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3. Liga ist mit der Oberliga nicht zu vergleichen

TVC-Trainer Akacsos im OMonline-Interview. Nach dem Aufstieg sind die Cloppenburger Handballer dabei, ihren Kader für die neue Saison aufzustellen.

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Rüsten für die 3. Liga: Der Aufstieg ist für die Handballmänner perfekt, nun gilt es für Trainer Barna-Zsolt Akacsos (blaues Hemd), die Mannschaft auf die kommende Saison 2020/2021 vorzubereiten. Foto: Langosch

Rüsten für die 3. Liga: Der Aufstieg ist für die Handballmänner perfekt, nun gilt es für Trainer Barna-Zsolt Akacsos (blaues Hemd), die Mannschaft auf die kommende Saison 2020/2021 vorzubereiten. Foto: Langosch

Seit Dienstag vergangener Woche haben die Handballer des TV Cloppenburg Gewissheit darüber, dass sie in die 3. Liga aufsteigen. Als Zweiter der Oberliga Nordsee profitierten sie von der Entscheidung des Deutschen Handballbundes (DHB), nach dem Saisonabbruch die 3. Liga aufzustocken. Die Cloppenburger, die in der Oberliga Nordsee punktgleich mit dem ATSV Habenhausen platziert waren, sind der erste Nachrücker. Was der Aufstieg für die Mannschaft bedeutet, darüber sprach OMonline mit Trainer Barna-Zsolt Akacsos.

Glückwunsch, Herr Akacsos, zum Aufstieg in die 3. Liga. Wie haben Sie die letzten Tage, bis der Aufstieg vom DHB bestätigt wurde, erlebt?

Ich war total ruhig und entspannt, denn ich war vorbereitet sowohl auf einen eventuellen Aufstieg wie auch einer weiteren Saison in der Oberliga. Wäre der Aufstieg in der Halle vor unseren Zuschauern passiert, hätte ich sicher Tränen in den Augen gehabt. Selbst meine Frau hat mich noch nicht so gefasst erlebt. Geschockt war ich nur vorher, als die Bewertung der Saison bekannt gegeben wurde. Für mich war das ungerecht. Jetzt sind wir alle froh, erleichtert und glücklich, dass wir in der kommenden Saison in der 3. Liga spielen dürfen.

Was sind die Gründe für die so erfolgreiche Saison?

Der Aufbau mit dem Team-Management, den wir vor drei Jahren angefangen haben, bildet das Fundament. Wir haben gemeinsam einen Plan entwickelt, den in die Hand genommen und umgesetzt. Nicht alle Zuschauer konnten meine Entscheidungen immer verstehen und nachvollziehen, denn ich musste viele Dinge in den Spielen „trainieren“, damit wir auf das heutige Niveau kommen konnten. Unser Konzept hat gefruchtet. Ich weiß, es hätte auch nach hinten losgehen können. Glück gehört dazu, sonst kannst du nicht erfolgreich sein.

Wann wollen Sie mit dem Training beginnen? Durch die Coronakrise dürfte der Start nicht einfach sein. Wie sehen Ihre Vorstellungen aus?

Wir haben sehr gute Lösungen gefunden. Meine Jungs haben privat gut gearbeitet und sind fit. Damit bin ich sehr zufrieden, Ab jetzt wollen wir uns einmal pro Woche auf freiwilliger Basis treffen. Krafttraining, Stabilität und Prophylaxe stehen im Vordergrund. Ansonsten hat jeder Spieler einen Plan, den er zu Hause umsetzt. Anfang Juli wird es dann losgehen, wir werden fast jeden Tag trainieren. Sollte es im September Spiele geben, gehen wir dann mit dem Training in die normale Phase –vier Einheiten pro Woche – über.

Wird es wie vergangenen Sommer Trainingslager geben?

