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80:88 – Rasta verpatzt die Heimpremiere

Auch in der fünften BBL-Saison gehen Vechtas Basketballer bei ihrem ersten Auftritt im Rasta-Dome leer aus. „Fast alle 50:50-Bälle sind an Würzburg gegangen“, haderte Rasta-Coach Thomas Päch.

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Kein Durchkommen: Rastas Center Dennis Clifford (Mitte) als Einzelkämpfer gegen die beiden Würzburger Felix Hoffmann (links) und Zach Smith. Fotos: Schikora

Kein Durchkommen: Rastas Center Dennis Clifford (Mitte) als Einzelkämpfer gegen die beiden Würzburger Felix Hoffmann (links) und Zach Smith. Fotos: Schikora

Als Jordan Barnett gut zehn Sekunden vor der Schlusssirene mit einem weiteren Dreier das Ziel verfehlte, war auch der letzte Funken Hoffnung erloschen. Das war's, wieder nichts mit einem Sieg bei einer Heimpremiere in der 1. Bundesliga. Die Basketballer von Rasta Vechta haben am Freitagabend auch ihr zweites Spiel der BBL-Saison 2020/21 verloren. Fünf Tage nach der Auftaktniederlage in München kassierte die Mannschaft von Coach Thomas Päch ein bitteres 80:88 (37:40) gegen s.Oliver Würzburg. Barnett war trotz einer schwachen Dreier-Quote (2/10) Topscorer seines Teams, er kam auf 20 Punkte. Ebenfalls zweistellig punkteten Jean Salumu (17), Will Vorhees (13) sowie Robin Christen (12). Rastas Heimdebüt und seine Etappen:

Die Ausgangslage: Beide Teams waren nach dem Vorrunden-Aus im Pokal auch mit einer Niederlage in die neue BBL-Saison gestartet: Rasta verlor mit 78:90 in München, Würzburg mit 77:90 gegen Ulm. Für Rasta ging's zudem um das Ende einer Negativserie: Noch nie hatte Vechta sein Heimdebüt in einer BBL-Spielzeit erfolgreich gestalten können. 2013 gab's ein 64:74 gegen Ludwigsburg, 2016 ein 59:72 gegen Braunschweig, 2018 ein 67:83 gegen Bayreuth sowie 2019 ein 68:73 gegen die EWE Baskets Oldenburg.

Das Personal: Im Juli 2019 gewannen Rastas Philipp Herkenhoff und die beiden Würzburger Nils Haßfurther und Joshua Obiesie mit der deutschen U 20 die Bronzemedaille bei der EM, das große Wiedersehen auf dem Rasta-Dome-Parkett fiel aus. Herkenhoff war zwar da, konnte wegen seiner Sehnenverletzung in der Fußsohle aber nicht mitwirken und Obiesie daher nur in Zivil begrüßen. Haßfurther hatte derweil die Reise nach Vechta gar nicht erst angetreten; beim 21-Jährigen hatten sich zum vierten Mal binnen weniger Wochen die Mandeln eitrig entzündet. Bitter für die Unterfranken: Haßfurther war gegen Ulm ein Aktivposten und laut Trainer Denis Wucherer „der einzige Guard auf Bundesliga-Niveau“. Bei Würzburg war zudem Cameron Hunt (Achillessehne) angeschlagen. Gleiches galt für Rastas Center Dennis Clifford (Sprunggelenk).

Kapitän unter Druck: Rastas Josh Young (links) wird von Mark Ogden (vorne) und Tayler Persons bearbeitet.Kapitän unter Druck: Rastas Josh Young (links) wird von Mark Ogden (vorne) und Tayler Persons bearbeitet.

Das 1. Viertel: Vechta erwischte den besseren Start (8:2), da sich Würzburg drei schnelle Ballverluste erlaubte. Angeführt von Salumu und Vorhees, die im ersten Viertel jeweils sieben Punkte machten, lag Rasta bis zum 17:14 vorne. Dann jedoch gab's einen Bruch – und eine 1:10-Negativserie der Gastgeber, die fahrig agierten. Bärenstark in dieser Phase: Würzburgs Guard Tayler Persons, der binnen fünf Minuten auf 13 Punkte, drei Assists und drei Rebounds kam. Folge: Rasta lag nach zehn Minuten mit 20:27 zurück. Oder mit anderen Worten: Im vierten Pflichtspiel in Folge gab Vechta den ersten Abschnitt relativ deutlich ab.

