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80:93 - Rasta Vechta geht mal wieder die Luft aus

Der Basketball-Zweitligist muss in Leverkusen zum vierten Mal in dieser Serie in die Verlängerung - und erneut jubelt der Gegner. Lesen Sie hier den Nachbericht mit dem Fazit von Coach Vladimir Lucic.

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Duell der Center: Rastas Tajuan Agee (rechts) gegen Leverkusens Dennis Heinzmann. Foto: Michael Fleschenberg

Duell der Center: Rastas Tajuan Agee (rechts) gegen Leverkusens Dennis Heinzmann. Foto: Michael Fleschenberg

Nein, sie werden in dieser Saison wohl keine Freunde mehr. Man könnte auch meinen: Sie stehen auf Kriegsfuß mit dieser Extra-Portion Spannung. Die Basketballer von Rasta Vechta und die Overtime – das ist eine leidvolle Allianz. Im Auswärtsspiel beim Vizemeister Bayer Leverkusen musste Rasta am frühen Sonntagabend zum vierten Mal in dieser Saison der 2. Bundesliga ProA in die Verlängerung – und zum vierten Mal jubelte am Ende der Gegner. Mit 80:93 (37:36, 77:77) zog Vechta den Kürzeren, die fünfminütige Verlängerung ging mit 3:16 verloren. Mit der Folge, dass Rasta als Tabellen-14. weiter um den Klassenerhalt zittert. Der Vorsprung auf die Artland Dragons ist auf vier Punkte geschmolzen.

Rastas Trainer Vladimir Lucic haderte mit der Endphase: „In der Verlängerung fehlte es uns an Energie. Heute war das Glück nicht auf unserer Seite. Wir werden weiter hart arbeiten, um es uns zu verdienen.“ Für ihn war's als Rasta-Coach die zweite Niederlage in der Verlängerung nach dem 99:107 gegen Karlsruhe. Die erste Overtime-Enttäuschung gab es unter der Regie von Derrick Allen (78:79 gegen Schwenningen), die zweite in der Amtszeit von Interimstrainer Marius Graf (107:118 gegen Nürnberg).

Nun also ging Rasta zum vierten Mal die Luft aus, nachdem der bei den jüngsten Siegen gegen Bremerhaven und Bochum überragende, diesmal aber eher glücklose Joel Aminu 1,4 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit einen Dreier nicht getroffen hatte. „Einfach Pech“, so Lucic. Die drei Punkte in der Verlängerung resultierten aus Freiwürfen von Aminu (zum 78:83) und James Washington, wobei Letzterer elf Sekunden vor dem Ende zum 79:91 bzw. 80:91 traf – da war es eh längst zu spät. Ansonsten verbuchte Rasta in der Verlängerung zehn Fehlwürfe (0/3 Zweier, 0/7 Dreier).

Gute Defense - aber der Lohn dafür bleibt aus

Bei allem Frust über die letzten fünf Minuten fand Lucic aber auch positive Aspekte. Rasta habe trotz des Fehlens von Kapitän und Topscorer Josh Young, der als zweiter Spieler nach Jannes Hundt an Corona erkrankt ist und somit die Rückkehr an seine erste Deutschland-Station verpasste, eine „sehr gute Partie“ gezeigt, so Lucic. Und der Serbe ergänzte: „Wir haben eine sehr gute Defense gegen eine sehr offensivstarke Mannschaft gespielt. Gut ist, dass wir Leverkusen bis zur Verlängerung bei nur 77 Punkten gehalten haben, das spricht für unsere Defense.“

Dass Bayer ebenfalls ohne seinen verletzten Topscorer spielte, bezog Lucic in sein Fazit mit ein: „Das Fehlen von Quentin Goodin darf man natürlich auch nicht auslassen.“ Und dann sagte Lucic einen Satz, der Rastas Dilemma an diesem Tag im Rheinland auf den Punkt brachte: „Wir haben viel zu viele offene Würfe vergeben.“

In der Tat. Rasta, das 20 Ballverluste von Leverkusen provozierte und am Ende 17 Würfe mehr aus dem Feld nahm, hatte sich die 14. Niederlage selbst zuzuschreiben. In allen Bereichen gab's schwache Wurfquoten. Die Zweier-Bilanz lag unter 50 Prozent, die Dreier-Quote gar unter 30 Prozent. Und an der Freiwurf-Linie, wo Rasta vor der Partie mit 76,7 Prozent auf Platz drei der Liga lag, gab's neun Fehlwürfe.

Topscorer bei Rasta war am Ende einer, der lange nicht mehr gespielt hatte. Sa'eed Nelson kam auf 19 Punkte und rundete den guten Gesamteindruck mit sieben Assists und drei Steals ab. Der US-Guard, der zuletzt am 2. Januar in Jena einen Kurzeinsatz absolviert und danach aufgrund von Oberschenkelproblemen sechs Partien verpasst hatte, brauchte für seine acht Treffer aus dem Feld allerdings 23 Versuche – und seine drei Fahrkarten an der Freiwurflinie Mitte des vierten Viertels taten auch weh. Entscheidend war jedoch, dass der Ex-Heidelberger über 38 Minuten ohne Probleme spielen konnte, das lässt Rasta für den Endspurt hoffen. Ebenfalls zweistellig punkteten Washington (15) und Tyrone Nash (11).

Am Ende standen sie aber im Schatten von Spencer Reaves und Dennis Heinzmann, den beiden Bayer-Giants-Matchwinnern. Reaves rettete sein Team per Korbleger zum 77:77 in die Verlängerung und war mit 25 Punkten der Topscorer der Partie, während 2,16-m-Center Heinzmann mit 14 Punkten, 15 Rebounds und vier Blocks unter den Körben dominierte.

„Leverkusen hatte am Ende der regulären Spielzeit das Glück auf seiner Seite“, so Lucic, der seinen Zwölf-Mann-Kader nicht komplett nutzte. Nachverpflichtung Richard Washington spielte gar nicht. Sheldon Eberhardt, im Sommer aus Leverkusen gekommen, und Jannes Hundt, im Hinspiel der Matchwinner mit 22 Punkten, kamen zusammen nicht mal auf fünf Minuten.

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