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81:98 - Rasta Vechta auch in Crailsheim auf der Verliererstraße

Der heimische Basketball-Bundesligist kassierte die 25. Niederlage im 30. Spiel. Ein starker Philipp Herkenhoff, der 19 Punkte machte, reichte nicht. Hier gibt's den  Spielverlauf vom Samstagabend.

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Mitspieler gesucht: Rastas Guard Jannes Hundt (rechts) in Crailsheim. Foto: PhilippReinhard.com

Mitspieler gesucht: Rastas Guard Jannes Hundt (rechts) in Crailsheim. Foto: PhilippReinhard.com

Rasta Vechta steuert dem Abstieg aus der 1. Basketball-Bundesliga entgegen. Der Tabellenletzte verlor am Samstagabend bei den Merlins Crailsheim mit 81:98 (37:45) und ließ eine weitere Chance ungenutzt, Boden gutzumachen. Mit einem Sieg hätte Rasta Vechta am Tabellenvorletzten Gießen 46ers (80:89 gegen Ludwigsburg) vorbeiziehen können. Rasta hat nun 10:50 Punkte auf dem Konto, Gießen 12:48. Und der Rückstand auf den Mitteldeutschen BC (16:44), der aktuell den rettenden 16. Platz inne hat, beträgt weiter drei Siege. Damit ist klar: Sollte der MBC am Sonntag in Frankfurt gewinnen, wäre Rasta mit einer weiteren Niederlage gegen Meister Alba Berlin am kommenden Freitag (30. April, 19.00 Uhr) bereits vor den letzten drei Kellerduellen gegen Gießen, MBC und Würzburg abgestiegen. In Crailsheim zeigte Rasta ein starkes drittes Viertel - unterm Strich war's aber zu wenig. Topscorer des Tabellenletzten, der im 15. Auswärtsspiel zum 14. Mal verlor, war Philipp Herkenhoff mit 19 Punkten, gefolgt von Edgar Sosa (16). Das Spiel und seine Etappen: 

Die Ausgangslage vor dem Spiel: "Für uns ist jedes Spiel ein 'Game seven'", erklärte  Rastas Trainer Derrick Allen vor dem Start in die letzte Saisonphase. Was er in Anlehnung an die NBA-Playoffs im Best-of-7-Modus sagen wollte: Rasta hat nur noch Endspiele vor der Brust - fünf an der Zahl. Der Erfolgsdruck für Rasta war enorm. Crailsheim hatte unterdessen das Ticket für die Playoffs bereits in der Tasche - ob die Baden-Württemberger als Vierter, Fünfter oder Sechster der Hauptrunde ins Viertelfinale einziehen, wird der Endspurt zeigen. Dass Oldenburg (4.) im 18.00-Uhr-Spiel gegen Ulm verlor, spielte den Merlins in die Karten.

Das Personal: Rasta trat in Crailsheim ohne vier Spieler an. Neben den langzeitverletzten Jean Salumu und Dennis Clifford fielen auch Will Vorhees und Tim Hasbargen aus. Vorhees war am Montag im Training umgeknickt, während sich Hasbargen im letzten Spiel in Bamberg am Oberschenkel verletzt hatte. Immerhin: Jesse Hunt hatte seine Gehirnerschütterung auskuriert und kehrte nach zwei Spielen Pause ins Team zurück. Crailsheim spielte abermals ohne die verletzten Haywood Highsmith und Tim Coleman - für die beiden Amerikaner ist die Saison bereits beendet.

Freie Bahn zum Korb: Philipp Herkenhoff. Foto: PhilippReinhard.comFreie Bahn zum Korb: Philipp Herkenhoff. Foto: PhilippReinhard.com

Das 1. Viertel: Premiere in dieser Saison: In der Starting Five von Rasta standen erstmals vier deutsche Spieler (Jannes Hundt, Robin Christen, Philipp Herkenhoff, Björn Rohwer), dazu kam Kapitän Josh Young. Bis zum 8:8 hielt der Tabellenletzte gut mit, dann folgte ein erster 0:7-Lauf zum 8:15. Und nach einem Dreier von Edgar Sosa zum 11:15 kassierte Rasta noch eine weitere 0:8-Serie zum 11:23. Vechtas Problem im ersten Abschnitt: Es gab acht Ballverluste, einige davon waren haarsträubend.