Das 2. Viertel: Tim Hasbargen eröffnete Rastas Aufholjagd mit einem erfolgreichen Dreier zum 23:29. Und dann machte Kapitän Josh Young acht Punkte in Folge zum 31:32. Rasta war wieder dran. Es folgte eine Phase, in der die Führung sechsmal wechselte. Es war spanend, aber nicht gerade hochklassig – beide Teams hatten noch keinen Rhythmus, ein zähes Ringen. Zur Pause lag Rasta mit 37:40 zurück – und Herkenhoff hielt im Halbzeit-Interview fest: „Wir verteidigen nicht gut über 24 Sekunden. Würzburg hat viele Punkte in den letzten Sekunden des Angriffs gemacht.“

Das 3. Viertel: Die ersten Akzente der zweiten Halbzeit setzte Rastas Barnett. Korbleger, Dreier aus der Ecke, spektakulärer Dunking – Rasta führte plötzlich mit 46:42. Aber: Wie gewonnen, so zerronnen. Vechta fehlte die Konstanz. Eine 0:11-Serie, kurz unterbrochen durch eine Auszeit von Coach Päch, bescherte Rasta einen 46:53-Rückstand. Barnett hielt sein Team mit sechs weiteren Punkten im Rennen, aber Würzburg schaffte es irgendwie, ein kleines Fünf-Punkte-Polster ins Schlussviertel zu retten.

Das 4. Viertel: Die ersten sieben Rasta-Punkte im Schlussabschnitt gingen auf das Konto von Robin Christen, beim 68:71 war Vechta wieder in Schlagdistanz. Aber die Würzburger, die saisonübergreifend in elf der letzten zwölf Spielen das vierte Viertel verloren hatten (viermal in dieser Saison), konterten und lagen beim 76:68 und 78:70 wieder mit acht Punkten vorne. Rasta kämpfte sich zwar noch mal ran (77:78, 79:80, 80:82), für eine Wende reichte es aber nicht mehr. Würzburg behielt die Nerven und schraubte den Sieg an der Freiwurflinie noch etwas in die Höhe. Am Ende war's also ein „+8“, das vielleicht noch wichtig sein kann.

Die Reaktionen: Tayler Persons, mit 22 Punkten, acht Rebounds, fünf Assists und zwei Steals der Mann des Abends, strahlte über das ganze Gesicht: „Der erste Sieg fühlt sich echt gut an.“ Und er ergänzte: „Wir hatten diesmal im vierten Viertel nicht die Angst zu verlieren. Wir haben am Ende gut verteidigt und wichtige Stopps bekommen.“ Josh Young, an der linken Hand lädiert, aber nicht schwerer verletzt, meinte nach der vierten Niederlage in Serie inklusive Pokal: „Würzburg war aggressiver, das geht nicht. Wir müssen aggressiver sein.“ Der Kapitän ärgerte sich über einige Ballverluste („Das war eine Katastrophe von uns“), die „schlechte Quote“ bei den Dreiern (nur 25 Prozent) und zu viele Einzelaktionen. Er sagte: „Wir müssen mehr zusammen spielen.“ Thomas Päch haderte mit der „fehlenden Cleverness in der Offense“. Rastas Coach sagte: „Wir hatten zu viele überhastete Abschlüsse, die nicht nötig waren.“ Und das Problem in der Defense? „Die Verteidigung hört nicht nach 20 Sekunden auf, sondern erst dann, wenn man den Ball hat. Wir müssen lernen, die Bälle in der Defense auch einzusammeln“, erklärte Päch. Beim Stichwort Aggressivität meinte er: „Fast alle 50:50-Bälle sind an Würzburg gegangen. Das sagt alles. Es waren viele Kleinigkeiten, die heute weh getan haben.“ Es gibt also noch viel zu tun. Young sagte nur: „Die nächste Woche ist sehr wichtig für uns.“

Gespräch mit dem Co“: Will Vorhees (rechts) mit Derrick Allen.Gespräch mit dem „Co“: Will Vorhees (rechts) mit Derrick Allen.

Der Ausblick: Für Rasta geht es am kommenden Samstag (21. November) mit einem Auswärtsspiel bei den Löwen Braunschweig weiter. Am letzten November-Wochenende hat die BBL spielfrei, es gehört der Nationalmannschaft (EM-Qualifikation in Pau/Frankreich). In den Dezember startet Rasta dann mit einem Doppeleinsatz: 4. Dezember gegen Bayreuth, 6. Dezember in Ulm.


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Rasta Vechta - s.Oliver Würzburg 80:88 (37:40)

  • Viertel: 20:27, 17:13, 24:26, 19:22.
  • Punkte Rasta Vechta: Jordan Barnett (20), Jean Salumu (17), Will Vorhees (13), Robin Christen (12), Josh Young (9), Stefan Peno (4), Tim Hasbargen (3), Björn Rohwer (2).
  • Punkte Würzburg: Tayler Persons (22), Micah Downs (17), Mark Ogden (11), Zach Smith (10), Felix Hoffmann, Cameron Hunt (je 6), Florian Koch, Joshua Obiesie (je 5), Julian Albus, Tyson Ward (je 3).

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