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92:87 - Rasta Vechta feiert den nächsten Sieg

Jubel im Rasta-Dome: Fünf Tage nach dem erlösenden ersten Saisonerfolg in Trier legte Basketball-Zweitligist Rasta Vechta am Freitagabend gleich den zweiten Sieg nach. Hier gibt's den Nachbericht.

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Gute Laune nach dem Sieg: James Washington (oben) feiert mit Jannes Hundt. Fotos: Schikora

Gute Laune nach dem Sieg: James Washington (oben) feiert mit Jannes Hundt. Fotos: Schikora

Als der Knoten auch im „Wohnzimmer“ endlich geplatzt war, als der Kessel an der Pariser Straße so richtig brodelte, bekam der Mann des Abends noch eine Extra-Portion Aufmerksamkeit. Jannes Hundt wurde von seinen Teamkollegen in die Mitte genommen und kräftig durchgeschüttelt. Ja, die Basketballer von Rasta Vechta wussten in diesem Moment ganz genau, wer sie im fünften Versuch zum ersten Heimsieg der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga ProA geführt hatte. Jannes Hundt war's – mit 22 Punkten und einer famosen Vorstellung in den Vierteln zwei bis vier hatte der Guard am Freitagabend einen riesigen Anteil am euphorisch gefeierten 92:87 (48:48)-Sieg gegen den Vizemeister und bisherigen Tabellendritten Bayer Giants Leverkusen.

„Ich bin überglücklich“, sagte Rastas Interimstrainer Marius Graf nach dem ersten richtigen Ausrufezeichen des BBL-Absteigers. Fünf Tage nach dem erlösenden ersten Saisonsieg in Trier (76:69), der alles andere als überzeugend gewesen war, machte Rasta einen „großen Schritt nach vorne“, wie Graf anmerkte. Er sprach von einem „überragenden Sieg“, schob aber gleich hinterher: „Darauf dürfen wir uns jetzt nicht ausruhen.“ Bereits am Sonntag steht das nächste Spiel beim VfL Bochum an.

Den Fans im Dome dürfte die Mahnung des jungen Trainers ziemlich schnuppe gewesen sein. Party-Stimmung war angesagt. „Wir woll'n die Mannschaft sehen“, skandierten die Zuschauer, nachdem sich das Team erst mal in die Kabine verabschiedet hatte. Die Fans bekamen, was sie wollten. Jannes Hundt und Co. kehrten noch mal auf das Parkett zurück. Riesenjubel in der Arena – das hatte es schon eine Ewigkeit nicht mehr gegeben, die Ekstase rund um die Schlussphase erinnerte an so manchen Highlight-Abend unter der Regie von Pedro Calles. Rasta ist zwar nach wie vor Tabellenvorletzter der ProA, die Erlösung war aber spür- und hörbar.

Erleichtert: Trainer Marius Graf (vorne) und Co“ Arturo Ruiz.Erleichtert: Trainer Marius Graf (vorne) und „Co“ Arturo Ruiz.

Hundt war einen Tag nach seinem 25. Geburtstag auch als Zeremonienmeister bei der „Humba“ gefordert. Eine Aufgabe, die der Taktgeber ähnlich souverän meisterte wie zuvor die Spielregie. Dass Hundt seine persönliche ProA-Bestmarke von 24 Punkten (Ende Februar 2020 im Trikot der Artland Dragons gegen Nürnberg) knapp verpasste, war ihm natürlich völlig egal. Es galt, den Moment zu genießen. Nach schwierigen Wochen und Monaten mit diversen unglücklichen Auftritten feierte Hundt seinen persönlichen Befreiungsschlag.

„Ich freue mich riesig für Jannes“, sagte Graf danach. Und Bayer-Ikone Hansi Gnad, Coach der „Riesen vom Rhein“, sagte über den Matchwinner: „Dass Hundt so aufdreht, damit haben wir nicht gerechnet. Er hat ein super Spiel gemacht, total clever.“ Die dritte Auswärtsniederlage der Serie kommentierte der Europameister von 1993 gelassen: „Das ist kein Beinbruch für uns.“ Und weiter: „Wir hatten die Chance, das Spiel zu drehen, und haben sie nicht genutzt. Vechta war in den entscheidenden Momenten zu clever.“

Und Rasta hatte nicht nur Jannes Hundt. Kapitän Josh Young, dessen nunmehr elfjährige Basketball-Karriere in Deutschland im Dezember 2010 in Leverkusen begonnen hatte, lieferte mit 19 Punkten (10/11 Freiwürfe), fünf Assists, acht Rebounds, einem Steal und einem Block ein starkes Gesamtpaket ab. Seine Dreier-Quote war der einzige Schönheitsfleck (1/7) – aber der getroffene Dreier zum 78:73 war einer der wichtigsten Würfe des Abends.

Joschka Ferner war unterdessen auf dem Weg zu seinen 14 Punkten makellos von jenseits der 6,75-m-Linie (4/4), während James Washington und Sheldon Eberhardt jeweils zehn Punkte beisteuerten. Eberhardt hatte gegen seinen Ex-Klub, den er in den ProA-Playoffs 2021 ins Finale geführt hatte, mit zwei Dreiern zum 16:21 und 19:21 eine wichtige Rolle – und das vor den Augen seiner Mutter und seines Bruders, die aus Pforzheim angereist waren. „Wir haben nicht gut begonnen, hatten dann aber gute Lösungen“, sagte Graf und lobte auch die Fans für einen „super Job“.

Bis zum 78:75 war's eine enge Partie mit neun Führungswechseln sowie elf ausgeglichenen Spielständen. Dann setzte sich Rasta erstmals auf 85:75 ab und brachte das Polster souverän ins Ziel. Gnad meinte mit Blick auf eine schlechte Trainingswoche: „Wir hatten nur einen Tag mit acht Leuten. Wir wussten, dass es hier heute schwer wird.“ Unterm Strich hatte Bayers Topscorer Quentin Goodin zu wenig Unterstützung – und das bestraften Jannes Hundt und Co.

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