherigen BBL-Rivalen Hamburg Towers. Dort gibt's für Christen ein Wiedersehen mit Coach Pedro Calles, Co-Trainer Miguel Zapata und Defense-Experte Max DiLeo. Christen erhielt bei den Towers einen Zweijahresvertrag und ist nach Björn Rohwer (Bochum), Philipp Herkenhoff (Ulm) und Tim Hasbargen (Bonn) der vierte Spieler aus dem 20/21-Kader, der einen neuen Klub gefunden hat.

„Das ist natürlich ein Abschied, der schwerfällt“, sagte Christen, der 2021/22 mit den Towers auch im EuroCup, dem zweithöchsten Wettbewerb nach der EuroLeague, antreten wird. Mitte Juli wird er mit seiner Lebensgefährtin nach Eimsbüttel im Herzen Hamburgs ziehen, für August erwartet das Paar erstmals Nachwuchs.

Christen war 2017 aus Köln nach Vechta gekommen

„Rasta Vechta habe ich in den letzten vier Jahren sehr ins Herz geschlossen. In der Zeit habe ich eigentlich jede Emotion durchlebt, die man sonst als Basketballer wohl in seiner gesamten Karriere mitbekommt - von Meisterschaft, über Cinderella-Story und Fast-Karriereende aufgrund meiner Verletzung bis hin zum Comeback", erklärte Christen zu seinem Abschied. Und weiter: „Ich bin unendlich dankbar, dass Rasta mir letztes Jahr die Chance gegeben hat, zurückzukommen. Für den Verein habe ich immer 110 Prozent und mehr gegeben. Und es tut mir natürlich leid, dass meine Zeit hier jetzt mit dem Abstieg geendet ist. Das war für alle Beteiligten eine sehr schwere Saison - aus der man aber auch sehr viel lernen kann. Ich hoffe, dass Rasta sich davon gut erholt.“ Christen war 2017 von den RheinStars Köln nach Vechta gekommen, davor spielte er für die White Wings Hanau (2015/16), die ETB Baskets Essen (2012 bis 2015) und die Licher Basketbären (2008 bis 2012).

„Wir hätten Robin gerne weiter in Vechta spielen sehen. Er hat nach seiner langwierigen Verletzung hier die Chance auf eine Comeback bekommen und das Vertrauen in ihn auch zurückgezahlt - man kann ihm zu seiner letzten Saison nur gratulieren", sagte Rastas Klubchef Stefan Niemeyer und ergänzte: „Leider konnte unser Angebot nicht mit dem der Hamburger mithalten, außerdem ist die Aussicht auf weitere Jahre in der BBL und im Europapokal sehr attraktiv für Robin.“ Er dankte dem Vorzeigekämpfer und Publikumsliebling für eine „ganz tolle Zeit“. In seinen 115 Spielen für Rasta kam Christen im Schnitt auf 7,5 Punkte und 2,9 Rebounds, seine Dreier-Quote lag bei 35,9 Prozent. In der abgelaufenen BBL-Saison, in der er ebenso wie Jannes Hundt alle 34 Spiele absolvierte, kam er auf 7,7 Punkte und 3,7 Rebounds pro Partie. Der in Berlin geborene und in Hessen aufgewachsene Flügelspieler war zudem Rastas bester Freiwerfer (89,9 Prozent, 53/59). 

Mit Blick auf seinen neuen Klub sowie Calles und Co. sagte Christen: „Wir hatten gemeinsam bereits eine erfolgreiche Zeit, die Zusammenarbeit macht unheimlich viel Spaß. Ganz ehrlich – Max als Teamkollegen zu haben ist geil, ihn als Gegner zu haben, ist nicht so cool. Pedro und Miguel schaffen es, Spieler besser zu machen. Und das ist auch mein Ziel, ich will in Hamburg ein besserer Spieler werden. Außerdem möchte ich mit meiner Energie dem Team helfen, erfolgreich zu sein.“

Pedro Calles, der neue und alte Coach von Christen, meinte: „Ich bin glücklich, dass Robin wieder gesund ist. Im letzten Jahr hat er das eindrucksvoll bewiesen und gezeigt, dass er in die BBL gehört. Ebenso schätze ich seinen Charakter und seine Mentalität – er ist bereit, alles für den Teamerfolg zu tun.“ Towers-Geschäftsführer Marvin Willoughby ergänzte: „Robin ist ein Muster-Profi. Es ist sehr beachtlich, wie er sich über die ProB und ProA in die BBL gearbeitet hat. Mit seiner Einstellung wird er nicht nur dem Team auf dem Parkett helfen, sondern auch ein Vorbild für unsere jungen Spieler und unseren Nachwuchs sein.“

Rastas Coach Derrick Allen hätte Christen gerne in seinem Kader für die ProA-Saison 2021/22 gehabt, aber nun kam es anders. Er sagte: „Als Deutscher mit seiner Klasse und Erfahrung hätte Robin uns in der ProA sehr gut getan. Es ist klar, dass ich ihn gerne in meiner Mannschaft gehabt hätte. Aber genauso freue ich mich für ihn, dass es für ihn ‚oben‘ weitergeht und er nach dem verletzungsbedingten Verpassen des Europapokals mit Rasta jetzt etwas Verpasstes nachholen kann.“ Rasta hat aktuell vier Spieler mit einem deutschen Pass unter Vertrag - Jannes Hundt sowie die drei Neuzugänge Sheldon Eberhardt (Leverkusen), Robin Lodders (Jena) und Nigel Pruitt (Oberwart Gunners). Ein weiterer inländischer Akteur sowie fünf Importspieler sollen noch folgen.

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