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82:100 - Rasta verpasst das Viertelfinale

Vechtas Basketballer haben beim Finalturnier der BBL in München auch das vierte Gruppenspiel verloren. Auch 28 Punkte von Trevis Simpson halfen gegen Bamberg nicht.

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Duell der Topscorer: Rastas Trevis Simpson (links) gegen Bambergs Jordan Crawford. Foto: nordphoto / Becker

Duell der Topscorer: Rastas Trevis Simpson (links) gegen Bambergs Jordan Crawford. Foto: nordphoto / Becker

Rasta Vechta hat beim Finalturnier der Basketball-Bundesliga in München den Einzug ins Viertelfinale verpasst. Das Team von Trainer Pedro Calles verlor am Montag auch das vierte Gruppenspiel. Gegen den Ex-Serienmeister Brose Bamberg gab es eine 82:100 (40:58)-Niederlage. Vechta muss damit am Dienstagabend im Spiel um Platz neun gegen die Crailsheim Merlins ran. Topscorer für Rasta war erneut Trevis Simpson mit 28 Punkten, gefolgt von Neuzugang Matic Rebec (16).

Das Spiel und seine Etappen:

Die Ausgangslage vor dem Spiel: Für Rasta Vechta, das die ersten drei Partien im Audi-Dome verloren hatte, war die Rechnung vor dem Sprungball relativ einfach - ein Sieg, egal wie hoch, bringt den Einzug ins Viertelfinale. Ein Sieg mit zehn oder mehr Punkten Differenz würde Rasta sogar den Sprung auf Platz drei der Gruppe B bescheren. Bamberg konnte die Sache nach dem 99:83-Sieg gegen Frankfurt recht entspannt angehen, selbst eine Niederlage mit 28 Punkten Differenz würde zum Weiterkommen reichen. 

Das Personal: Rastas Kapitän Josh Young, der bereits gegen Alba Berlin mit einer lädierten Patellasehne pausiert hatte, konnte auch gegen Bamberg nicht spielen. Der angeschlagene Max DiLeo war derweil dabei. Unterm Strich war Vechta also wieder zu neunt. Die Bamberger hatten unterdessen alles an Bord - natürlich mit Ausnahme von Bryce Taylor und Louis Olinde, die aufgrund von Verletzungen erst gar nicht mit nach München gereist waren.

Die Stimmen vor dem Spiel: Rastas Coach Pedro Calles sprach gut 45 Minuten vor dem Sprungball von einer "großen Herausforderung" und meinte: "Wir wollen das Beste daraus machen". Die bisherige Bilanz beim Finalturnier sei "nicht frustrierend". Dass Rasta fünf der letzten sechs Spiele gegen Bamberg gewonnen hatte, wollte Calles nicht überbewerten: "Es ist jetzt eine komplett andere Situation." Man wolle das Spiel so lange wie möglich offen gestalten. Bambergs Spielmacher Paris Lee sagte: "Wir wissen, wie wichtig das Spiel ist. Unser Fokus gilt nur dem Sieg." Der Guard warnte zudem vor der "aggressiven Defense von Vechta". 

Das 1. Viertel: Von dieser Defense war im ersten Abschnitt aber nichts zu sehen. Wie schon in der ersten Halbzeit gegen Berlin hatte Rasta große Lücken in der Abwehr, die Calles-Crew verteidigte viel zu lasch. Bamberg nutzte das eiskalt aus und attackierte den Korb. Stark bei den Franken: die Freiwurfquote (11/11). Vechtas Offense bestand im Prinzip nur aus Trevis Simpson und Jaroslaw Zyskowski - eine Parallele zu den ersten drei Spielen. Die Etappen des Fehlstarts: 0:7, 8:18, 10:26, 17:32 - Rasta hatte sich mal wieder ein tiefes Loch gegraben.

