Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

99:85 - Rasta feiert einen Start nach Maß

Zum Auftakt des BBL-Pokals landete der heimische Basketball-Bundesligist einen souveränen Start-Ziel-Sieg gegen die Gießen 46ers.

Artikel teilen:
Energisch zum Korb: Rastas Jean Salumu (Mitte) im Spiel gegen Gießen. Rechts sein Teamkollege Will Vorhees. Foto: Schikora

Energisch zum Korb: Rastas Jean Salumu (Mitte) im Spiel gegen Gießen. Rechts sein Teamkollege Will Vorhees. Foto: Schikora

Die Basketballer von Rasta Vechta sind mit einem Sieg in die Saison 2020/21 gestartet. Der heimische Bundesligist feierte am Samstagabend im ersten BBL-Pokalspiel einen 99:85 (56:41)-Erfolg gegen die Gießen 46ers. Es war das Auftaktmatch beim Qualifikationsturnier der Gruppe B im Rasta-Dome. Vechtas Topscorer waren Jean Salumu und Philipp Herkenhoff mit jeweils 20 Punkten, gefolgt von Will Vorhees (18) und Jordan Barnett (17). Das erste Pflichtspiel der neuen Saison und seine Etappen:

Die Vorbereitung: Rasta Vechta absolvierte fünf Testspiele; den drei Siegen gegen Hagen, in Paderborn sowie in Braunschweig standen zwei Niederlagen gegen die EWE Baskets Oldenburg gegenüber. Die Gießen 46ers überprüften viermal ihren Ist-Zustand; die beiden ProA-Ligisten Ehingen/Urspring und Hagen wurden besiegt, gegen die BBL-Gefährten Frankfurt und Mitteldeutscher BC gab's Niederlagen.

Das Personal: Jean Salumu und Björn Rohwer, die aufgrund ihrer Verletzungen (Rückenprobleme bzw. Finger ausgekugelt) alle fünf Testspiele verpasst hatten, standen ebenso im Rasta-Kader wie die zuletzt angeschlagenen Philipp Herkenhoff (Sehnenreizung in der Fußsohle) und Dennis Clifford (Zerrung im Zeh). Mit anderen Worten: Thomas Päch hatte bei seiner Pflichtspielpremiere als Rasta-Coach alle Mann an Bord - drei Spieler aus der Vorsaison sowie acht Neuzugänge. Die Gießen 46ers, die im Sommer sieben Abgänge zu verzeichnen hatten (u.a. Jordan Barnett nach Vechta) und acht neue Spieler holten, mussten in Vechta auf ihren neuen Spielmacher Jonathan Stark und Alen Pjanic verzichten. Angeführt wurden die Hessen von Neu-Kapitän Brandon Thomas (36) sowie  Brandon Bowman (36), der in der Saison 2013/14 insgesamt 23 BBL-Spiele für Rasta absolvierte. 

Das Drumherum: Für Rasta war's das erste BBL-Heimspiel seit sieben Monaten und 18 Tagen. Kurios: Damals, am 29. Februar 2020, waren auch die Gießen 46ers im Rasta-Dome zu Gast. Vechta siegte mit 73:72, weil Jordan Davis kurz vor der Schlusssirene einen schweren  Dreier traf. Die Arena war ein Tollhaus. Beim Wiedersehen herrschte nun die große Leere. Aufgrund der Corona-Zahlen hatte der Landkreis Vechta am Donnerstag ein generelles Zuschauerverbot für den gesamten Sport im Kreis beschlossen. Rastas Plan, vor 500 Zuschauern zu spielen, war damit hinfällig. Und so gab's für Vechta nach fünf Geisterspielen beim Finalturnier in München erstmals daheim ein Pflichtspiel ohne Fans.  Neben den beiden Teams und dem  Kampfgericht (10 Personen plus drei Schiedsrichter) waren nur noch die MagentaSport-Crew (14 Personen), ein gutes Dutzend Vertreter beider Klubs, vier Sanitäter, zwei Ordner, drei Fotografen und OMonline im Dome vertreten. 

Das 1. Viertel: Rastas erste Starting Five der Saison 2020/21 bildeten Stefan Peno, Kapitän Josh Young, Jordan Barnett, Philipp Herkenhoff und Dennis Clifford. Für die ersten Akzente der neuen Spielzeit sorgte Herkenhoff. Zwei Dreier, ein Korbleger, ein Dunking - die zehn Rasta-Punkte zur schnellen 10:2-Führung gingen allesamt auf das Konto des 21 Jahre alten Power Forwards. Gießen tat sich anfangs sehr schwer, fand dann aber ins Spiel. Mitte des ersten Viertels übernahm dann Jean Salumu das Kommando. Der belgische Nationalspieler machte acht Punkte in Serie zum 25:16. 

