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27:25 - SFN Vechta kämpft und behält die Nerven

Es war spannend bis zum Schluss, aber am Ende durften SFN Vechtas Handballerinnen jubeln: Zum Auftakt der Drittliga-Saison besiegten sie die HG Owschlag mit 27:25 (14:16).

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Hände hoch und zusammenrücken: Vechtas Abwehr bei einem direkten Freiwurf von Sarah Jörgensen. Foto: Schikora

Hände hoch und zusammenrücken: Vechtas Abwehr bei einem direkten Freiwurf von Sarah Jörgensen. Foto: Schikora

Der Trainer ballte die Siegerfaust, die Spielerinnen fielen sich in die Arme und tanzten im Kreis, und der Hallensprecher spielte den Evergreen „Oh, wie ist das schön“: Als die Schlusssirene am Samstagabend nach 60 ebenso packenden wie unterhaltsamen Minuten dem ersten Kapitel der Drittliga-Saison 2021/22 in der Halle West ein Ende setzte, herrschte bei den Handballerinnen von SFN Vechta die pure Erleichterung.

Dank einer vor allem kämpferisch überzeugenden Leistung rang Vechta zum Saisonstart die HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen aus Schleswig-Holstein mit 27:25 (14:16) nieder. Für SFN war es der erste Heimsieg in der 3. Liga seit dem 7. März 2020 (28:23 gegen Blomberg II) – und das erste Punktspiel vor Fans seit dem 18. Oktober 2020 (28:30 in Recklinghausen). „Wir haben uns alle gefreut, wieder vor Zuschauern zu spielen. Das war schön“, sagte Tina Schwarz.

Das Thema Corona holte den Frauenhandball allerdings schon vor dem Saisonstart wieder ein. Sowohl das Spiel des VfL Oldenburg in der Bundesliga als auch das von Werder Bremen in der 2. Liga wurden nach positiven Tests abgesagt. Die Reserveteams beider Klubs trafen am Sonntag in der 3. Liga aufeinander.

In Vechta konnte gespielt werden, und diese Chance ergriff SFN beherzt. Vor den erstaunten Augen von rund 120 Zuschauern legte Vechta in den ersten zehn Minuten einen nahezu fehlerfreien Auftritt hin – ohne einen einzigen Fehlwurf. Beim 7:3 spielte die ansonsten überragende Luca Vodde bei einem Konter den Ball dann einer Gegnerin in die Hände. Statt 8:3 hieß es 7:4. Danach war es erst mal vorbei mit der Vechtaer Leichtigkeit. Technische Fehler und Fehlwürfe häuften sich. Beim 11:12 (24.) lag SFN plötzlich hinten. Nach zwei Gegentoren im Spiel ohne Torfrau hieß es 13:16 (30.). Zur Pause lag das Team von Trainer Kai Freese zurück und niemand wusste so recht, wie das passieren konnte.

Denn bei Owschlag, das einen personellen Umbruch hinter sich hat, besaßen mit den Rückraumspielerinnen Sarah Jörgensen und Kim-Lara Haudrup, Rechtsaußen Anna Detlefsen und Kreisläuferin Josefine Lüthje nur vier Spielerinnen echtes Drittliga-Niveau. Was besonders deutlich wurde, als Jörgensen und Haudrup in der zweiten Halbzeit Erholungspausen brauchten. „Wir wissen, dass es über 60 Minuten schwierig wird für uns“, sagte HG-Trainer Sebastian Schräbler. Vechta nutzte diese Schwäche aus und machte, angetrieben von den glänzend aufgelegten Dinklagerinnen Tina Schwarz und Luca Vodde, aus einem 16:19 (37.) ein 21:19 (46.).

Es blieb jedoch hochspannend. Gut zwei Minuten vor Schluss verpasste Ria Hacek beim Stand von 26:24 die Vorentscheidung, als sie krachend die Unterkante der Latte traf – im direkten Gegenzug verkürzte Josefine Lüthje auf 25:26. Gegen eine offene Manndeckung des Gastes machte Tina Schwarz dann drei Sekunden vor Schluss mit dem 27:25 alles klar.

„Wir hätten es nicht so spannend machen müssen.“Tina Schwarz

„Ich finde, wir haben verdient gewonnen. Wir waren die bessere Mannschaft“, sagte Freese: „Vom Gefühl her haben wir gut verteidigt, aber vorne zu viel liegen lassen. Aber fürs erste Spiel bin ich zufrieden. Kampf und Körpersprache waren gut.“ Das sah auch Kapitänin Luca Vodde so: „In der zweiten Halbzeit hat vor allem das Kämpferische gestimmt, auch von der Bank und der Tribüne“, sagte sie. Tina Schwarz fand: „Wir hätten es nicht so spannend machen müssen.“

HG-Coach Schräbler trat dagegen „mega-enttäuscht“ die 280 Kilometer lange Heimreise an. Er gab aber zu: „Vielleicht ist Vechta schon ein bisschen weiter als wir. Und ausgeglichener.“


SFN Vechta - HG Owschlag 27:25 (14:16)

  • Vechta: Carolin Tiedeken, Aleksandra Sach, Rike Kühling - Tina Schwarz (10/3), Luca Vodde (6), Jane Müller, Ria Hacek (je 3), Nele Müller (2), Birte Kierat, Svenja Ruhöfer, Leonie Schreiber (je 1), Klara Germann, Paula Clasen; nicht eingesetzt: Maylin Aumann, Carla Clasen.
    Beste Werferinnen Owschlag: Sarah Jörgensen (9/4), Anna Detlefsen (6), Jule Krack, Josefine Lüthke (je 3). Nächstes Spiel: Samstag (11.09.; 16.30 Uhr) beim VfL  Oldenburg II.

    3. Liga Staffel A, weitere Spiele
    Buxtehude - TV Oyten  20:22
    Henstedt - Mönkeberg  30:17
    Alstertal - Altenholz  26:29
    Wattenbek - BV Garrel  26:29
    Bremen II - Oldenburg II  14:22

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