Das 2. Viertel: Beim 19:37 verbuchte Rasta seinen größten Rückstand. Aber das Rumpfteam kämpfte sich mit einer 12:3-Serie zum 31:40 zurück, angeführt von Matic Rebec, der acht Punkte zum Zwischenspurt beisteuerte. Aber: Rasta konnte dieses Niveau nicht halten, nach einer 1:10-Serie zum 32:50 betrug der Rückstand erneut 18 Punkte. Und das galt dann auch beim Seitenwechsel (40:58). 

Duell der Guards: Bambergs Paris Lee (links) gegen Vechtas Matic Rebec. Foto: nordphoto  BeckerDuell der Guards: Bambergs Paris Lee (links) gegen Vechtas Matic Rebec. Foto: nordphoto / Becker

Die Stimmen in der Pause: Rastas Center Michael Kessens brachte das Dilemma im MagentaSport-Interview auf den Punkt. "Unsere Defense ist das Problem. 58 Punkte in einer Halbzeit - das ist zu viel. Das müssen wir in der zweiten Halbzeit besser machen, wenn wir eine Chance haben wollen." Bambergs Guard Nelson Weidemann, eine Leihgabe vom FC Bayern, freute sich über das 18-Punkte-Polster, gab aber auch zu bedenken: "In den letzten Minuten waren wir ein bisschen fahrlässig." 

Das 3. Viertel: Vechta startete deutlich aggressiver in die zweite Halbzeit, die Defense bremste Bamberg einige Male aus. Das Problem:  Rasta konnte im Angriff daraus kein Kapital schlagen, nur einer der ersten sieben Würfe war drin. Und so bewegte sich der Rückstand weiter im Bereich von 16 bis 21 Punkten. Kleine Anekdote am Rande: Rebec traf seinen ersten Freiwurf des Turniers (nach zuvor 0/8). Stark: Der Slowene hatte nach 30 Minuten bereits 16 Punkte auf dem Konto. Und vor dem Schlussviertel betrug der Rückstand nur noch zwölf Punkte (61:73). 

Das 4. Viertel: Rasta gab nicht auf und war nach den Punkten 23 bis 26 von Simpson auf 65:75 dran. Aber dann war der Tank leer, es ging nichts mehr. Ein 0:12-Lauf zum 65:87 brachte die Entscheidung, Vechtas Traum von einem Viertelfinale gegen Ulm war geplatzt. Die letzten Rasta-Punkte der Vorrunde gingen aus das Konto von Jarelle Reischel, der zwei Dreier in Folge traf. 

Engagiert an der Seitenlinie: Coach Pedro Calles. Foto: nordphoto  Löb Engagiert an der Seitenlinie: Coach Pedro Calles. Foto: nordphoto / Löb 

Die Stimmen nach dem Spiel: Rastas Philipp Herkenhoff sagte: "Der kleine Kader darf keine Ausrede sein. Wir haben in keinem Spiel das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben." Bambergs Christian Sengfelder, der mit 18 Punkten und sechs Rebounds ein starkes Spiel gemacht hat, meinte: "Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben einen Weg gefunden und es souverän nach Hause gebracht."

Der Ausblick: Rasta Vechta spielt bereits am Dienstag um 20.30 Uhr um Platz neun. Gegner sind die Crailsheim Merlins, die personell ebenfalls arg gebeutelt sind und in der Gruppe A ein großes Kämpferherz zeigten, aber viermal verloren. Bamberg trifft unterdessen im Viertelfinale auf die EWE Baskets Oldenburg. 


Brose Bamberg - Rasta Vechta 100:82 (58:40)

  • Viertel: 32:19, 26:21, 15:21, 27:21
  • Punkte Bamberg: Jordan Crawford (21), Christian Sengfelder (18), Kameron Taylor (14), Assem Marei (10), Retin Obasohan (9), Mateo Seric (6), Tre McLean, Nelson Weidemann, Marvin Heckel (je 5), Paris Lee (4), Moritz Plescher (3).
  • Punkte Vechta: Trevis Simpson (28), Matic Rebec (16), Philipp Herkenhoff, Jaroslaw Zyskowski (je 10), Ishmail Wainright (9), Jarelle Reischel (6), Luc van Slooten (2), Max DiLeo (1).

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