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3. Liga: In diesem Jahr geht nichts mehr

Neben den Männern des TV Cloppenburg sind auch die Frauen von SFN Vechta und vom BV Garrel betroffen. Garrel möchte einen gemeinsamen Vorschlag mit dem VfL Oldenburg einbringen.

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Pause bis 2021: Katarzyna Kolodziejska (rechts) bestreitet mit Garrels Frauen in diesem Jahr kein Pflichtspiel mehr. Foto: Langosch

Pause bis 2021: Katarzyna Kolodziejska (rechts) bestreitet mit Garrels Frauen in diesem Jahr kein Pflichtspiel mehr. Foto: Langosch

Wann und wie es weitergeht, kann derzeit noch niemand sagen. Eines aber wissen die Vereine der 3. Liga im Handball jetzt sicher: In diesem Jahr werden sie kein Spiel mehr bestreiten. In einer Videokonferenz beschlossen das Präsidium und der Vorstand des Deutschen Handballbundes (DHB) am Mittwochmorgen, den Spielbetrieb in den 3. Ligen und den Jugend-Bundesligen bis Ende des Jahres auszusetzen. Neben den Männern des TV Cloppenburg sind davon auch die Frauen von SFN Vechta und vom BV Garrel betroffen.

„Eine Wiederaufnahme ist derzeit zum Wochenende 9./10. Januar beabsichtigt, sofern dies die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie zulässt“, teilte der DHB mit. Voraussetzung für einen Neustart am 9. Januar soll sein, dass im Dezember wieder trainiert werden kann. Bislang war der Spielbetrieb nur bis zum 15. November ausgesetzt. Jetzt haben die Vereine, die derzeit nicht einmal trainieren können, zumindest Klarheit. Am Dienstagabend hatte der DHB in zwei Videokonferenzen für die Frauen- und Männerteams die Meinung der Klubs eingeholt. Zuvor hatte es bereits eine Online-Befragung unter den Vereinen gegeben. Im Dezember soll erneut beraten werden.

Der Deutsche Handballbund hat die 3. Ligen der Frauen in fünf Staffeln aufgeteilt. Ursprünglich waren 60 Mannschaften zu berücksichtigen, die in fünf Gruppen mit je zwölf Teams spielen. Durch den Rückzug des ASV Dachau hat sich die Anzahl in der 3. Liga Süd auf elf Teams verringert. Der BV Garrel und SFN Vechta treten in der Staffel Nord-West an.

Die Ergebnisse im Überblick:

Hallensituation: Circa die Hälfte der 59 Frauen-Drittligisten kann derzeit nicht trainieren. Nur etwa ein Drittel der Teams dürfte noch spielen.

Corona-Tests: Von den 55 Frauen-Drittligisten, die sich geäußert haben, wären 90 Prozent grundsätzlich bereit, Tests durchzuführen. Allerdings sehen sich 99 Prozent nicht in der Lage, die Tests selbst zu bezahlen, sondern wünschen sich eine Kostenübernahme durch den DHB. Die hält auch SFN Vechta für erforderlich. Abteilungsleiter Jörn Borchardt sagt aber auch: „Regelmäßige Tests wären für uns auch schwer zu organisieren.“

Zuschauer: 49 Prozent der Klubs wären bereit, auch ohne Zuschauer zu spielen. 90 Prozent davon halten dies aber auf Dauer nicht für möglich, sondern nur für wenige Spieltage. 51 Prozent aller Klubs halten die Zulassung von Zuschauern aus finanziellen Gründen für dringend erforderlich.

Wie geht es weiter? Die Hinrunde soll zu Ende gespielt werden. Als Zeitziel gilt Ostern 2021 (4./5. April). Die in diesem Jahr abgesetzten Spiele sollen bis März nachgeholt werden. Sollte im Januar noch nicht gespielt werden können, wäre auch ein Restart im Februar oder März denkbar. Für die Rückrunde gibt es drei Varianten – je nachdem, wann gestartet werden kann.

Variante 1: Anhand der Hinrundentabelle werden eine Play-off-Gruppe (Plätze 1 bis 6) und eine Play-down-Gruppe (Plätze 7 bis 12) gebildet. Diese spielen an fünf Spieltagen in einer einfachen Runde jeder-gegen-jeden und ermitteln so Meister und Absteiger. Die Hinrundenergebnisse der beteiligten Teams werden übernommen. Somit kommen auf jede Mannschaft nach den elf Hinrundenbegegnungen noch fünf Partien in der Rückserie zu.

Variante 2: Die ersten acht Teams der Hinrunde treten im K.o.-System in Viertelfinale, Halbfinale und Finale in Hin- und Rückspiel gegeneinander an (1. gegen 8., 2. gegen 7. usw.). Analog dazu treffen die letzten vier der Hinrunde ebenfalls in zwei K.o.-Runden aufeinander (9. gegen 12., 10. gegen 11.) und ermitteln so die Absteiger.

Variante 3: Falls der Restart erst im März möglich sein sollte, könnte diese Variante zur Anwendung kommen. Dabei käme es zu einem Playoff-Finale zwischen dem 1. und dem 2. (Hin- und Rückspiel) und zu zwei Abstiegsduellen (ebenfalls in Hin- und Rückspiel).

Wie geht es weiter? Vechtas Trainer Kai Freese spricht in einer Auszeit mit seinem Team. Foto: SchikoraWie geht es weiter? Vechtas Trainer Kai Freese spricht in einer Auszeit mit seinem Team. Foto: Schikora

Das sagt der BV Garrel: „Mit den Vorschlägen war niemand so richtig zufrieden“, meint Jonas Kettmann, Mitglied des Teammanagements vom BV Garrel. „Es gibt insgesamt viele Bedenken. Einig waren sich die Vereine nur in dem Punkt, dass sie mindestens drei Wochen trainiert haben müssen, bevor sie das nächste Punktspiel bestreiten.“ Ein Knackpunkt sei auch der zeitliche Ablauf. „Die Hinrunde soll bis Ostern abgeschlossen sein, die Playoffs oder Playdowns würden dann im Mai folgen – wenn die Saison in der 1. und 2. Bundesliga bereits beendet ist. Da hat zum Beispiel Andreas Lampe, Geschäftsführer des VfL Oldenburg, deutlich erklärt, dass er im Fall der Fälle in den Entscheidungsspielen auch die Bundesligamannschaft spielen lassen würde“, sagt Kettmann. Neben den Antworten auf dem Fragebogen möchte der BV Garrel gemeinsam mit dem VfL noch den Vorschlag unterbreiten, den Spielplan von Januar an weiter durchzuziehen, aber angesichts von zu erwartenden Ausfällen die Saison 2020/2021 nicht zu werten. Mannschaften, die aufsteigen wollten, könnte diese Möglichkeit eingeräumt werden, Absteiger gäbe es indes nicht. „Das wäre deswegen eine charmante Lösung, weil dann ohne Druck die Serie fortgesetzt werden könnte und die Mannschaften Spiele hätten. Und im September ist in der Saison 2021/2022 hoffentlich wieder ein normaler Spielbetrieb möglich.“

Das sagt SFN Vechta: „Wir warten jetzt erst mal ab und werden im Dezember einen neuen Antrag stellen, dass die Hallen geöffnet werden“, sagt Abteilungsleiter Jörn Borchardt. Er weiß aber auch: „Letztlich sind alle von der Bundesregierung abhängig. Wenn die sagt 'is nich', dann is nich.“

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