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67:81 - Rasta Vechta verliert auch gegen Trier

Der Basketball-Zweitligist wartet weiter auf den ersten Sieg in der ProA-Rückserie. Rasta-Coach Vladimir Lucic war restlos bedient. Was der Serbe nach dem nächsten Dämpfer gesagt hat, gibt's hier.

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Und jetzt? Rastas Josh Young (rechts) gegen Brody Clarke. Foto: Schikora

Und jetzt? Rastas Josh Young (rechts) gegen Brody Clarke. Foto: Schikora

Seine Teamkollegen waren nach dem finalen Stretching bereits alle in der Kabine, da saß Joel Aminu immer noch auf dem Parkett im Rasta-Dome. Seine große Enttäuschung war nicht zu übersehen. Und sein linkes Knie kühlte der 24 Jahre alte Shooting Guard in Diensten von Rasta Vechta mit einem Beutel voller Eiswürfel. „Nicht so schlimm, das wird ein blauer Fleck, mehr nicht“, gab Aminu gleich Entwarnung. Etwas anderes bereitete ihm in diesem Moment am Sonntagabend mehr Schmerzen. „Das tut weh“, sagte Aminu, als er zur Anzeigetafel hochschaute. Dort leuchtete die bittere Wahrheit auf. 67:81 – Rasta hatte in der 2. Bundesliga ProA auch das Heimspiel gegen die Gladiators Trier in den Sand gesetzt.

Erst 87:96 gegen Paderborn, am Freitag ein 69:87 in Nürnberg und jetzt das 67:81 gegen Trier – binnen neun Tagen trat Rasta das zarte Pflänzchen Hoffnung einfach platt, und das Warten auf den ersten Sieg in der Rückrunde geht weiter. Die Aufbruchstimmung, ausgelöst durch vier Erfolge in Serie rund um Weihnachten und den Jahreswechsel, ist längst wieder dahin. Rasta taumelt als Tabellen-14. der ProA der Gefahrenzone entgegen. Und: Es war bereits die siebte Heimniederlage in dieser Saison. Die ehemalige Festung an der Pariser Straße – zu ProA-Glanzzeiten gewann Rasta mal 37 Heimspiele in Serie – verkommt gerade zum Selbstbedienungsladen. Wer will noch mal? Wer hat noch nicht?

„Wir müssen jetzt unbedingt diese Negativserie stoppen. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu sehr in eine Abwärtsspirale kommen“, sagte Aminu. Ja, nach den vier Siegen in Folge habe man die Playoffs wieder im Visier und im Kopf gehabt, räumte er ein. Aber das dürfte sich jetzt erst einmal erledigt haben.

Gute Laune sieht anders aus: Tyrone Nash (links) und Coach Vladimir Lucic. Foto: SchikoraGute Laune sieht anders aus: Tyrone Nash (links) und Coach Vladimir Lucic. Foto: Schikora

Geht es ab sofort nur noch um Schadensbegrenzung? Um das Minimalziel Klassenerhalt? Um das Verhindern des Absturzes in die Drittklassigkeit? Aminu überlegte kurz, schob dann die Playoff-Ansprüche zur Seite und gab zu Protokoll: „Der kurzfristige Fokus ist jetzt wichtiger als der langfristige.“ Mit anderen Worten: In Schwenningen, im ersten von drei Auswärtsspielen in Serie, muss eine klare Leistungssteigerung her – nur das zählt jetzt. Klar ist auch: Rastas Lage, direkt an der Kante zu den drei Abstiegsplätzen, ist gefährlich.

Rastas Coach Vladimir Lucic haderte vor allem mit der krassen Unterlegenheit beim Rebound (29:53). Trier zeigte eindrucksvoll, warum man das mit Abstand beste Reboundteam der ProA ist. Enosch Wolf und Austin Wiley, der eine 2,15 m groß, der andere 2,11 m, holten jeweils 17 Rebounds und damit als Duo mehr als das gesamte Team der Gastgeber. Eine Tatsache, die Lucic nach dem Spiel mit einem Kopfschütteln quittierte. „Es ist nicht schwer zu erklären, was das größte Problem war“, sagte der Serbe zum Thema Rebounds. Bei Trier fiel der Ausfall von 2,15-m-Center Radoslav Pekovic (Corona-Infektion), laut Statistik zweitbester Rebounder der Gladiators, nicht mal ins Gewicht.

Lucic wählte deutliche Worte: „Wir haben weitestgehend ohne Energie gespielt, keiner hat heute sein Maximum gegeben und deshalb hatten wir keine Chance auf den Sieg.“ Das Spiel in Nürnberg am Freitagabend inklusive einer Nacht im Bus dürfe „keine Entschuldigung“ für das Dargebotene sein, so Rastas Coach. Auch Aminu ärgerte sich, dass man Trier „zu viele zweite Chancen“ gegeben habe. Und er ergänzte: „Wir hatten Probleme damit, Stopps in der Defense zu bekommen. Dadurch kam unsere Offense nicht ins Laufen.“

Wie schon in Nürnberg (7:28) war auch gegen Trier das dritte Viertel (10:24) die Ursache für das finale Übel. Rasta, das neben Sa'eed Nelson (Oberschenkel) und Kristofer Krause (Sprunggelenk) kurzfristig auch noch auf Joschka Ferner (Rücken) verzichten musste, fiel minutenlang gar nichts ein. Es war trostlos, irgendwie blutleer, in Summe besorgniserregend. Die Steigerung im Schlussviertel kam viel zu spät. Das Loch, das sich Rasta gebuddelt hatte, war mal wieder viel zu tief. Kleiner Lichtblick: Johann Grünloh (16), der gegen Paderborn sein ProA-Debüt gefeiert hatte, verbuchte am Sonntag seine ersten Punkte in der 2. Liga – per Dreier zum 63:75.

Triers Interimstrainer Pascal Heinrichs (32), seit dem 3. Januar Nachfolger des entlassenen Marco van den Berg, freute sich über einen „sehr disziplinierten Auftritt“ seines Teams. Er lobte Leitwolf Wolf für dessen 20 Punkte und acht (!) Offensivrebounds und hielt fest: „Ich bin glücklich und erleichtert, dass wir das Spiel gewonnen haben.“

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