Ja, das ist geplant. Letzte Saison hat uns das Trainingslager in der Sportschule Sögel als Mannschaft sehr gut getan und geholfen. Sollte das nicht möglich sein, haben wir aber immer einen Plan B. Dann würden wir das in Cloppenburg organisieren.

Können Sie Freundschaftsspiele abschließen? Wenn ja, ab wann etwa sind die geplant?

Leider noch nicht, denn wir wissen nicht, ab wann gespielt werden darf. Einladungen für große Turniere in Oldenburg und Wilhelmshaven liegen vor. Vielleicht veranstalten wir ein eigenes, denn durch den Aufstieg wird es einfacher, gute Mannschaften für ein Turnier in Cloppenburg zu bekommen.

Was macht den Unterschied, abgesehen von den deutlich größeren Entfernungen, zwischen der Oberliga und der 3. Liga aus?

Das Niveau ist ein total anderes. Das ist eine Halb-Profi-Liga. Einige Vereine haben mit über zwei Millionen Euro einen megagroßen Etat. Das ist mit der Oberliga überhaupt nicht mehr zu vergleichen.

Elf Spieler aus dem jetzigen Kader gehen den Weg in die 3. Liga mit. Dazu kommt Kreisläufer Nils Goepel. Wie groß muss das Aufgebot sein, um den sportlich höheren Anforderungen gewachsen zu sein? Auf welchen Positionen werden in erster Linie Verstärkungen gesucht?

Mein Traumkader besteht aus 18 Spielern. Ob sich das realisieren und finanzieren lässt, weiß ich nicht. Wir suchen in erster Linie einen großen Linkshänder und einen Rückraumlinken, einen Shooter für einfache Tore sowie einen Allrounder, der mehrere Positionen (Rückraum, Außen, Kreis) bekleiden kann.

Aus dem Abwehrmittelblock gilt es Janik Köhler (wechselt zur HSG Delmenhorst) und Erik Gülzow (Schulteroperation) zu ersetzen. Da ist sicherlich Bedarf?

Janik hat den Verein verlassen und Erik fällt nach seiner Operation, die im Herbst sein wird, wahrscheinlich für die gesamte Saison aus. Natürlich müssen wir uns in der Abwehr neu aufstellen und verstärken. Die Suche nach Neuen ist schwierig, da die Qualität der Zugänge uns besser machen muss. Die Spieler müssen sowohl starke Angriffsspieler sein als auch gute Abwehrqualität mitbringen. Diese Leute zu bekommen, ist keine einfache Aufgabe. Wir müssen Geduld haben, um die notwendigen Verstärkungen zu finden. Ich bin zuversichtlich, denn wir haben sehr gute Gespräche geführt.

Rücken aus der A-Jugend Nachwuchsspieler auf? Wenn ja, steht schon fest, wer das sein wird?

Ja, das ist der Plan.Torwart Paulus Götting rückt in den Kader auf. Die Noch-A-Jugendspieler Peter Gronotte und Aljoscha Mick sollen bei uns zweimal pro Woche mittrainieren, um sie an den Herrenbereich ranzuführen. Das sind Talente, die wir fördern müssen.

Was ist in der 3. Liga sportlich wichtig, um mitzuhalten?

Wir müssen von Verletzungen verschont bleiben. Die Mannschaft muss in die 3. Liga hineinwachsen. In dieser Liga wird erheblich schneller, kraftvoller, körperbetonter und mit geringer Fehlerquote gespielt. Viele Vereine haben sehr gut ausgebildete Einzelspieler, deren individuelle Klasse Spiele entscheiden kann. Wir müssen körperlich fit und mental stark sein, dann bin ich zuversichtlich. Wenn alle bereit sind immer alles zu geben und voll mitzuziehen, können wir in der 3. Liga bestehen. Dass harte Arbeit die Voraussetzung sein muss, steht außer Zweifel. Die Vorbereitung wird aufgrund der Coronakrise total anders sein. Ich habe mehrere Konzepte vorbereitet, die je nach Situation umgesetzt werden.

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