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33:23 – Vechtas Abwehr treibt den TVD zur Verzweiflung

Der Aufsteiger entscheidet das Landesliga-Derby nach einer starken Schlussphase deutlich für sich. Hier der Nachbericht mit den Reaktionen der Trainer:

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Power aus dem Rückraum: Vechtas Denis Naumenco setzt zum Wurf an – er traf gegen den TVD neunmal. Fotos: Schikora

Power aus dem Rückraum: Vechtas Denis Naumenco setzt zum Wurf an – er traf gegen den TVD neunmal. Fotos: Schikora

Hallensprecher Axel Baumeyer zählte die letzten Sekunden rückwärts, dann fielen sich SFN Vechtas Handballer auch schon in die Arme, und natürlich durfte auch der Klassiker nicht fehlen: „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“, skandierten sie lautstark, während sie im Kreis über das Spielfeld hüpften.

Wenige Meter entfernt standen die Spieler des TV Dinklage mit hängenden Köpfen. Tief enttäuscht, aber auch ein bisschen ratlos, wie es zu so einem Ergebnis kommen konnte. 33:23 (16:15) – das mit Spannung erwartete Derby in der Landesliga, das Duell der beiden besten Herrenmannschaften aus dem Kreis Vechta, fand am Samstag ein Ende, das so wohl kaum jemand für möglich gehalten hatte.

Nach 45 relativ ausgeglichenen Minuten, in denen mal Vechta (14:10), mal Dinklage (18:17, 20:19) geführt hatte, entschied SFN – zum Entsetzen des lautstarken Dinklager Blocks inmitten der rund 230 Zuschauer – die Partie mit einer 9:0-Serie vom 24:22 zum 33:22 für sich. Volle 16 Minuten lang gelang den Gästen kein einziges Tor.

Im Klammergriff: Dinklages Linus Klante versucht hier, Vechtas Spielertrainer Raul Ferent mit unfairen Mitteln zu stoppen.Im Klammergriff: Dinklages Linus Klante versucht hier, Vechtas Spielertrainer Raul Ferent mit unfairen Mitteln zu stoppen.

TVD-Trainer Markus Gabler, der vor dem Derby mit kritischen Äußerungen über Vechtas Konzept, auch auf auswärtige Spieler zu setzen, für Unmut bei SFN gesorgt hatte, zog kurz nach Spielschluss geknickt Bilanz. „Vechta hat uns eindeutig den Schneid abgekauft mit seiner starken Abwehr. Das sind schon Jungs, die gut zupacken können. Und der Großteil der Vechtaer Mannschaft ist es eben auch gewohnt, vor so einer Kulisse zu spielen. Wir haben uns davon mehr nervös machen lassen“, sagte Gabler: „Da sind die Jungs vielleicht noch zu unerfahren. Dass es so deutlich wird, ist schon eine harte Nummer. Das Wochenende ist versaut.“

Vechtas Spielertrainer Raul Ferent, dessen Team als Aufsteiger jetzt zumindest vorerst die Tabelle anführt, sagte nach dem vierten Sieg im vierten Heimspiel: „Ich bin richtig stolz. In der zweiten Halbzeit haben wir Charakter gezeigt. Wir haben nur 23 Tore kassiert. Die Abwehr war entscheidend. Und wir hatten die besseren Torhüter.“ Während bei SFN Alin Plesca überraschend sein Comeback feierte und ebenso stark hielt wie Jannik Juchelka, war beim TVD Gerrit Hilgefort auf sich allein gestellt – und gegen Vechtas Würfe oft machtlos. „Arne Frese hat sich gestern mit Corona abgemeldet“, berichtete Gabler.

Entscheidend aber war Vechtas robuste, harte Abwehr, die sich schon in der ersten Halbzeit vier Zeitstrafen einhandelte; Robert Bünker war früh mit zwei Strafen belastet. Aber Dinklage machte daraus zu wenig und kam – obwohl läuferisch überlegen – zu selten ins Tempospiel. Das lag aber auch an Vechtas Ballsicherheit und Abschlussstärke. Die volle Tribüne schien SFN eher zu beflügeln. „Das hat mich sehr gefreut, dass so viele gekommen sind“, sagte Raul Ferent: „Das ist Handball.“ Dem TVD bleibt die Hoffnung auf das Rückspiel. Der Termin steht schon fest: 18. März in Dinklage.

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