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27:27 – Große Gefühle, aber wieder kein Sieg für Vechtas Handballerinnen

Das Remis gegen Wattenbek passte atmosphärisch perfekt zu einem emotionalen Abend. Dennoch war Trainer Kai Freese hinterher "maßlos enttäuscht".

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Freie Wurfbahn von Rechtsaußen: Vechtas Birte Kierat traf gegen Wattenbek zweimal. Fotos: Gabi Müller 

Freie Wurfbahn von Rechtsaußen: Vechtas Birte Kierat traf gegen Wattenbek zweimal. Fotos: Gabi Müller 

Natürlich, das Ende war bitter aus Sicht der Vechtaer Drittliga-Handballerinnen. Fünf Minuten vor Schluss hatten sie gegen den TSV Wattenbek noch mit 26:23 geführt, und dann wurde es wieder nur ein 27:27 (14:15)-Unentschieden. Doch je länger der Abend in der Halle West dauerte, desto klarer wurde, dass diese Punkteteilung genau das Ergebnis war, das diese Begegnung verdient hatte – zumindest atmosphärisch.

Nachdem der Wattenbeker Jubel über den späten Ausgleichstreffer verklungen war, den die überragende Trainertochter Maxie Bech mit einem Siebenmeter nach dem Schlusspfiff erzielt hatte, saßen beide Teams andächtig auf ihren Bänken. Und lauschten den warmen Worten von Svenja Ruhöfer, die via Hallenmikrofon ihre einstigen Mitstreiterinnen Celina Friede, Ute Zimmermann und Mette Müller mit anderthalbjähriger Verspätung verabschiedete. Emotionale Minuten, die darin gipfelten, dass Wattenbeks Trainer, Ex-Nationalspieler Mannhard Bech, gemeinsam mit beiden Teams und den Vechtaer Fans zwei Humbas für Zimmermann und Müller anstimmte, die heute beide in Wattenbek spielen.

„Hier schockt das“, stellte Bech anschließend mit Blick auf die Stimmung in Vechta begeistert fest. Auch Mette Müller genoss den Abend: „Es war für alle sehr emotional. Svenni hat wirklich die passenden Worte gefunden. Ich hätte mir keinen besseren Abschied vorstellen können.“

Allein gegen die Torfrau: Leonie Schreiber beim Gegenstoß.Allein gegen die Torfrau: Leonie Schreiber beim Gegenstoß.

Während Ute Zimmermann mit gebrochener Nase zuschauen musste, tat Mette Müller ihrem Ex-Klub noch einmal richtig weh. Die Kreisläuferin warf drei Tore und holte zwei Siebenmeter heraus. Ihre Treffsicherheit hätte auch SFN gut gebrauchen können. Vechta kam alleine in der ersten Halbzeit auf 17 Fehlwürfe und ging so überflüssigerweise mit einem 14:15 in die Pause.

Zwischen dem 15:16 und dem 16:18 blieb SFN dann über neun Minuten lang ohne Torerfolg. Immer wieder scheiterte Vechta an Gäste-Torfrau Merle Reese, Zwillingsschwester der Oldenburger Bundesliga-Torfrau Nele Reese. „Die ist genauso gut“, schmunzelte Bech und stellte fest: „Da hatten wir Vechta eigentlich entschlüsselt.“

Mit einer 4:0-Serie zum 19:18 meldete sich Vechta dann zurück – begünstigt durch eine Rote Karte gegen Wattenbeks Rieka Thal (42./Foul an Luca Vodde) und eine zeitweise dreifache Überzahl. Als Luca Vodde, die später wegen einer Platzwunde oberhalb der Oberlippe ins Krankenhaus musste, schließlich zum 26:23 traf (55.), schien der vierte Saisonsieg zum Greifen nah. Doch eine etwas ungerechte Rote Karte gegen Klara Germann (57.) und ein zu früher und unpräziser Abschluss von Tina Schwarz brachten Wattenbek wieder ins Spiel. Am Ende behielt Maxie Bech dann am Siebenmeterstrich die Nerven.

Hier ist die Lücke: Kreisläuferin Svenja Ruhöfer beim Torwurf.Hier ist die Lücke: Kreisläuferin Svenja Ruhöfer beim Torwurf.

Vechtas Trainer Kai Freese wollte sich dann der allgemeinen Harmonie in der Halle auch nur bedingt anschließen. „Ich bin maßlos enttäuscht, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben“, sagte er: „Wir hatten eine hundsmiserable Wurfausbeute. 17 Fehlwürfe in der ersten Halbzeit – damit kann man kein Spiel gewinnen, und das hat auch etwas mit Qualität zu tun. Wir sind immer noch nicht in der Lage, solche Spiele über die Bühne zu bringen.“

Auch Nele Müller ärgerte sich über das dritte Unentschieden der Saison: „Wir treffen das Tor einfach nicht und das bricht uns das Genick.“

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