Das 2. Viertel: Beim 18:35 verbuchte Rasta seinen größten Rückstand. Offensiv lief herzlich wenig zusammen, defensiv gab's kaum Stopps. Danach allerdings robbte sich Rasta wieder ran. Zwischen der 15. und 20. Minute schaffte es Vechta, den Rhythmus der Merlins ein wenig zu brechen. Beim 32:41 nach einem Dreier von Herkenhoff war der Rückstand wieder einstellig, mit einem 37:45 ging's in die Halbzeitpause.

Die Statistik zur Pause: Crailsheims Elias Lasisi war mit neun Punkten der Topscorer der ersten Halbzeit, gefolgt von seinen Teamkollegen Jeremy Jones und Nimrod Hilliard sowie Rastas Edgar Sosa (je 8). Die Dreier-Quoten der beiden Teams waren nahezu identisch (Crailsheim 6/14 - Vechta 6/13). Rasta führte bei den Rebounds (17:11), hatte aber deutlich mehr Ballverluste (12:5).

Das 3. Viertel: Rasta legte in der zweiten Halbzeit los wie die Feuerwehr. Punkte von Rohwer, Young und Herkenhoff bescherten Vechta einen 11:0-Start ins dritte Viertel - und damit eine 48:45-Führung. Vor allem Herkenhoff war "on fire". Er traf zwei weitere Dreier zum 51:47 und 54:48 - Rasta hatte die Partie komplett gedreht. Eine anschließende 0:7-Serie steckte Vechta gut weg, jetzt war's ein offener Schlagabtausch. Dank einer starken Dreier-Quote (11/19) war Rasta voll drin im Spiel, kassierte mit der letzten Sekunde des Viertels aber einen ärgerlichen Dreier zum 64:70. 

Das 4. Viertel: Crailsheim blieb sofort am Drücker, traf zwei weitere Dreier und lag beim 80:66 wieder deutlich vorne. Rasta hatte in dieser Phase der Wucht der Merlins wenig entgegenzusetzen, beim 68:85 betrug der Rückstand schon wieder 17 Punkte. Der so dringend benötigte und zwischendurch auch mögliche Sieg rückte für Rasta in weite Ferne - auch weil vier offene Dreier in Folge nicht ihr Ziel fanden. Ganz anders die Merlins: Sie spielten ihre Angriffe geduldig aus und trafen eiskalt. Rastas Bemühen blieb ohne Lohn - die 25. Niederlage im 30. Spiel war perfekt.

Der Ausblick: Am kommenden Freitag (30. April, 19.00 Uhr) steht das vorletzte Heimspiel der Saison an. Meister und Pokalsieger Alba Berlin gastiert im Rasta-Dome. Zwei Tage später reist die Allen-Crew dann zum Kellerduell bei den Gießen 46ers. Am Sonntagnachmittag schaut Vechta aber erstmal nach Frankfurt; dort gastiert der Mitteldeutsche BC, der gerade den letzten Nichtabstiegsplatz inne hat. 


Merlins Crailsheim - Rasta Vechta  98:81 (45:37)

  • Viertel: 25:11, 20:22, 25:27, 28:17
  • Punkte Crailsheim: Trae Bell-Haynes (7), Maurice Stuckey (11), Nimrod Hilliard (13), Elias Lasisi (9), Fabian Bleck (10), Jermaine Haley (9), Bogdan Radosavljevic (9), Jamuni McNeace (8), Jeremy Jones (22). 
  • Punkte Vechta: Philipp Herkenhoff (19), Edgar Sosa (16), Björn Rohwer (10), Josh Young (9), Robin Christen (9), Sha'Markus Kennedy (7), Jannes Hundt (6), Jordan Barnett (4), Jesse Hunt (1).

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