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7:0 – BW Lohne überfährt Hagen/Uthlede

Platz zwei in der Fußball-Oberliga wird eindrucksvoll behauptet. Der Gäste-Trainer tritt nach dem Debakel zurück.

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Und wieder drin: Andrej Homer (Nummer 7) traf am Sonntag dreimal aus fast identischer Position ins Schwarze. Foto: Schikora

Und wieder drin: Andrej Homer (Nummer 7) traf am Sonntag dreimal aus fast identischer Position ins Schwarze. Foto: Schikora

Carsten Werde, der Coach vom FC Hagen/Uthlede, hatte nach der Partie noch die passenden Worte gefunden: „Ich freue mich jetzt auf meine Frau und die drei Kinder – da weiß ich, was wirklich wichtig ist im Leben.“ Dafür erntete der 32-jährige Coach Beifall im Lohner Stadion, wo die Zuschauer die Pressekonferenz mitverfolgen können. In den vorangegangenen 90 Minuten hatten die rund 400 Besucher einen 7:0 (2:0)-Heimsieg der Blau-Weißen erlebt. Was gegen 17.15 Uhr  noch niemand im Stadion geahnt hatte: Werde trat noch am Abend von seinem Posten zurück.

Selten hat man die BWL-Fußballer derartig ungefährdet einem Erfolg entgegenstreben und einen so desolat agierenden Gegner gesehen – erst recht nicht in der Oberliga. Keine Frage: Carsten Werde hatte sich nach der Pleite – und vor seinem Rücktritt – eine Lockerheit bewahrt, die vielen Kollegen in ähnlicher Lage und nach Beobachtung dieser unübersehbaren Defizite sicher abhanden gekommen wäre.

Der Hagener Coach gratulierte zugleich seinem Trainerkollegen Henning Rießelmann und vor allem den BWL-Fans zu dieser Mannschaft: „Darauf könnt ihr stolz sein.“ Vor allem in den ersten ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit hatten die Lohner ihren Gast schwindelig gespielt und von 2:0 auf 6:0 erhöht.

Henning Rießelmann sagte dazu: „Das haben wir wirklich überragend gemacht.“ Der Lohner Trainer hatte seine Truppe vor dem Spiel extra hungrig gemacht, unter anderem mit dem Hinweis, dass man seit Dezember 2019 nicht mehr verloren habe. Unter dem Strich verfehlte die Ansprache also nicht ihre Wirkung. Wobei er mit dem Vortrag in der ersten Halbzeit „nicht ganz so zufrieden war“. Rießelmann habe in der Kabine die Frage an die Spieler gerichtet, ob er jetzt zu kritisch sei – und erhielt direkt anschließend die passenden Antworten auf dem Platz. Kollege Werde fand die Phase von der 46. bis zur 55. Minute derweil „desolat“.

Jubel bei BWL: Die Gastgeber feiern, Hagens Keeper Yannick Becker ist konsterniert. Foto: Schikora Jubel bei BWL: Die Gastgeber feiern, Hagens Keeper Yannick Becker ist konsterniert. Foto: Schikora

Was sich ihm sonst nicht erschloss, war die Abseitsauslegung vor dem Lohner 1:0; der Unparteiische Maximilian Nie-Hoegen (Lingen) hatte einen Hagener Ballkontakt erkannt, der das Abseits aufgehoben hätte, berichtete er. Nie-Hoegen überstimmte so das Winken seinen Assistenten, Lohnes Christopher Schepp schob die Vorlage von Lennard Prüne ins verlassene Tor (9.); Hagen hatte im Glauben an eine sichere Abseitsposition aufgehört zu spielen – und damit schon eine Handlungsvorlage für weite Teile der weiteren Partie geliefert. Auch Carsten Werde erkannte, dass dieses aus seiner Sicht fragwürdige 0:1 im Gesamtkontext letztlich ohne Bedeutung gewesen sei. Sein Gegenüber Henning Rießelmann bilanzierte derweil: „Wir haben eine geile, intakte Mannschaft.“

Teilweise bot BW Lohne herrlichen Kombinationsfußball, dem die Gäste hilflos gegenüber standen. Beim 2:0 verlängerte Lennard Prüne den Ball per Hacke zu Christopher Schepp, der auf den mühelos zum 2:0 abschließenden Aaron Goldmann weiterleitete (24.). Zur Pause fragten sich viele Beobachter, warum BWL gegen die passiven Hagener nicht entschlossener nachgesetzt hatte.
Doch die Lohner holten das Versäumte schnell nach. Die Schläge bis zur 56. Minute: 3:0 Andrej Homer (46., nach Vorlage von Rilind Neziri), 4:0 Lennard Prüne (49., Pass von Aaron Goldmann in den Lauf), 5:0 und 6:0 Andrej Homer (51./56., jeweils nach Goldmann-Vorlage auf den zweiten Pfosten).

Schon am Mittwoch geht es im NFV-Pokal weiter

Dann wurde es ruhiger, die überforderten Gäste näherten sich jetzt auch mal dem Lohner Tor, blieben aber harmlos. Dann traf Bernard Suffner nach Neziri-Freistoß noch die Latte. Das 7:0 von Nico Gill per 25-m-Hammer (86.) stellte den krönenden Abschluss dar. BW Lohne hat Platz zwei mit einer Machtdemonstration behauptet. Auch wenn Henning Rießelmann am Sonntag vorgab: „Ich sehe bis zum letzten Spieltag nicht mehr auf die Tabelle.“

Bis dahin ist es noch weit. Am kommenden Sonntag kommt der Vorletzte Rotenburger SV nach Lohne. Danach geht's zum Tabellenführer SC Spelle-Venhaus. Aber zuerst gibt's an diesem Mittwoch ab 19.30 Uhr das NFV-Pokalspiel gegen den Liga-Gefährten TuS Bersenbrück.

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