Das 2. Viertel: Einmal in Fahrt, legte Salumu sofort nach. Dreier zum 30:21, Dreier zum 33:21 - Rasta führte erstmals zweistellig. Gießen wackelte, Rasta blieb am Drücker. Tim Hasbargen, Neuzugang aus Ehingen, schloss einen  10:0-Lauf zum 37:21 ab. Und nach weiteren Punkten von Herkenhoff, Clifford und Peno nahm 46ers-Coach Ingo Freyer eine Auszeit. Rasta führte mit 43:24 und hatte alles im Griff.  Dass sich sein Team dann im weiteren Verlauf einen 4:11-Hänger zum 51:38 leistete, gefiel Thomas Päch gar nicht - auch er hatte Redebedarf. Mit einer 56:41-Führung ging Rasta schließlich in die Kabine. 

Die Statistik zur Pause: Rastas Topscorer waren Herkenhoff und Salumu (je 14), gefolgt von Barnett (8). Beste Werfer von Gießen waren die Guards Andrew Rowsey (11) und Liam O'Reilly (9). Auffällig: Rasta dominierte bei den Rebounds (22:13). 

Das 3. Viertel: Die zweite Halbzeit begann wie die erste - mit einem Dreier von Herkenhoff. In der Folgezeit hatte Rasta die Partie unter Kontrolle, ohne sich allerdings weiter absetzen zu können. Gießen wahrte seine Chance, auch weil Brandon Thomas drei schwere Würfe traf. Rastas Vorsprung pendelte zwischen 13 und 19 Punkten. Und die letzten Aktionen des dritten Viertels gehörten dann wieder Salumu, dessen Zug zum Korb die Teamkollegen begeisterte. Vor dem Schlussabschnitt hatte der Belgier bereits 20 Punkte auf seinem Konto. Mit einem 76:59 ging es in die letzten zehn Minuten.

Das 4. Viertel: Herkenhoff, der bereits in den Vierteln eins bis drei, die ersten Rasta-Punkte gemacht hatte, legte seinen vierten Dreier des Abends nach - 79:62 für Rasta. Aber: Gießen ließ nicht locker und holte auf. Beim 81:69 und 83:71 betrug Vechtas Vorsprung nur noch zwölf Punkte. Und nach einem weiteren Dreier von Rowsey hieß es 84:74. Noch 5:41 Minuten auf der Uhr, neue Spannung im Dome.  Sechs Punkte von Vorhees und ein Dreier von Young zum 96:83 beruhigten dann die Rasta-Nerven. Der erste Sieg der neuen Saison war perfekt.

Engagiert in der Defense: Josh Young (vorne) und Dennis Clifford. Foto: SchikoraEngagiert in der Defense: Josh Young (vorne) und Dennis Clifford. Foto: Schikora

Der Ausblick: Im zweiten Spiel der Gruppe B stehen sich am Sonntag ab 15.00 Uhr die BG Göttingen und die Skyliners Frankfurt im Rasta-Dome gegenüber. Die Spieltage zwei und drei folgen dann am 24. und 25. Oktober. Rasta trifft dabei zunächst auf Göttingen (Samstag, 20.30 Uhr), gefolgt vom Kräftemessen mit Frankfurt (Sonntag, 15.00 Uhr). Zum Modus: Die Sieger der vier Gruppen in Bonn, Vechta, Ulm und Weißenfels erreichen das "Final Four" am 1./2. November in München.


Rasta Vechta - Gießen 46ers     99:85 (56:41)

  • Viertel: 25:18, 31:23, 20:18, 23:26
  • Punkte Rasta Vechta: Philipp Herkenhoff, Jean Salumu (je 20), Will Vorhees (18), Jordan Barnett (17), Dennis Clifford (8), Stefan Peno (5), Josh Young (4), Robin Christen (3), Jannes Hundt, Tim Hasbargen (je 2).
  • Punkte Gießen 46ers: Brandon Thomas (19), Liam O'Reilly (16), Andrew Rowsey (14), Johannes Richter (12), Brandon Bowman (9), Ferdinand Zylka (7), Isaac Hamilton (5), Bjarne Kraushaar (3).

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

99:85 - Rasta feiert einen Start nach Maß - OM online