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93:72 - Rasta Vechta besiegt die Tigers Tübingen

Im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Basketball-Bundesliga hat Rasta einen extrem wichtigen Erfolg gefeiert. Mit reichlich Selbstvertrauen geht's nun nach Quakenbrück.

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Mitspieler gesucht: Rastas James Washington (rechts) gegen Tübingens Gianni Otto. Foto: Schikora

Mitspieler gesucht: Rastas James Washington (rechts) gegen Tübingens Gianni Otto. Foto: Schikora

Exakt 61 Sekunden vor der Schlusssirene war's Zeit für eine schöne Geste. Tajuan Agee, der gerade zwei Freiwürfe zum 93:70 getroffen hatte, wurde vom Feld geholt. Vladimir Lucic, Trainer des Basketball-Zweitligisten Rasta Vechta, bescherte damit dem Mann des Abends einen umjubelten Abgang. Ovationen von den Rängen, Applaus von den Teamkollegen – das hatte sich der Center redlich verdient. „Er war großartig heute. Das war sein bestes Spiel in dieser Saison“, sagte Lucic später, als sich die ersten Emotionen ein wenig gelegt hatten. An einem berauschenden Freitagabend, der die dunklen Seiten des stressigen Abstiegskampfes in der 2. Liga ProA für einen kurzen Moment vergessen ließ, hatte Agee 25 Punkte zum 93:72 (52:24)-Erfolg gegen den Tabellendritten Tigers Tübingen beigesteuert.

Im Kampf um den Klassenerhalt ist Rasta Vechta zwar noch nicht aus dem Gröbsten raus, hat am Sonntag (17.00 Uhr) im Derby bei den Artland Dragons aber den ersten Matchball zur vorzeitigen Rettung. „Ich hoffe, dass wir am Sonntag die gleiche Energie aufs Feld bringen wie heute, dass wir wieder das Maximum geben“, sagte Lucic. Der Serbe war nach dem zwölften Saisonsieg „sehr stolz auf die Gruppe“, alle hätten alles für die Fans und den Klub gegeben – so wie er es am Dienstagabend im ersten Teamtraining nach der Zwangspause gefordert hatte. „Ich bin sehr zufrieden damit, wie wir Tübingen und Corona besiegt haben“, meinte Lucic.

Nach elf Corona-Fällen, 15 Tagen ohne Teamtraining und zwei Spielabsagen in Folge meldete sich Rasta mit einem Paukenschlag im Liga-Geschehen zurück – und das mit einer Vorstellung, die den Anhang auf den Rängen (2579 Fans offiziell, circa 1500 in Wirklichkeit) ebenso überraschte wie begeisterte. Und der Coach war nach der Vollgas-Gala sogar zum Scherzen aufgelegt. „Wir spielen besser ohne Training“, sagte er mit einem Grinsen. Mit Blick auf das Ende der häuslichen Isolation ergänzte er noch: „Die Jungs konnten raus aus dem Gefängnis, das hat man gesehen.“ In der Tat: Die Spielfreude war riesig, das Tempo enorm hoch. Tübingen, angereist mit voller Kapelle und dem Selbstvertrauen von sechs Siegen in Serie, war vor allem in den ersten 20 Minuten nur ein Spielball für wie entfesselt aufspielende Gastgeber.

„Der Hunger war riesig. Wir konnten zwei Wochen nicht das machen, was wir so gerne tun."Rasta-Profi Tajuan Agee

„Der Hunger war riesig. Wir konnten zwei Wochen nicht das machen, was wir so gerne tun. Die meisten saßen nur zu Hause und haben darauf gewartet, dass wir wieder in die Halle können. Dass es dann so gut läuft, war natürlich etwas überraschend für alle“, sagte Agee, der in den vergangenen Tagen einer der wenigen Rasta-Profis war, die sich nicht mit dem Virus infiziert hatten und daher täglich individuell trainieren konnten.

Robin Lodders, der sich erst am Donnerstag freitesten konnte und mit 14 Punkten und neun Rebounds sofort zu den Protagonisten des Abends gehörte, sagte nach dem Spiel: „Nach der Zwangspause so rauszukommen, hat echt Spaß gemacht. Alle hatten richtig Bock, wieder zu spielen. Ich glaub', Tübingen war ein bisschen überrascht von unserer Power.“ Lodders war „stolz auf das Team“ und meinte damit sowohl die „sehr gute Defense“ als auch die Konstanz nach dem Seitenwechsel: „Einige haben zwar ganz schön gepumpt, aber wir haben weitergemacht und nicht nachgelassen. Hohe Führungen ins Ziel zu bringen, ist nicht so einfach.“

Tübingens Coach Danny Jansson sprach von einer „frustrierenden ersten Halbzeit“ und lobte die glücklichen Sieger: „Sie haben einen unglaublichen Job gemacht mit ihren Attacken und ihrer Physis. Das konnten wir nicht stoppen.“ Die Abreibung in den ersten zwei Vierteln sei eine „sehr gute Erfahrung“ für sein junges Team gewesen. Und der Finne gab zu: „Unser Krisen-Management war katastrophal.“

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