Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

4:2 gegen Werlte: VfL Oythe sendet das nächste Lebenszeichen

Der Fußball-Landesligist schöpft neue Hoffnung in der Abstiegsrunde. GW Mühlen wartet in der Meisterrunde weiter auf den ersten Sieg.

Artikel teilen:
Allein unter Werltern: Oythes Elfmeter-Experte Jonas Suffner (Mitte) am Sonntag gegen Sparta Werlte. Foto: Schikora

Allein unter Werltern: Oythes Elfmeter-Experte Jonas Suffner (Mitte) am Sonntag gegen Sparta Werlte. Foto: Schikora

VfL Oythe - Sparta Werlte 4:2. Der Schlusspfiff ging im allgemeinen Jubel-Trubel fast unter. Als Lennart Feldhus mit seinem späten Joker-Tor die letzten Zweifel am nächsten Lebenszeichen des VfL Oythe ausgeräumt hatte, ging es im Lager des heimischen Fußball-Landesligisten drunter und drüber. Die Spieler lagen sich in den Armen, der Betreuerstab sprintete nach der letzten Etappe einer wahren Achterbahnfahrt der Gefühle ebenso glückselig aufs Kunstrasen-Spielfeld am Oyther Berg. Die Oyther waren so sehr mit dem Torjubel beschäftigt, dass sie die letzte Amtshandlung von Schiedsrichter Per-Ole Wendlandt gar nicht mehr so richtig mitbekamen. Mit etwas Verspätung registrierten aber alle: Das war's, die Punkte 13 bis 15 sind im Sack. Mit einem 4:2 (1:1)-Sieg gegen Sparta Werlte wahrten die Oyther ihre kleine Chance auf den Klassenerhalt.

Oythes Trainer Daniel Roth nahm das Ergebnis erfreut zur Kenntnis, verfiel nach dem zweiten Sieg in Serie in der Abstiegsrunde aber nicht in Euphorie. „Schön, dass wir gewonnen haben. Aber mit der Art und Weise, wie wir heute Fußball gespielt haben, bin ich nicht zufrieden – damit kann eigentlich keiner zufrieden sein“, sagte er. Der Auftritt seiner Mannschaft sei „ziemlich mau“ gewesen, gab der VfL-Coach zu – und das war noch wohlwollend formuliert.

Vom Wechsel auf den Kunstrasenplatz hatte sich Oythe eigentlich spielerische Vorteile versprochen, aber rein fußballerisch sammelten die Gastgeber an diesem Sonntagnachmittag kaum Argumente für eine weitere Abkehr von der Hasenweide. „Das war nichts“, räumte auch Roth ein. Er sah „zu viele lange Bälle“ und „zu wenig Bewegung“, er haderte zudem mit „zu vielen Fehlpässen“. Es war phasenweise haarsträubend, wie Oythe die Bälle ins Aus oder dem Gegner direkt in die Füße spielte. „Alles Kopfsache“, meinte Roth. Kurzum: Die Oyther mussten nach dem Schlusspfiff kurz überlegen, warum sie diesen schwachen Kick überhaupt gewonnen hatten.

Jonas Suffner trifft erneut zweimal per Elfmeter

Ein Grund war die Nervenstärke von Jonas Suffner. Der Mittelfeldspieler, der bereits in der Vorwoche beim 3:2-Sieg in Firrel zwei Elfmeter verwandelt hatte, war auch gegen Werlte zweimal vom Punkt erfolgreich – erst nach Foul an Nico Emich zum 1:1 (42.), dann nach Foul an ihm selbst zum 2:2 (78.).

Grund Nummer zwei für den Erfolg: das glückliche Händchen von Roth. Lie Sillah traf acht Minuten nach seiner Einwechslung zum 3:2 (80., Abstauber nach Ecke), ehe Feldhus in der Nachspielzeit nach Querpass des dritten Jokers Janek Jacobs das erlösende 4:2 erzielte (90.+4). Feldhus war kurz zuvor für Sillah in die Partie gekommen, der nach einem rüden Sparta-Foul ins Krankenhaus gebracht wurde. „Das Erfolgserlebnis tut den Stürmern gut. Hoffentlich ist es bei Lie nicht so schlimm“, so Roth, dessen Team noch weitere Chancen durch Nico Emich (10./38.) und Niklas Ellmann (57.) hatte.

