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700 Fans feiern Aufstieg in die Nordseeliga

Vor 50 Jahren schafften die Handballer des TV Cloppenburg den Sprung in die dritthöchste deutsche Spielklasse. Nahezu alle Spieler kamen seinerzeit aus Cloppenburg.

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Das TVC-Team 1971: Oben von links: Trainer Heribert Westerkamp, Franz Otten, Friedhelm Wulferding, Karl-Heinz Schröter, Bodo Brunke, Heiner Tholen, Hermann Eylers, Herbert Sieling, Betreuer Klaus Imsiecke. Unten von links: Hans Tholen, Heinz-Georg Wollnik, Peter Grotz, Klaus-Jürgen Brehmer, Werner Rohlfs. Foto: TV Cloppenburg

Das TVC-Team 1971: Oben von links: Trainer Heribert Westerkamp, Franz Otten, Friedhelm Wulferding, Karl-Heinz Schröter, Bodo Brunke, Heiner Tholen, Hermann Eylers, Herbert Sieling, Betreuer Klaus Imsiecke. Unten von links: Hans Tholen, Heinz-Georg Wollnik, Peter Grotz, Klaus-Jürgen Brehmer, Werner Rohlfs. Foto: TV Cloppenburg

Handball in der dritthöchsten deutschen Liga: Was dem Team von Trainer Barna-Zsolt Akacsos gerade erst gelang, schaffte das damalige Team des TV Cloppenburg bereits 1970. Mit Siegen in der Aufstiegsrunde in Geestemünde und zu Hause gegen Habenhausen gelang der Sprung in die Oberliga Nordsee.

Als souveräner Meister der Bezirksliga qualifizierten sich die Cloppenburger für die Aufstiegsrunde zur Oberliga. In einer Dreierrunde galt es zwei Mannschaften zu ermitteln, die den Gang in die dritthöchste deutsche Liga antreten durften.

Und die TVC-Crew legte gleich in der ersten Partie den Grundstein. Vor über 500 Zuschauern, darunter etwa 100 TVC-Fans, gelang beim Geestemünder TV ein hart umkämpfter 15:13-Sieg. Zwei Minuten vor Schluss war beim Stand von 13:13 die Frage nach dem Sieger noch völlig offen. Klaus-Jürgen Brehmer schaffte mit einem Heber die 14:13-Führung, Herbert Sieling setzte gegen die auf Manndeckung übergegangenen Gastgeber mit dem 15:13 den Schlusspunkt.

"Ein Sonderlob verdiente sich Peter Grotz"Günter Gall, Sportredakteur

Der Anfang war gemacht und es folgte ein echtes Highlight in der mit 700 Zuschauern ausverkauften TVC-Halle. Beim 14:12-Erfolg gegen den Bremer Meister, ATSV Habenhausen, ließen die Gastgeber zu keinem Zeitpunkt Zweifel am Sieger der Partie aufkommen. Über eine zwischenzeitliche 11:6-Führung steuerte das TVC-Ensemble einem ungefährdeten Sieg entgegen. „Ein Sonderlob verdiente sich Peter Grotz, der als Kreisläufer vier schöne Tore verbuchte, einen Siebenmeter verwandelte und so zum Publikumsliebling wurde“ titelte damals Günter Gall in der Münsterländischen Tageszeitung am 2. März 1970. Dass Spieler und Fans hernach die Siege im „Briefkasten“ gebührend feierten, zur damaligen Zeit nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern fast schon Kult.

Ein weiteres Faustpfand der erfolgreichen Truppe: Nahezu alle Spieler kamen aus Cloppenburg, studierten oder absolvierten ihre Ausbildung allenfalls an auswärtigen Standorten. Karl-Heinz Schröter erinnert sich. „Wir bekamen damals als Studenten schon zehn Pfennig pro Kilometer als Aufwandsentschädigung.“

Die wegen der geringen Ligastärken (in der Nordseeliga spielten gerade einmal acht Teams) sieben Monate andauernde Pause diente der intensiven Vorbereitung. Kurz vor dem Saisonstart war, beim TVC fast schon Tradition, ein renommierter Gegner Gast in der Halle an der Schulstraße. 600 Zuschauer verfolgten die 13:26-Niederlage gegen den mit etlichen Nationalspielern gespickten Bundesligisten TuS Wellinghofen. Beim TVC standen Hans Tholen und Siegfried Malcherek im Tor, Herbert Sieling, Heiner Tholen (2), Franz Otten (3), Peter Grotz (3), Klaus-Jürgen Brehmer (1), Hermann Eylers (1), Karl-Heinz Schröter (2) und Klaus Druhmann (1) waren die Feldspieler.

Der TVC beendete die Saison auf Rang vier

Am 4. Oktober 1970 startete Cloppenburg das Abenteuer Nordseeliga mit dem Gastspiel beim Oldenbuger TB. In der Schlussphase sorgte Karl-Heinz Schröter mit zwei Treffern gegen die mit Manndeckung agierenden Oldenburger für den verdienten 18:14-Erfolg.

Zum ersten Heimspiel gegen Mitaufsteiger Geestemünde waren erneut über 500 Zuschauer in der Halle, die lange um den Sieg bangen mussten. Eine 11:9-Führung der Gäste drehten Klaus-Jürgen Brehmer, Hermann Eylers, erneut Brehmer mit einem verwandelten Siebenmeter und Franz Otten mit vier Toren in Folge in einen 13:11-Erfolg. Nach einem 18:13-Sieg bei Schaar Wilhelmshaven folgte für die an Siege gewöhnten Cloppenburger der erste Rückschlag. 5:13 hieß es nach 60 aus TVC-Sicht wenig überzeugenden Minuten beim
PSV Bremen.

Die Niederlage warf das Team von Trainer Heribert Westerkamp indes keineswegs aus der Bahn. Im Gegenteil: Nach der Hinrunde lag die TVC-Crew mit 12:2 Punkten hinter Tabellenführer Arbergen auf einem sensationellen zweiten Platz. Dass es nach einer eher durchwachsenen Rückrunde „nur“ zum vierten Platz reichte, war zu verschmerzen.

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