Die zwei Tore für den Tabellenvierten aus dem Emsland erzielten Bernd Lübbehüsen (13.) und Jan-Christian Meier (53., Foulelfmeter). Dem ersten Führungstreffer von Sparta gingen ein kapitaler Fehlpass von Markus Lübberding und drei prächtige Paraden von VfL-Keeper Lukas Katarius voraus, ehe Lübbehüsen im vierten Versuch erfolgreich war. Den Elfmeter zum 1:2 verursachte unterdessen Katarius mit einem Foul an Werltes Torjäger Michael Peiffer. Die Gäste, die von 30 sangesfreudigen Fans inklusive Trommeln, Fahnen und Konfetti-Kanone angefeuert wurden, hatten neben den Toren noch drei hochkarätige Chancen für Peiffer (5.), Jannik Hoormann (48.) und Florian Maurer (88., Pfosten). Bei ihnen war am Ende der Frust groß.

GW Mühlen muss sich mit Remis benügen

VfL Wildeshausen - GW Mühlen 1:1. Für den ersten Sieg in der Aufstiegsrunde zur Oberliga hat's nicht gereicht, die dritte Niederlage konnten sie allerdings auch verhindern: Die Landesliga-Fußballer von GW Mühlen haben am Sonntag ein 1:1 (0:0) beim VfL Wildeshausen verbucht. Der erste Punktgewinn nach zuvor zwei Niederlagen gegen den SV Bevern (1:3) und bei Hansa Friesoythe (0:3) löste bei Trainer Andreas Hinrichs aber keine Jubelsprünge aus. „Die Leistung war in Ordnung, aber mit einem Punkt sind wir nicht zufrieden“, sagte er.

Sein Team habe beim Schlusslicht der Aufstiegsrunde ein „klares Chancenplus“ gehabt. Hinrichs: „Wir müssen hier drei, vier Tore schießen und drei Punkte mitnehmen. Aber das Glück müssen wir uns erst wieder erarbeiten.“ Immerhin: Die Grün-Weißen, die im Kampf um das Oberliga-Ticket wohl anderen den Vortritt lassen müssen, zogen in der Tabelle an Schüttorf vorbei und sind jetzt Fünfter.

Mühlen legte schwungvoll los. Benjamin Willenbrink (2.) und Jonas Pöhlking (10.) hatten zwei frühe Chancen zur Führung. Die dritte gute Möglichkeit der Gäste folgte dann in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit: Jan Leiber vergab in aussichtsreicher Position. Wildeshausen hatte vor der Pause nur eine Chance durch Mattes Hehr, dessen Schuss an der Oberkante der Latte landete (25.). „Ansonsten hatten wir die Partie ganz gut im Griff. Wildeshausen hatte kaum zwingende Aktionen“, sagte Hinrichs und lobte die „gut sortierte Innenverteidigung“ mit Marcel Schillmöller und Tom Olberding.

Direkt nach dem Seitenwechsel traf Willenbrink dann nur den Innenpfosten (48.), es fehlten nur Zentimeter zur Führung. In der Folgezeit plätscherte die Partie ein wenig vor sich hin, ehe die Gastgeber quasi aus dem Nichts in Führung gingen. Robin Ramke war nach einer kurz ausgeführten Ecke zur Stelle (71.). Ein Gegentor, das Hinrichs mächtig ärgerte: „Bei der Ecke haben wir komplett gepennt.“

Sein Team zeigte aber eine gute Reaktion. Mühlen erhöhte den Druck und kam in der 79. Minute zum Ausgleich: Jonas Pöhlking traf aus dem Gewühl zum 1:1. Danach wollte GWM mehr und blieb konsequent im Vorwärtsgang. Nach einer Mühlener Flanke lenkte ein Wildeshauser den Ball per Kopf an die Latte des eigenen Tores (90.), ehe Willenbrink bei der letzten Chance des Tages das Außennetz traf (90.+2). So blieb es beim 1:1 – und für Mühlen geht's am Samstag gegen Friesoythe weiter.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

4:2 gegen Werlte: VfL Oythe sendet das nächste Lebenszeichen - OM online